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14:04 Uhr, 14.03.2026

Dividendenaktien: Worauf Du achten musst und wo hohe Dividenden winken

Hohe Dividendenrenditen wirken attraktiv, doch entscheidend sind nachhaltige Ausschüttungen und solides Dividendenwachstum. In diesem Artikel erfährst Du, worauf Du bei Dividendenaktien achten musst, wie Du Dividendenfallen vermeidest und welche Aktien oder ETFs für Einkommensinvestoren interessant sind.

Erwähnte Instrumente

  • Kursstand: 4,266 % (Bonds) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Die Rückkehr der Zinsen in den vergangenen Jahren hat die Messlatte für Aktien-Investments deutlich höher gelegt. Lange Zeit waren Dividenden alternativlos, doch heute konkurrieren sie direkt mit dem Rentenmarkt. Während ein Zinskupon einer Anleihe jedoch starr über die gesamte Laufzeit bleibt, bieten erstklassige Aktien die Aussicht auf kontinuierliches Dividendenwachstum. In einem Umfeld, in dem die Teuerungsrate ein zentrales Thema bleibt, fungieren steigende Ausschüttungen als ein eingebauter Inflationsschutz.

Wer heute in Qualität investiert, sichert sich eine persönliche Dividendenrendite auf den Einstandskurs, die über die Jahre weit über das Niveau herkömmlicher Rentenpapiere hinauswachsen kann. Man kann natürlich auf fallende Zinsen auch mit dem Kauf von Anleihen spekulieren, denn wenn die Renditen fallen, steigen die Kurse von Anleihen. Aktien haben aber schlicht mehr zu bieten.

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Was sind Dividendenaktien?

Zunächst sollte man eine offensichtliche Frage beantworten: Was sind überhaupt Dividendenaktien? Da es hierzu keine Legaldefinition gibt, definieren wir die Spielregeln selbst. Dividendenaktien sind Anteile von Unternehmen, die regelmäßig Teile ihrer Gewinne ausschütten. Es gibt durchaus etliche Gesellschaften, die keine oder nur eine gesetzliche Mindestdividende auszahlen. Aktuell ist eine Untergrenze von 4 % angemessen, um eine Aktie als echten Dividendenwert zu bezeichnen. Die Dividendenrendite erhältst Du, indem Du die Dividende durch den Aktienkurs teilst.

Viel wichtiger als die nackte Prozentzahl ist jedoch die Nachhaltigkeit. Nachhaltig ist eine Dividende dann, wenn sie aus dem operativ erwirtschafteten Gewinn stammt und nicht aus der Substanz oder durch Kreditaufnahme finanziert wird. Hierbei hilft der Blick auf die Payout-Ratio (Ausschüttungsquote). Ein gesundes Unternehmen sollte auch Gewinne zurückhalten, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können. Ganz kritisch ist es, wenn über viele Jahre mehr ausgeschüttet wird, als im jeweiligen Jahr verdient wurde. Ein weiterer Leitsatz lautet: Wachstum vor Rendite. Es ist oft lukrativer, auf einen Wert mit 3 % Rendite und 10 % jährlicher Steigerungsrate zu setzen als auf einen stagnierenden Titel mit einer statischen Rendite von 8 % und der Gefahr, dass diese perspektivisch geringer wird oder im Extremfall ganz wegfällt.

Der Weg zur Auszahlung: ein klarer Prozess

Die Dividendenausschüttung folgt einem strukturierten Ablauf. Zunächst ermittelt das Unternehmen nach Abzug von Kosten und Steuern den Reingewinn. Der Vorstand entscheidet über den Dividendenvorschlag, wobei er investive Notwendigkeiten berücksichtigt. In Deutschland müssen zudem der Aufsichtsrat und letztlich die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmen. Diese Termine und Begriffe sind essenziell:

Das kleine Einmaleins der Ausschüttungen

Begriff Bedeutung für Anleger
Ex-Tag Der Tag, an dem die Aktie erstmals ohne Dividendenanspruch gehandelt wird.
Zahltag Der Zeitpunkt, an dem die Gutschrift auf deinem Verrechnungskonto erfolgt.
Dividenden-Abschlag Der Kurs sinkt am Ex-Tag meist etwa um das Niveau der Dividende.
Sonderdividende Einmalige Ausschüttung, oft aus außerordentlichen Gewinnen (z.B. Verkäufe).
Quellensteuer Steuerliche Belastung bei Auslandsaktien, die je nach Land variiert.

