Warum ein US-Iran-Deal mehrere Monate Zeit braucht
Die Aussicht auf eine rasche Entspannung im Nahen Osten trügt. Während öffentlich noch Optimismus gepflegt wird, rechnen Diplomaten hinter den Kulissen längst mit einem langwierigen Prozess.
Die Aussicht auf eine rasche Entspannung im Nahen Osten trügt. Während öffentlich noch Optimismus gepflegt wird, rechnen Diplomaten hinter den Kulissen längst mit einem langwierigen Prozess.
Die im Raum stehende Maut für Öltanker könnte die Staaten der Arabischen Halbinsel Milliarden kosten. Alternativ wird der Bau eines massiven Logistikprojekts im Wert von 55 Mrd. USD in den Indischen Ozean diskutiert.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen in Islamabad am Wochenende starteten die US-Indizes mit Abschlägen in den Handel, drehten aber beinahe sofort nach oben und legten im Ergebnis zu. Der Nasdaq 100 erzielte ein Plus von 1,06 %, der Dow Jones eines von 0,63 % und der S&P 500 eines von 1,02 %.
Die erste (und vorerst einzige) US-amerikanisch/iranische Verhandlungsrunde am Wochenende ist gescheitert. Nun müssen sich die Märkte wohl an den Gedanken gewöhnen, dass es doch kein schnelles Kriegsende gibt. Die Kriegsfolgen werden ohnehin noch länger zu spüren sein. Dazu die folgende Übersicht.
Krise – und keiner geht hin. Kaum traf das jemals so zu wie in der aktuellen Ölkrise. Die Straße von Hormus ist möglicherweise für viele weitere Monate unpassierbar und es scheint kaum zu stören.
Die Hersteller von Stickstoffdünger leiden unter massiven Kosten- und Lieferproblemen, die westliche Kaliproduzenten kassieren Preisprämien bei stabilen Lieferketten. Deren Aktien reagieren auf Ereignisse am Golf inzwischen "verlässlicher" als die "Krisenwährung" Gold.
Die Wahrscheinlichkeit einer raschen Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ist nach den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad drastisch gesunken, wie Wetten auf Prognosemärkten zeigen.
Islamabad-Gespräche gescheitert! Trump eskaliert wieder. Öl springt 5 %, Aktien unter Druck. Welche Marken sollten Trader jetzt im Blick haben?
Nach 21-stündigen Verhandlungen in Islamabad haben der Iran und die USA zwar Annäherungen in einzelnen Punkten erzielt, ein Durchbruch bleibt jedoch aus.
Ein temporärer Waffenstillstand sollte die Straße von Hormus öffnen, bisher ist davon wenig zu sehen. Doch selbst wenn: Die Nachwehen des Angebotsschocks belasten die Märkte auch weiterhin.