Wie wichtig sind Erzeugerpreise für die Geldpolitik?
Anleger messen der Entwicklung von Erzeugerpreisen eine große Bedeutung bei. Gilt das auch für die Notenbank?
Anleger messen der Entwicklung von Erzeugerpreisen eine große Bedeutung bei. Gilt das auch für die Notenbank?
Der Preisauftrieb in den USA hat sich im September auf Jahressicht weiter verlangsamt, allerdings nicht ganz so deutlich wie erwartet. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten überraschend stark zu. Die US-Aktienfutures tendieren in einer ersten Reaktion schwächer.
Nicht jeder glaubt daran, dass die Inflation besiegt ist. Einige Anleger greifen sogar bei Anlagen zu, die vor Inflation schützen sollen.
Die US-Notenbank hat am Mittwochabend das Sitzungsprotokoll zum Zinsentscheid vom 18. September veröffentlicht. Daraus ergibt sich, dass die Entscheidung zwischen einer Zinssenkung um 50 Basispunkte und einer Senkung nur um 25 Basispunkte wohl knapper war, als es zunächst den Anschein hatte.
Bereits vor dem Arbeitsmarktbericht war der Zinsentscheid umstritten. Jetzt, da der Arbeitsmarkt wieder aufblüht, wirkt die Zinssenkung von 50 Basispunkten fehlplatziert.
Die Zahl der neugeschaffenen Stellen lag im September deutlich über den Erwartungen. Die Aktienfutures schießen in einer ersten Reaktion hoch, EUR/USD und Gold tendieren deutlich schwächer.
Die Teuerung in der Eurozone hat sich weiter verlangsamt, wie vorläufige Daten der Statistikbehörde Eurostat zeigen. Zum ersten Mal seit dem Sommer 2021 lag die Inflationsrate im September 2024 wieder unter dem EZB-Ziel von 2 %.
Wenn sich die Wirtschaft wie erwartet entwickelt, dürfte der Leitzins in diesem Jahr noch zwei Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte gesenkt werden, sagte Fed-Chef Powell am Abend. Der Markt rechnet mit schnelleren Zinssenkungen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das EZB-Inflationsziel von 2 % zeitnah erreicht wird, hat sich nach Einschätzung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde zuletzt erhöht. Damit könnte der Weg für eine weitere Zinssenkung im Oktober frei sein.
Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im September weiter verlangsamt, wie vorläufige Verbraucherpreisdaten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Inzwischen liegt die Teuerung wieder deutlich unter 2 %.