Analysteneinschätzung

VOLKSWAGEN: Nicht so cool wie Tesla, aber letztlich erfolgreicher?

In Erwartung eines positiven Gesamtertrags auf Sicht von 12 Monaten von nun über 10 Prozent empfiehlt Independent Research die VW-Vorzugsaktie jetzt zum Kauf (alt: Halten; Kursziel: 265,00 (alt: 220,00) Euro.

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Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Volkswagen-Konzern hat in der letzten Woche strategische Entscheidungen hinsichtlich dem „Herzstück“ eines E-Autos - der Batterie - bekannt gegeben. Volkswagen-Chef Herbert Diess kündigte vergangenen Montag auf einer Ankündigungsshow, die VW „Power Day“ nannte, den geplanten Bau von sechs großen Batteriezellen-Fabriken in Europa. Zugleich will der Konzern zusammen mit Partnern das Netz von Schnellladesäulen im europäischen Straßennetz stark ausbauen. Tags darauf legte Diess auf der Bilanzpressekonferenz nach: Der Elektroantrieb sei nur der Anfang, angestrebt werde vielmehr die Verwandlung vom Autobauer zum „softwareorientierten Mobiltätskonzern“, verkündete er. Das autonome Fahren werde ein noch viel größerer Umbruch werden.

Die Anleger reagierten daraufhin euphorisch. Die neue Strategie im Bereich der Elektromobilität sorgt für viel Fantasie, auch bei den US-Anlegern, wie die zuletzt massiv angezogenen Handelsumsätze der in New York gehandelten Volkswagen-Hinterlegungsscheine (ADRs) zeigen. Dem Wolfsburger Autobauer wurde mit einem Mal zugetraut, die Transformation vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb und zum autonomen Fahren erfolgreich zu stemmen. Die Rede war vom zweiten Tesla. Der Börsenwert des Unternehmens aus Wolfsburg stieg vergangene Woche zwischenzeitlich um mehr als 20 Mrd. Euro.

Aus Sicht von Independent Research sind die von CEO Diess verkündeten Entscheidungen zwar nicht ganz ohne Risiko, doch würden zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Chancen (z.B. höhere Wertschöpfung beim E-Auto, Reduzierung der kritischen Abhängigkeit von Zulieferern) die Risiken überwiegen, schrieben die Analysten in einer Studie von Dienstag. Der VW-Konzern verfüge über das Potenzial an Skaleneffekten, um sich einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dies sollte sich dann auch entsprechend in der Geschäftsentwicklung niederschlagen.

Die VW-Vorzugsaktie ist seit Jahresbeginn bereits deutlich gestiegen (mehr als 55 Prozent), sie notiert aber nach wie vor deutlich unter ihrem Allzeithoch vom 16. März 2015 bei 255,20 Euro. Im September 2015 wurde dann der Abgaswerte-Manipulationsskandal bekannt. Gemäß Schätzungen von Independent Research wird das operative Ergebnis des VW-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 ein neues Rekordniveau von 18 Mrd. Euro erreichen. In Erwartung eines positiven Gesamtertrags auf Sicht von 12 Monaten von nun über 10 Prozent empfiehlt das Analysehaus die VW-Vorzugsaktie jetzt zum Kauf (alt: Halten; Kursziel: 265,00 (alt: 220,00) Euro.

Die UBS erhöhte ihr Kursziel für die Volkswagen-Vorzugsaktie Anfang März von 200 auf 300 Euro. Analyst Patrick Hummel hält den ID.3, den elektrischen Bruder des Golf, für einen Volltreffer. Die Anlaufprobleme bei der Fertigung des neuen Modells seien überwunden und Volkswagen auf der Überholspur. Bereits 2022 werde der deutsche Konzern weltweit mehr elektrifizierte Autos verkaufen als die bisherige Nummer eins Tesla und diesen Vorsprung in den Folgejahren ausbauen, prognostizierte Hummel. Bis Ende des Jahrzehnts werde VW insgesamt 70 neue Batterieauto-Modelle auf den Markt bringen, betonte der Analyst.

Hinzu kommt bei Volkswagen auch Fantasie durch einen Börsengang der VW-Sportwagenmarke Porsche. Laut dem Analysten Daniel Schwarz von Stifel Research ist dieses Thema wichtiger als zuletzt noch angenommen. Spitzenmanager der Tochter hatten unlängst Sympathie für solche Pläne gezeigt. Laut Stifel Research würde eine Börsennotiz große, und vor allem positive Auswirkungen auf die Bewertung der Wolfsburger haben.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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