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13:36 Uhr, 11.10.2017

Russland folgt China und beschränkt den Zugang zur Digitalwährung Bitcoin

Russland will den Zugang zur Digitalwährung Bitcoin erschweren. Internetseiten, die Kryptowährungen anbieten, würden künftig blockiert, so die russische Zentralbank.

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Moskau (Godmode-Trader.de) - Vor wenigen Wochen hat China hat den Handel mit Digitalwährungen wie Bitcoin und Co. unterbunden. Handelsplattformen für das vom Computer geschaffene Geld mussten ihren Betrieb einstellen. Chinesische Behörden hatten zuvor vor den Risiken der Cyber-Währungen gewarnt. Die chinesische Notenbank hatte zudem Börsengänge solcher Devisen, die sog. Initial Coin Offerings (ICO), verboten. Mit ICOs sammeln Unternehmen Geld für künftige Projekte ein. Meist zahlen die Investoren dabei mit Digitalwährungen. Die Geldgeber erhalten keine Unternehmensanteile, sondern nur sog. Tokens, die eine Art "Mini-Digitalwährung" des jeweiligen Unternehmens darstellen und deren Wert vom Erfolg des Geschäfts abhängt. Untersuchungen hätten zu dem Ergebnis geführt, dass ICOs die Finanzstabilität gefährden, hieß es von Chinas Notenbankern.

Nun folgt die russische Notenbank dem chinesischen Beispiel, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Das Land werde den Zugang zu Internetseiten, die solche Währungen anbieten, blockieren, kündigte Reuters zufolge der stellvertretende Zentralbankchef Sergej Schwezow an. Bitcoin und andere Token seien von Natur aus verdächtig, insbesondere als Investmentmöglichkeit für Privatinvestoren, so Schwezow. Diesem unkalkulierbar hohen Risiko müsse der russische Staat entgegentreten und seine Staatsbürger vor der Gefahr warnen, die Kryptowährungen mit sich bringen. Speziell Privatpersonen aber auch russische Unternehmen müssten geschützt werden.

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin unterstützt die Aussagen Schwezows demnach ausdrücklich. Man sei sich einig gewesen, dass Kryptowährungen neben den Möglichkeiten auch erhebliche Risiken trügen, so die Nachrichtenagenturen Reuters und RT. Dazu zählten der Missbrauch für kriminelle Zwecke, Geldwäsche, Steuerhinterziehung oder die Finanzierung von Terrorismus. Die neuen Warnungen kommen einer Kehrtwende gleich: Noch im Sommer hieß es gerüchteweise, Russland strebe an, diverse Kryptowährungen als offizielle Zahlungsmittel zuzulassen.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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