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08:50 Uhr, 17.10.2014

Fed-Vertreter erwägen Verlängerung der geldpolitischen Maßnahmen

Fed-Vertreter denken laut über eine Verlängerung der Anleihekäufe nach, die eigentlich Ende Oktober auslaufen sollen. Als Gründe wurden die zuletzt schwachen Konjunkturdaten und gesunkenen Inflationserwartungen genannt. Die Marktteilnehmer dürften bei diesen Worten aufhorchen.

Erwähnte Instrumente

DAX - Signale einer Stabilisierung

Auch zum Wochenabschluss sieht es nicht unbedingt nach einer kräftigen Erholung beim Dax aus. Vorbörslich notiert der deutsche Leitindex mit 0,31 % bei 8.609 Punkten wenigstens beruhigend im Plus. Doch die Aktienmärkte bleiben im Unruhemodus. Am gestrigen Donnerstag tauchte der Dax-Index zwischenzeitlich um 2,5 % ins Minus ab und notierte zeitweise auf dem tiefsten Stand seit September 2013, bevor ihm eine Gegenbewegung glückte, die ihn letztlich nur wenig verändert in den Feierabend führte.

Auch in den USA gingen die wichtigsten Börsen nur mit einem kleinen Minus aus dem Handel. Gute Wirtschaftsdaten und die gleichzeitige Hoffnung auf eine länger lockere Geldpolitik haben die US-Börsen am Donnerstag gestützt.

Die per Saldo aber ernüchternden jüngsten Konjunkturdaten treiben der US-Notenbank die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, führte gestern an, dass die zuletzt rückläufigen Inflationserwartungen ein Grund für die US-Notenbank sein könnten, das auslaufenden Anleihekaufprogramm entgegen anderslautenden Ankündigungen weiter fortzusetzen. Auch bestünde die Möglichkeit, das Kaufvolumen wieder auszudehnen. Die jüngsten Finanzmarktturbulenzen und die schwächeren Aussichten für das europäische Wirtschaftswachstum seien für den Rückgang der Inflationserwartungen verantwortlich, so Bullard. Zuletzt hatte auch der Fed-Vize Fisher auf die Möglichkeit einer weniger aggressiven Straffung der US-Geldpolitik für den Fall hingewiesen, dass das mittelfristige Inflationsziel der Fed in Gefahr gerät.

Insgesamt bleiben die Unsicherheiten bezüglich des Zustands der US-Konjunktur also hoch, so dass sich die heutigen Daten zum Hausbaumarkt und dem Konsumentenvertrauen aus den USA einer großen Aufmerksamkeit erfreuen dürften.

Das Wechselpaar EUR/USD behauptet sich weiter in der Nähe der Marke von 1,28 Dollar. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung leicht darunter bei 1,2791 Dollar (-0,07 %).

Weiterhin Differenzen zwischen Merkel und Putin

Bundeskanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin haben in der Nacht über einen Weg aus der Ukraine-Krise beraten. Kreml-Sprecher Peskow betonte im Nachhinein, es bestünden weiterhin „ernste Differenzen“ über die Ursachen der Krise und ihren Verlauf zwischen den Gesprächspartnern. Zuvor hatte Merkel bereits mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko gesprochen. Beide bedauerten, dass der im September vereinbarte Friedensplan in vielen Punkten noch nicht umgesetzt ist

BIZ: Politik und Notenbanken haben kaum Handlungsmöglichkeiten

Im Fall neuer Verwerfungen im Finanzsystem sieht die Bank der Zentralbanken BIZ die Politik und vor allem die Notenbanken in ihren Handlungsmöglichkeiten als äußerst begrenzt an. „Der Spielraum der Politik und insbesondere der Geldpolitik ist heute sehr viel geringer, als er es 2008 war", sagte Hyun Song Shin, Economic Adviser und Head of Research der BIZ, der „Börsen-Zeitung“.


Bundestag beschließt niedrigere Lkw-Maut

Die Lkw-Maut wird nach einem Beschluss des Bundestags ab dem kommenden Jahr gesenkt. Mit dem am Donnerstagabend verabschiedeten Gesetz nimmt der Staat bis 2017 ca. 500 Mio. Euro weniger ein als geplant.

Europäischer Automark erholt sich weiter

In der Europäischen Union wurden im September 1,2 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen und damit 6,4 % mehr als vor einem Jahr, wie der Branchenverband Acea mitteilte. Damit stieg der Absatz den 13. Monat in Folge.

Deutsche Forfait von Sanktionsliste gestrichen

Die DF Deutsche Forfait wurde von der OFAC Sanktionsliste entfernt. Damit darf die Gesellschaft wieder in vollem Umfang US-Dollar Geschäfte tätigen und ihr bisheriges Geschäft wieder aufbauen.

Google - Analysten zeigten sich enttäuscht

Im abgelaufenen Quartal konnte der Internetkonzern Google um 20 % auf 16,5 Milliarden Dollar zulegen. Der Nettogewinn kletterte um 6 % auf 2,81 Milliarden Dollar. Die Börsen zeigte sich mit den Zahlen dennoch nicht zufrieden. So zeigten sich Analysten insbesondere besorgt über den rückläufigen Preis pro Klick. Dieser fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 %.

Apple präsentiert neue Produkte

Der Technologiekonzern Apple hat am Donnerstag neue Modelle seiner Tablet-Computer iPad Air und iPad Mini präsentiert. Zudem stellte der Konzern aktualisierte Mac-Computer vor. Die Aktie gab nachbörslich um 1,3 % nach.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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