Besonders wichtig ist das Verständnis für den Dividendenabschlag: Es wird nicht einfach die Dividende vom Kurs abgezogen, wie man manchmal in dubiosen Artikeln lesen kann. Der Kurs ergibt sich immer aus Angebot und Nachfrage am Markt. Da das Geld das Unternehmen verlässt, ist die Aktie rechnerisch weniger wert. Oft funktioniert es jedoch, die Aktie einige Tage vor dem Ex-Tag zu kaufen und darauf zu spekulieren, dass andere Marktteilnehmer den Kurs kurz vor dem Termin noch etwas nach oben treiben. Auch gibt es Strategien, die darauf abzielen, das der Dividendenabschlag, auch das Dividendengap genannt, innerhalb von wenigen Wochen wieder aufgeholt wird.

Verschiedene Arten der Gewinnbeteiligung

Nicht jede Dividende landet als Bargeld auf dem Konto. Die häufigste Form ist die Bardividende (Cash Dividend). Es gibt jedoch diverse Varianten, die Unternehmen zur Kapitalsteuerung nutzen: Bei der Aktiendividende (Stock Dividend) erhalten Aktionäre neue Anteile statt Geld. Seltener sind Naturaldividenden, bei denen Sachwerte wie Produkte des Unternehmens ausgegeben werden. Auch die Frequenz variiert: Während europäische Unternehmen oft jährlich eine Schlussdividende zahlen, sind in den USA quartalsweise Zahlungen die Regel. Einige REITs schütten sogar monatlich aus, was einen sehr stetigen Cashflow ermöglicht.

Mit dem stock3 Aktien-Screener lassen sich Dividendenaktien leicht finden

Die manuelle Suche nach den besten Zahlern ist mühsam, doch das stock3 Terminal bietet hierfür mächtige Werkzeuge. Über den Aktien-Screener kannst du das Universum, zum Beispiel den Prime All Share, nach Dividendenrenditen filtern, nach bereits realisierten und erwarteten. Dieser Desktop ist nach der bereits realisierten Dividendenrendite gefiltert. Du kannst den Aktien-Screener vollumfänglich mit einem stock3 Score Abo nutzen.

Die Börse handelt aber bekanntermaßen die Zukunft. Daher kannst Du im stock3 Terminal Dir auch die Analystenschätzungen für die Dividenden für die kommenden Jahre anzeigen lassen und nach den erwarteten Dividendenrenditen filtern. Achte dabei besonders auf die Analystenschätzungen zur Gewinnentwicklung. Ist die Rendite des Folgejahres höher als die aktuelle Rendite, hast du es mit steigenden Dividenden zu tun. Geh jedoch immer mit einer angemessenen Skepsis an diese Zahlen heran, da es sich lediglich um Prognosen handelt.

Hier ist die Liste aller Aktien aus dem Prime All Share, die auf Basis der Schätzungen für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividendenrendite von mindestens 4 % vorweisen können. Rechts daneben siehst Du auch noch die Rendite des Folgejahres.

Dividendenaktien-Klassiker: Von Felsen, Zyklikern und potenziellen Dividendenaristrokraten

Um ein diversifiziertes Dividenden-Portfolio aufzubauen, empfiehlt sich eine Mischung verschiedener Kategorien. Im Einzelaktienbereich bilden starke Dividendenzahler mit einem guten Track Record die Basis. Ergänzen kann man das Ganze mit ETFs und/oder spezielleren Fällen, beispielsweise Zyklikern und Dividendenaristrokraten. Letztere sind definiert als Dividendenzahler, die 25 Jahre in Folge die Dividende erhöht haben. Viel Auswahl gibt es in Deutschland diesbezüglich nicht. Fresenius hatte den Titel kurz inne, hielt die Dividende zuletzt aber konstant und fiel deshalb aus einem solchen Ranking. Aber es gibt einen neuen Anwärter auf den Titel. Nachfolgend einige Beispiele von deutschen Dividendenaktien.

