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Agrar: Weltweite Nahrungsmittelpreise steigen weiter

Der von der Welternährungsorganisation FAO erhobene Nahrungsmittelpreisindex ist im Oktober auf den höchsten Stand seit Juni 2011 gestiegen. Am stärksten verteuerte sich mit 40 Prozent im Jahresvergleich Zucker.

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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die weltweiten Nahrungsmittelpreise sind laut Welternährungsorganisation FAO im November den vierten Monat in Folge gestiegen und befinden sich damit weiterhin auf einem Zehnjahreshoch, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Der von der FAO erhobene Preisindex habe im letzten Monat bei durchschnittlich 134,4 Punkten gelegen, verglichen mit 132,8 Zählern im Oktober. Höher habe er zuletzt im Juni 2011 notiert. Im Vorjahresvergleich sei der Index um 27,3 Prozent gestiegen. Preistreibend sei insbesondere Zucker gewesen, der sich im Vorjahresvergleich um 40 Prozent verteuert habe. Die FAO führe dies vor allem auf die höheren Ethanolpreise zurück, heißt es weiter.

„Aber auch die Getreidepreise trugen zum starken Preisanstieg bei. Diese lagen im November 3,1 Prozent höher als im Vormonat und 23,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Hier machte sich insbesondere der Preisanstieg bei Weizen bemerkbar. Weizen erreichte das höchste Preisniveau seit Mai 2011. Die FAO nennt als Gründe die für die Jahreszeit unüblichen Regenfälle in Australien und Unsicherheit über mögliche Änderungen bei der Exportpolitik in Russland“, so Fritsch.

Den stärksten Preisanstieg im Monatsvergleich hätten mit einem Plus von 3,4 Prozent Milchprodukte aufgewiesen. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln sei also breit gestreut und nicht nur auf wenige Bereiche konzentriert. Einzig Fleisch (minus 0,9 Prozent) und Pflanzenöle (minus 0,3 Prozent) hätten monatliche Preisrückgänge verzeichnet. Die Prognose für die weltweite Getreideproduktion 2021 habe die FAO leicht auf 2,791 Milliarden Tonnen nach unten revidiert, was aber weiterhin ein Rekordniveau darstelle. Der weltweite Getreideverbrauch solle um 1,7 Prozent auf 2,810 Milliarden Tonnen steigen, heißt es weiter.

„Das bedeutet, der globale Getreidemarkt befindet sich in einem Angebotsdefizit. Dies zeigt sich auch in der von der FAO erwarteten Lagerentwicklung: Die weltweiten Getreidelagerbestände sollen Ende 2021/22 bei 822 Millionen Tonnen liegen. Das sind zwar 2,9 Millionen Tonnen mehr als im November prognostiziert, liegt aber 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau“, so Fritsch.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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