Analyse
07:30 Uhr, 11.03.2026

PORSCHE bricht beim Gewinn ein und startet tiefgreifenden Umbau

Der Sportwagenbauer Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG hat ein äußerst schwaches Geschäftsjahr hinter sich. Der Konzernumsatz sank 2025 auf 36,27 Mrd. EUR nach 40,08 Mrd. EUR im Vorjahr.

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Noch drastischer fiel der Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Es brach von 5,64 Mrd. EUR auf 413 Mio. EUR ein. Die operative Umsatzrendite schrumpfte damit von 14,1 % auf nur noch 1,1 %. Gleichzeitig gingen die Auslieferungen um 10,1 % auf 279.449 Fahrzeuge zurück.

Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters reagiert mit einer umfassenden strategischen Neuausrichtung. "Wir nutzen die aktuellen Herausforderungen als Chance, um noch entschlossener zu handeln“, erklärte Leiters bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. Ziel sei es, Porsche "schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher“ zu machen.

Milliardenbelastungen drücken auf die Marge

Der drastische Gewinneinbruch ist vor allem auf außerordentliche Belastungen von rund 3,9 Mrd. EUR zurückzuführen. Diese resultieren aus der strategischen Neuausrichtung des Produktportfolios und organisatorischen Anpassungen, zusätzlichen Kosten rund um Batterieaktivitäten sowie neuen US-Zöllen.

Auch operativ geriet der Hersteller unter Druck. Niedrigere Fahrzeugauslieferungen, höhere Materialkosten und steigende Forschungs- und Entwicklungsausgaben belasteten die Profitabilität zusätzlich. Die Automotive-EBITDA-Marge sank von 22,7 % auf 13,3 %, während der Netto-Cashflow im Autogeschäft auf 1,51 Mrd. EUR zurückging.

Der Absatzrückgang ist insbesondere auf schwache Nachfrage im chinesischen Luxussegment sowie temporäre Angebotslücken bei einzelnen Modellen zurückzuführen. Nordamerika blieb zwar der größte Einzelmarkt, doch auch dort belasteten Zölle und Preisanpassungen das Geschäft.

Strategie 2035: Fokus auf margenstarke Segmente

Mit seiner neuen "Strategie 2035“ will Leiters die Marke wieder stärker auf profitable Segmente ausrichten. Porsche prüft daher eine Ausweitung des Portfolios über die bisherigen Kernsegmente hinaus. Denkbar sind Modelle oberhalb der heutigen zweitürigen Sportwagen sowie neue Fahrzeuge oberhalb des Cayenne im SUV-Segment.

Parallel soll die Organisation verschlankt werden. Der Konzern plant flachere Hierarchien, weniger Bürokratie und eine konsequentere Kostenkontrolle. Gleichzeitig soll die Produktentwicklung schneller und effizienter werden, um Innovationen zügiger auf die Straße zu bringen.

Technologisch bleibt Porsche flexibel. Zwar zählt der Hersteller zu den Pionieren der Elektromobilität, doch angesichts der aktuell langsameren Nachfrageentwicklung will das Unternehmen den Hochlauf batterieelektrischer Modelle neu kalibrieren und weiterhin auch Verbrenner und Hybridantriebe anbieten.

Produktseitig setzt Porsche weiterhin auf emotionale Topmodelle. 2025 stellte der Hersteller unter anderem einen neuen 911 Turbo S mit Hybridtechnologie vor. Außerdem feierte der vollelektrische Cayenne seine Premiere. Weitere Derivate sind bereits für 2026 angekündigt.

Parallel will der Konzern stärker auf Individualisierung setzen und das Geschäft mit besonders personalisierten Fahrzeugen ausbauen. Ziel ist ein höherer Durchschnittspreis pro Fahrzeug bei gleichzeitig kontrolliertem Absatzvolumen.

Für das laufende Jahr bleibt Porsche vorsichtig. Der Konzern erwartet weiterhin schwierige Marktbedingungen, insbesondere im chinesischen Luxussegment sowie im globalen Wettbewerb um Elektrofahrzeuge. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und mögliche weitere Handelskonflikte.

Für 2026 rechnet Porsche mit einem Umsatz zwischen 35 und 36 Mrd. EUR. Die operative Umsatzrendite soll sich auf 5,5 bis 7,5 % erholen. Die Netto-Cashflow-Marge im Autogeschäft wird in einer Bandbreite von 3 bis 5 % erwartet.

Fazit: Der Ergebniseinbruch zeigt, wie stark selbst Premiummarken derzeit unter strukturellen Umbrüchen der Autoindustrie leiden. Porsche reagiert mit einem umfassenden Strategiewechsel, der Kosten senken und die Marke stärker auf profitable Segmente ausrichten soll. Derzeit scheint es noch zu früh, auf den Turnaround zu setzen, auch wenn es natürlich sehr reizvoll erscheint die Porsche-Aktie einfach mal auf Verdacht ins Depot zu legen und abzuwarten. Ich bin relativ stark überzeugt, dass der Turnaround hier gelingen wird und die Profite wieder auf ein auskömmliches Niveau ansteigen werden.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 36,82 36,86 37,78
Ergebnis je Aktie in EUR 0,44 2,21 2,66
KGV 86 17 14
Dividende je Aktie in EUR 1,01 1,22 1,35
Dividendenrendite 2,66% 3,21% 3,55%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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