Allianz und Munich Re

Ein klassischer Fels in der Brandung ist die Allianz. Der Versicherungskonzern liefert verlässlich und steigert die Ausschüttung Jahr für Jahr: Im Jahr 2026 wird die Allianz 17,10 EUR je Aktie an Dividende ausschütten. In den Jahren 2015 bis 2024 stieg die Dividende im Schnitt um 8 %. Allein seit 2017 hat sich die Ausschüttung mehr als verdoppelt.

Quelle: Allianz

Ähnlich stabil präsentiert sich die Munich Re. Als weltweit führender Rückversicherer profitiert das Unternehmen von steigenden Prämien und einer konservativen Bilanzierung. Die Münchener Rück ist dafür bekannt, die Dividende auch in schwierigen Jahren mindestens stabil zu halten, was sie zu einem Basisinvestment für Einkommensinvestoren macht. In den vergangenen Jahren gab es sogar einen regelrechten Dividendenboost. Alleine für die Geschäftsjahre 2022 bis 2025 hat sich die Ausschüttung von 11,60 auf 24 EUR je Aktie mehr als verdoppelt.

SAF Holland und WashTec

Wer etwas mehr Dynamik und Spezialisierung sucht, findet im Bereich der Small Caps und Mid Caps spannende Alternativen. SAF-Holland, ein Zulieferer für die Lkw- und Trailerindustrie, hat sich in den letzten Jahren operativ hervorragend entwickelt. Dank einer starken Marktposition bei Achsen und Federungssystemen sowie einem wachsenden margenstarken Servicegeschäft kann das Unternehmen attraktive Renditen von über 4 % bieten. Man sieht aber in der Historie auch, dass es bei Zyklikern Jahre geben kann, in denen die Dividende mager ausfällt oder ganz gestrichen wird.

Ein weiterer interessanter Nischenplayer ist WashTec. Als Weltmarktführer im Bereich von Fahrzeugwaschanlagen zeichnet sich das Unternehmen durch ein stabiles Basisgeschäft mit Service und Chemikalien aus. WashTec ist für eine sehr aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik bekannt und schüttet in guten Jahren einen Großteil des Gewinns aus. Hier locken oft überdurchschnittliche Dividendenrenditen, wobei Anleger die Zyklik der Automobilbranche und die Investitionsbereitschaft der Tankstellenbetreiber im Blick behalten sollten.

Fuchs Petrolub

Fuchs Petrolub hat seit 2022 die Dividende stets erhöht. Käme es also auch für das Geschäftsjahr 2026 zu einer Erhöhung, würde sich das Unternehmen 2027 den Titel "Dividendenaristrokrat" verdienen. Ein Hinweis: Bei Fuchs Petrolub gibt es Vorzugs- und Stammaktien. Erstere zahlt eine etwas höhere Dividende, letztere notiert aber mit einem deutlichen Abschlag. Daher empfiehlt es sich als Privatanleger, die Stammaktie zu kaufen. Nachfolgend die Dividendenhistorie der Vorzüge:

Dividendenhistorie Fuchs SE (Vorzugsaktie)

Jahr (Ausschüttung) Dividende je Aktie Veränderung
2026 (Prognose) ~ 1,21 € + 3,4 %
2025 1,17 € + 5,4 %
2024 1,11 € + 3,7 %
2023 1,07 € + 3,9 %
2022 1,03 € + 4,0 %
2021 0,99 € + 2,1 %
2020 0,97 € + 2,1 %
2019 0,95 € + 4,4 %
2018 0,91 € + 2,3 %
2017 0,89 € + 8,5 %
2016 0,82 € + 6,5 %
2015 0,77 € + 10,0 %
2014 0,70 € + 7,7 %
2013 0,65 € + 30,0 %
2012 0,50 € + 11,1 %
2011 0,45 € + 58,8 %
2010 0,283 € + 6,3 %
2009 0,267 € + 6,7 %
2008 0,250 € + 50,0 %
2007 0,167 € + 42,9 %
2006 0,117 € + 26,2 %
2005 0,092 € + 5,8 %
2004 0,087 € + 8,3 %
2003 0,081 € + 11,4 %
2002 0,072 € ± 0,0 %
2001 0,072 € + 7,1 %

Steuerliche Aspekte bei Dividenden

In Deutschland unterliegen Dividenden der Kapitalertragsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (gesamt 26,375 %) und ggf. Kirchensteuer. Anleger können jedoch den Sparer-Pauschbetrag nutzen (1.000 EUR für Singles, 2.000 EUR für Verheiratete), um Erträge steuerfrei zu vereinnahmen.

