Zeitenwende am Anleihenmarkt
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist am Dienstag zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder über die Marke von einem Prozent gestiegen. Bringt die Zeitenwende bei Anleihen den Aktienmarkt zum Absturz?
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist am Dienstag zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder über die Marke von einem Prozent gestiegen. Bringt die Zeitenwende bei Anleihen den Aktienmarkt zum Absturz?
Beatrix Ewert, Client-Portfoliomanagerin bei Lazard AM, erklärt, worauf Anleger aktuell achten müssen, um krisenfeste Aktien zu identifizieren. Denn durch die fortschreitende wirtschaftliche Verlangsamung und die steigende Inflation verändern sich die Erfolgsaussichten: Nur Qualitätsaktien versprechen noch Rendite.
In Europa herrschen Inflationszustände, die man sonst nur aus Emerging Markets kennt. Aus China kommt ein Signal der Entwarnung.
Noch ist es nach Einschätzung von Chris Iggo, CIO Core Investments bei AXA Investment Managers, zu früh, um zu sagen, ob wir uns in einem Umfeld dauerhaft höherer Inflation von mindestens zwei bis vier Prozent oder darüber befinden.
Zu erwarten steht, dass die Federal Reserve Bank (Fed) nach einer ersten Anhebung im März um 0,25 Prozent am Mittwochabend ihren Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf eine Spanne von 0,75 Prozent bis 1,00 Prozent anheben wird.
Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im März weiter gestiegen. Sie legten auf Monatssicht um 5,3 Prozent und auf Jahressicht um 36,8 Prozent zu – ein neuer Rekordwert.
François Rimeu, Senior Strategist bei La Française AM, geht davon aus, dass die FED trotz anhaltender Risiken (z. B. Chinas strikte Null-Covid-Politik, Krieg in der Ukraine) an ihrer hawkishen Haltung festhalten wird.
Die Inflation in der Kernrate signalisiert laut Ulrike Kastens, DWS-Volkswirtin Europa, einen höheren Preisdruck in der Eurozone.
Der US-Dollar gibt zum Wochenschluss Gewinne ab, nachdem am Donnerstag gemeldet worden war, dass das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2022 überraschend um 1,4 Prozent geschrumpft ist.
Die Wirtschaft in der Eurozone ist im ersten Quartal um 0,2 Prozent im Quartalsvergleich gewachsen. Auf Jahressicht ergibt sich aktuell ein BIP-Anstieg von 5,0 Prozent. Die Inflation im Euroraum erhöhte sich im April wie erwartet leicht weiter auf 7,5 Prozent im Jahresvergleich.