Schrecken ohne Ende
Bisher haben Anleger auf den Krieg und Ölpreisschock mit ungewöhnlicher Ruhe reagiert. Die sonst übliche Reaktion (Crash) blieb aus. Das macht es für die Börse nicht besser.
Bisher haben Anleger auf den Krieg und Ölpreisschock mit ungewöhnlicher Ruhe reagiert. Die sonst übliche Reaktion (Crash) blieb aus. Das macht es für die Börse nicht besser.
Wer glaubt, dass der Brent und WTI Preis darüber Aufschluss geben, liegt falsch. Es sind nur zwei Preise von vielen. Die Bandbreite an Ölpreisen ist derzeit sehr groß.
Die USA versuchen, Energiepreise in den Griff zu bekommen. Ob das gelingt, ist fraglich. Das Potenzial für eine Rezession in vielen Teilen der Welt ist real.
Die derzeitige Lage ist nicht nur schwierig, sie beschreibt den größten Schock seit 1979 in Bezug auf den Ölpreis, die Transportsicherheit und die Geopolitik. Wieso geht niemand hin?
Die US-Administration ist uneins über den weiteren Verlauf der Militäroperation gegen den Iran. Wirtschaftsberater warnen vor den Folgen steigender Ölpreise, Hardliner fordern eine Fortsetzung der Angriffe. Und mittendrin ein Präsident, der mal dies, mal das sagt.
Strategische Ölreserven wurden genau für den Fall angelegt, den wir gerade erleben. Die Reserven sollen nun genutzt werden, um den Ölpreis zu deckeln und die Verfügbarkeit zu garantieren. Dennoch ist es keine vollständige Lösung der Versorgungsprobleme, die durch den Krieg entstehen.
Kein schnelles Kriegsende: Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei hat am Donnerstag angekündigt, an der Schließung der Straße von Hormuz festzuhalten und Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region fortzusetzen. Der Ölpreis steigt weiter.
Mitten in der nördlichen Aussaatsaison drohen der Landwirtschaft Rekordpreise für Düngemittel und signifikante Ertragseinbrüche bei den kommenden Ernten.
Die Schließung der wichtigsten maritimen Ölroute entzieht dem Weltmarkt täglich 20 Millionen Barrel Rohöl. Analysten warnen vor strukturellen Versorgungsengpässen, Rationierung und weitreichenden Folgen für Raffinerien.
China wird selten nervös. Es ist im Normalfall in jeder Krise die Ruhe selbst. Auch 140 % Zoll konnte China nicht aus der Ruhe bringen. Bei Öl scheint es anders zu sein. Ist Öl daher das, was zum Ende des Krieges führt?