FX-Mittagsbericht: US-Dollar fällt weiter zurück
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Der US-Dollar fällt im europäischen Handel am Dienstagvormittag auf breiter Basis (gemessen am US-Dollar-Index) weiter von seinem am vergangenen Freitag markierten Wochenhoch in Richtung seines am 22. Juni 2023 erreichten Sechswochentiefs zurück.
Die Verluste halten sich jedoch in Grenzen, da der Greenback nach wie vor als „sicherer Hafen“ von den politischen Unruhen in Russland profitiert, die dem russischen Rubel ein 15-Monats-Tief gegenüber dem US-Dollar beschert haben.
Um das weitere geldpolitische Vorgehen der Fed abschätzen zu können, liegen im Fokus der Investoren die am Dienstagnachmittag anstehenden US-Wirtschaftsdaten, darunter das US-Verbrauchervertrauen im Juni. Besondere Aufmerkamkeit gilt zum Wochenschluss den zur Veröffentlichung kommenden US-Konsumausgaben (PCE) im Mai mit dem dazugehörenden Preisindex.
In den zwölf Monaten bis April lagen sowohl der PCE-Preisindex als auch die Kernrate immer noch deutlich über dem zweiprozentigen Inflationsziel der Fed. Nach der Zinspause bei dem letzten Zinsentscheid der Fed liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Währungshüter den Leitzins bei ihrem nächsten Zinsentscheid am 26. Juli um 25 Basispunkte auf eine Spanne von dann 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent anheben wird, laut FedWatch Tool der CME aktuell bei 76,9 Prozent.
Auch aus der Eurozone stehen am Freitag Inflationsdaten zur Veröffentlichung an. Auf der Agenda stehen die Verbraucherpreise für Juni. Erwartet wird im Konsens, dass sich die Gesamtrate zwar von 6,1 auf 5,6 Prozent im Jahresvergleich weiter abschwächt, die Inflation in der Kernrate jedoch weiter von 5,3 auf 5,5 Prozent im Jahresvergleich zulegt.
Nachdem die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde nach der letzten EZB-Zinsanhebung einen aggressiveren Ton angeschlagen hatte als erwartet und bekräftigte, dass die Leitzinsen erneut angehoben werden müssten, um die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel der EZB zu senken, wird nun mit zwei weiteren Leitzinsanhebungen im Juli und Oktober gerechnet.
„Unsere Aufgabe ist … noch nicht erfüllt. Sofern sich die Aussichten nicht wesentlich ändern, werden wir die Leitzinsen im Juli erneut anheben", sagte Lagarde am Dienstag im Rahmen des jährlichen EZB-Forums im portugiesischen Sintra, und fügte hinzu: „Die Inflation im Euroraum ist zu hoch, und dies dürfte für zu lange Zeit so bleiben.... Zwar sehen wir derzeit weder eine Lohn-Preis-Spirale noch eine Entankerung der Erwartungen, aber je länger die Inflation über dem Zielwert bleibt, desto größer werden diese Risiken. Das bedeutet, dass wir die Inflation zeitnah zu unserem mittelfristigen Ziel von zwei Prozent zurückführen müssen."
Aufmerksamkeit gilt bezüglich der erwarteten Inflations- und Leitzinsentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks der am Mittwoch anstehenden Podiumsdiskussion in Sintra mit EZB-Chefin Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell.
Während sich EUR/USD weiter von seinem am vergangenen Freitag markierten Wochentief bei 1,0843 bis bislang 1,0950 im Hoch erholt, notierte GBP/USD bislang bei 1,2758 im Hoch. Die vom „British Retail Consortium“ (BRC) ermittelten Einzelhandelspreise sind im Mai um 8,4 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, nach zuletzt plus 9,0 Prozent.
USD/JPY hat im europäischen Handel am Dienstagvormittag bei 143,94 ein frisches Siebeneinhalbmonatshoch erreicht. Die japanischen Verbraucherpreise sind im Mai in der Kernrate um 3,1 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Zuwachs um 3,0 Prozent gerechnet, nach plus 2,9 Prozent im April.
Der US-Wirtschaftskalender am Dienstagnachmittag ist prall gefüllt. Highlights sind das o.g. Verbrauchervertrauen des Conference Board im Juni und die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im Mai. Die Details sowie die weiteren Veröffentlichungen entnehmen Sie bitte dem Wirtschaftskalender.
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