Analyse
11:32 Uhr, 03.03.2026

Der versteckte Verlierer

Geopolitische Eskalation betrifft nicht nur Öl und Transport. Der Aktienmarkt schaut derzeit nicht auf diesen zweiten Effekt. Ihr bekommt den Hinweis im Vorfeld.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US30303M1027Kopiert
    Kursstand: 653,560 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Meta Platforms Inc - WKN: A1JWVX - ISIN: US30303M1027 - Kurs: 653,560 $ (Nasdaq)

Seit dem 28. Februar 2026 eskaliert der Konflikt zwischen Israel, den USA und Iran deutlich. Chamenei wurde bei US israelischen Angriffen getötet. Iran reagierte mit eigenen Raketen- und Drohnenangriffen auf Stützpunkte von US- und israelischen Kräften in mehreren Ländern des Nahen Ostens, darunter auch in Golfstaaten und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Eine informelle Führung Irans bildet derzeit einen temporären Rat zur Steuerung staatlicher Aktivitäten.

Die Frage für den Aktienmarkt richtet sich dabei weniger auf einzelne Schlagzeilen als auf den Energie und Transportkanal. Der Fokus liegt auf der Straße von Hormus, deren Sicherheitslage sich sichtbar verschärft hat. Abbas Araghchi sagte in einem Interview, Iran beabsichtige derzeit keine Schließung der Meerenge.

Zahlreiche Reeder, darunter Maersk oder andere große japanische Linien, haben daraufhin Transitaktivitäten eingestellt und ihre Schiffe aus dem Golf umgelenkt. Mehrere Tanker, darunter ein mit Erdöl beladener Frachter, wurden in der Nähe des Gewässers attackiert und ihre Besatzungen evakuiert. Versicherer zogen die Abdeckungen für Passagen durch die Region zurück. Die Straße von Hormus gehört niemanden, aber alleine schon explodierende Versicherungsprämien für die Tanker würden den Verkehr zum Stillstand kommen lassen.

Die U.S. Energy Information Administration beziffert den Ölfluss durch die Straße von Hormus im Mittel auf rund 20 Millionen Barrel pro Tag, was ungefähr 20 % des globalen Verbrauchs entspricht.

Aktienmärkte verarbeiten geopolitische Schocks typischerweise über Risikoprämien, Energiepreise sowie Inflationserwartungen und Zinsen. Viel davon wurde bereits im Vorfeld eingepreist. Entscheidend ist nun die Frage, ob diese eingepreiste Risikoprämie ausreicht für das, was jetzt passiert.

Trump hat historisch schnelle Militäroperationen bevorzugt. Falls Trump diesem Muster folgt oder ein "Deal" in Aussicht gestellt wird oder sich die Gerüchte mehren, könnten die Märkte schnell hochdrehen, zumal bereits einiges eingepreist wurde. Größtes Risiko ist eine nachhaltige Störung der Meerenge, die die Inflation aufgrund der Energiepreise und längere Frachtrouten deutlich treiben könnten und damit wieder die Zinspolitik der Fed. Trump weiß das auch.

Nun aber ein Thema, über das derzeit weniger geschrieben wird: der Werbemarkt.


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Meta Präzedenzfall aus 2023

Meta hat im Q3 2023 Earnings Call explizit erläutert, dass es zu Beginn des Q4 2023 mehr Volatilität beobachtete, und den Guidance-Korridor deshalb verbreiterte und "softer ad spend" in den ersten Wochen von Q4 feststellte, zeitlich korrelierend mit dem Beginn der damaligen militärischen Auseinandersetzung.

Die Zahlen danach waren danach stark, dennoch sorgte dieses Kommentar für massive Verunsicherung.

Die CFO Susan Li sagte außerdem, Meta habe keine wesentliche direkte Umsatzabhängigkeit von Israel und dem Nahen Osten, könne Nachfrageschwäche jedoch nicht eindeutig einem einzelnen geopolitischen Ereignis zuordnen, und verwies als historischen Vergleich auf breitere Nachfrageschwäche in anderen regionalen Konflikten, etwa im Kontext der Ukraine.

Wichtig ist, dass Meta diese Sensitivität nicht nur situativ in Calls, sondern auch formal in den Risikofaktoren adressiert (muss man rein rechtlich machen, um sich vor Klagen zu schützen). Im Form 10 K für 2025 nennt Meta ausdrücklich, dass makroökonomische und geopolitische Bedingungen die Werbeindustrie allgemein oder bestimmte Werbekundengruppen und Geografien treffen können. Solche Faktoren können die Ausgaben von Marketern reduzieren, Werbepreise beeinträchtigen oder dazu führen können, dass Werbekunden Kampagnen einstellen.

In der Berichtssaison 2023 dokumentierte Snap bei seinen Earnings ebenso, dass viele Advertiser nach Beginn des Israel-Hamas-Krieges Kampagnen pausierten, teilweise später wieder starteten, aber weiterhin neue Pausen beobachteten. Dieses Beispiel ist kein Meta-Proxy, belegt aber, dass Konflikte kurzfristig direkte Budgetentscheidungen triggern können.

Wichtig: Vor allem aber hören die Werbetreibenden eher bei Pinterest, Snap & Co mit Werbung auf, bevor sie die Werbung bei Meta, Alphabet, Amazon oder Applovin einstellen, da sie hier die höchsten ROAS (Return on Ad Spend) erzielen.

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Viel Erfolg wünscht Dir Valentin

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