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Shareholder Yield: Diese Unternehmen belohnen ihre Aktionäre!

Unternehmen können auf zwei Wegen Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten, über Dividenden und Aktienrückkäufe. Bei welchen Unternehmen die Rendite für die Aktionäre besonders hoch ausfällt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zumindest aus Sicht der Eigentümer besteht der eigentliche Zweck eines Unternehmens darin, Gewinne zu erwirtschaften und diese Überschüsse auch an die Eigentümer weiterzureichen. Börsennotierte Unternehmen können dies prinzipiell auf zwei Wegen tun:

  • Schütten Unternehmen eine Dividende aus, so fließt das Geld direkt den Aktionären zu. Früher war dies die bevorzugte Methode, wie Unternehmen Gewinne an Aktionäre weitergereicht haben. Allerdings sind Dividenden in vielen Ländern steuerlich unattraktiv, weil es häufig zu einer Doppelbesteuerung kommt: Zunächst werden die Unternehmensgewinne auf der Ebene der Unternehmen besteuert und anschließend auch noch die daraus gezahlte Dividende auf der Ebene des Aktionärs.
  • Eine Alternative zu Dividenden sind Aktienrückkäufe. Hier erwirbt ein Unternehmen seine eigenen Aktien, was zum einen den Kurs beeinflussen kann, weil es die Nachfrage nach den eigenen Aktien erhöht und zum anderen die Anzahl ausstehender Aktien verringert, wenn das Unternehmen die erworbenen Aktien auch einzieht. Sinkt die Aktienanzahl, dann erhöht sich der rechnerische Anteil, den die verbliebenen Aktionäre am Unternehmen halten, es entfällt künftig also ein etwas größerer Anteil der Gewinne bzw. Dividenden auf diese verbliebenen Aktionäre.

Die Ausschüttungspolitik unterscheidet sich dabei häufig stark mit Blick auf Dividenden und Aktienrückkäufe. Bei Dividenden gilt es traditionell als großes Manko, wenn ein Unternehmen seine Dividende kürzen oder gar ganz streichen muss. Reguläre Dividenden werden deshalb in der Regel nur in einer Höhe ausgeschüttet, die als langfristig tragfähig gilt. Sollen einmalige Erträge ausgeschüttet werden, geschieht dies oft in Form von Sonderdividenden oder Aktienrückkäufen. Bei Aktienrückkäufen gibt es in der Regel keine Erwartungshaltung, dass diese Rückkäufe immer in ungefähr gleich großem Volumen stattfinden sollten. Aktienrückkäufe eignen sich deshalb eher dazu, um zum Beispiel auf eine kurzfristig erhöhte Liquidität zu reagieren.

Aus Sicht eines Anlegers ist es sinnvoll, sowohl die Höhe der Dividenden als auch der Aktienrückkäufe bei Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. (Das sogenannte Modigliani-Miller-Theorem, das besagt, dass die Kapitalstruktur und damit auch die Höhe von Dividenden und Aktienrückkäufen keinen Einfluss auf die Unternehmensbewertung haben sollte, gilt in der Theorie, meist aber nicht in der Praxis.)

Schüttet ein Unternehmen regelmäßig Gewinne per Dividende oder durch Rückkäufe an seine Anleger aus, so ist dies vor allem ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen Überschüsse erwirtschaftet und diese auch an seine Eigentümer, die Aktionäre weiterreicht. Fallen die Ausschüttungen in Relation zum Kurs hoch aus, kann dies auch auf eine Unterbewertung der jeweiligen Aktien hindeuten. Dies zeigt sich in Form hoher Dividenden- oder Rückkaufrenditen.

Um zu bemessen, wie hoch die Ausschüttungen an die Aktionäre insgesamt in Relation zum Aktienkurs ausfallen, kann die Kennzahl Shareholder Yield herangezogen werden. Die Shareholder Yield setzt sich dabei aus der Dividendenrendite und der Rückkaufrendite zusammen und gibt an, welcher Anteil des Aktienkurses innerhalb eines Jahres in Form von Dividenden und Rückkäufen an die Aktionäre verteilt wurde. (Manchmal wird bei der Shareholder Yield auch noch die Reduktion von Unternehmensschulden berücksichtigt.)

Im Screener im stock3 Terminal können Aktien auch nach der Shareholder Yield gefiltert und sortiert werden. Die Kennzahl trägt dabei die deutsche Bezeichnung Gesamtrendite und gibt an, wie hoch die Ausschüttungen in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen in Relation zum Aktienkurs in den letzten zwölf Monaten bzw. vier Quartalen ausfielen.

Der folgende Screenshot zeigt alle DAX-Aktien, absteigend sortiert nach der Shareholder Yield (Stand: 19.01.2023):

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Fazit: Die Shareholder Yield kann für fundamental orientierte Anleger, die Wert auf hohe Gewinnausschüttungen legen, neben der Dividendenrendite eine sinnvolle Kennzahl zur Beurteilung von Aktien und Unternehmen sein. Die Shareholder Yield setzt sich dabei aus der Dividendenrendite und der Rückkaufrendite zusammen und gibt an, wie hoch Dividenden und Rückkäufe in Relation zum Aktienkurs ausfallen. (Manchmal wird bei der Shareholder Yield zusätzlich auch noch die Reduktion von Unternehmensschulden berücksichtigt, was bei der Implementierung auf stock3 aber nicht der Fall ist.)

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  • Gargol
    Gargol

    Wertvolle Info schon, aber mit Cash kann man eigentlich nur 3 Dinge tun, im Unternehmen behalten, ausschütten oder in Geschäfte investieren. Wer viel ausschüttet hat manchmal auch keine Idee mehr für seine Geschäfte. Daher ist die Quote des Cashout zu Investitionen immer relevant.

    13:09 Uhr, 19.01.

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Über den Experten

Oliver Baron
Oliver Baron
Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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