Die "steuerfreie" Dividende: das Beispiel Deutsche Telekom

Einige Unternehmen, wie die Deutsche Telekom, Freenet oder Vonovia, zahlen Dividenden aus, bei denen zunächst keine Abgeltungsteuer abgezogen wird. Hierbei handelt es sich um eine Einlagenrückgewähr aus dem steuerlichen Einlagekonto (§ 27 KStG). Das bedeutet, das Unternehmen schüttet nicht den aktuellen Gewinn aus, sondern zahlt den Aktionären einen Teil des früher eingezahlten Kapitals zurück.

Das Beispiel Deutsche Telekom:

  • Auszahlung: Du erhältst die volle Dividende (z. B. 1,00 EUR pro Aktie) ohne Steuerabzug auf dein Konto ("brutto für netto").
  • Der steuerliche Effekt: Die Dividende ist nicht dauerhaft "geschenkt". Die Depotbank reduziert rechnerisch deinen Anschaffungskurs. Wenn du die Aktie für 20,00 EUR gekauft hast und 1,00 EUR Dividende erhältst, sinkt dein steuerlicher Einstandskurs auf 19,00 EUR.
  • Der "Bumerang-Effekt": Beim späteren Verkauf der Aktie fällt der steuerpflichtige Kursgewinn dadurch höher aus. Die Steuer wird also lediglich in die Zukunft verschoben (Steuerstundung).
  • Besonderheit "Altaktien": Hast du die Telekom-Aktien bereits vor dem 1. Januar 2009 gekauft, bleibt die Dividende tatsächlich dauerhaft steuerfrei, da Kursgewinne bei diesen "Altbeständen" generell nicht der Abgeltungsteuer unterliegen.

Wichtig: Sobald der steuerliche Einstandskurs durch jahrelange Ausschüttungen auf 0 EUR gesunken ist, werden alle weiteren Dividenden sofort steuerpflichtig, auch wenn sie aus dem Einlagekonto stammen.

Die ETF-Alternative für passive Anleger

Wer die Zeit für die Analyse von Einzelwerten nicht aufbringen möchte, kann auf spezialisierte ETFs zurückgreifen. Ein thesaurierender ETF wie der BNP PARIBAS EASY ESG Dividend Europe (LU1615090864) reinvestiert die Erträge automatisch, während ausschüttende Varianten wie der Xtrackers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap (LU0292096186) für einen regelmäßigen Geldfluss auf dem Konto sorgen. In diesem ETF sind die 100 Unternehmen aus Industrieländern enthalten, die im Verhältnis die höchsten Dividenden zahlen. Achte bei der Auswahl unbedingt auf die laufenden Kosten, die bei diesen Strategien meist zwischen 0,3 und 0,6 % p.a. liegen! Ein ETF nimmt Dir zwar die Einzelwertauswahl ab, die Entscheidung über die geografische Gewichtung bleibt jedoch bei Dir.

Psychologie und Gesamtperformance

Das regelmäßige Gefühl, wenn Dividenden auf das Konto fließen, ist ein unschätzbarer psychologischer Vorteil. In volatilen Marktphasen hilft dieser Cashflow vielen Anlegern dabei, die Nerven zu behalten: Man wird quasi für das Warten bezahlt. Zudem können Dividendenaristokraten, die seit mindestens 25 Jahren ihre Ausschüttungen kontinuierlich erhöhen, dem Depot eine enorme Stabilität verleihen. Dennoch darf man nie den Blick für das große Ganze verlieren: Die Dividende ist nur ein Teil des Total Return. Das Ziel sollte immer ein gesundes Gleichgewicht aus soliden Erträgen und der Substanzstärke des Unternehmens sein.

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