Gaspreis explodiert weiter - Heute schon wieder +30 %
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- Gas Oil/Diesel - WKN: 967781 - ISIN: XC0009677813 - Kurs: 1.004,88 $/t (ARIVA Indikation)
Seit Freitag summiert sich der Anstieg auf mehr als 70 %. Parallel zog der Ölpreis der Sorte Brent auf über 81 USD je Barrel an. Auslöser ist der Produktionsstopp im weltweit größten LNG-Exportkomplex in Katar nach einem Drohnenangriff im Zuge der Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA.
Im Zentrum der Turbulenzen steht die Anlage von QatarEnergy in Ras Laffan, die rund ein Fünftel des globalen LNG-Angebots bereitstellt weiter still. Die Unterbrechung trifft einen Markt, der sich gerade auf das Ende der Heizsaison und die bevorstehende Wiederbefüllung der Speicher vorbereitet. Europas Gasspeicher sind nach einem kalten Winter vergleichsweise leer. Händler sprechen von der stärksten Volatilität seit der Energiekrise 2022.
Nervosität an den Terminmärkten
Die Preisstruktur hat sich binnen Stunden gedreht. Sommerkontrakte notieren mit deutlichem Aufschlag gegenüber dem folgenden Winter. Für Händler wird es damit unattraktiv, Gas einzulagern. Gleichzeitig steigt die implizite Volatilität an den Optionsmärkten auf den höchsten Stand seit Sommer 2023. Das Signal ist eindeutig: Der Markt preist eine anhaltend angespannte Versorgungslage ein.
Quelle: ICE Direkter Link
Ross Wyeno von S&P Global Energy erwartet "erhebliche Preisschwankungen in den kommenden Tagen", da Käufer ihre Portfolios neu justieren. Besonders asiatische Abnehmer dürften aggressiv am Spotmarkt auftreten. Ein Großteil des katarischen LNG fließt traditionell nach Asien. Fällt dieses Volumen aus, intensiviert sich der Wettbewerb zwischen Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Lage in der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Nadelöhre des globalen Energiehandels. Teheran hatte zeitweise mit einer Schließung gedroht, während US-Stellen widersprüchliche Signale sendeten. Präsident Donald Trump kündigte an, man werde "alles Notwendige tun". Für den Markt bleibt die entscheidende Frage, wie lange die Kampfhandlungen andauern und wie schwer die Schäden an der Infrastruktur tatsächlich sind.
Goldman Sachs hob die Prognose für den europäischen Gaspreis für den April 2026 von 36 EUR auf 55 EUR je Megawattstunde an. Analysten verweisen darauf, dass selbst eine teilweise Wiederaufnahme der Exporte Zeit benötigen dürfte. Jede Verzögerung verschärft die Lage vor der Einspeichersaison.
In Deutschland gibt sich die Bundesnetzagentur gelassen. Aktuell gebe es keine Einschränkungen der Gasversorgung. Deutschland verfüge über diversifizierte Importwege, darunter Pipelinegas sowie neue LNG-Terminals an Nord- und Ostsee. Gas aus dem Persischen Golf spiele für die direkte Versorgung eine untergeordnete Rolle.
Gleichwohl werden die globalen Preiseffekte auch hierzulande spürbar sein. Zwar sind viele Haushalte durch längerfristige Verträge mit Preisgarantien vor kurzfristigen Ausschlägen geschützt. Für Industrie und Neuverträge jedoch steigen die Beschaffungskosten deutlich. Erinnerungen an 2022 werden wach, als Notierungen zeitweise über 300 EUR je Megawattstunde kletterten.
Fazit: Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut, wie stark Europas Energiemarkt von geopolitischen Risiken abhängt. Die Diversifizierung der Bezugsquellen hat die strukturelle Verwundbarkeit reduziert, aber nicht beseitigt. Sollten die Ausfälle in Katar länger andauern, droht eine neue Phase hoher Energiepreise mit entsprechenden Inflationsrisiken. Die Anleger an den Aktienmärkten werden jede Preisbewegung weiter intensiv verfolgen. Der Dax dürfte auf eine Entspannung überproportional positiv reagieren.

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