Weekend-Flash: Ölpreis-Achterbahn – Tech-Werte tragen den Nasdaq
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Zwischen Iran-Diplomatie und Zwischenfällen in der Straße von Hormus schwankte der Ölpreis in dieser Woche ungewöhnlich heftig, während überraschend starke Einkaufsmanagerindizes die Zinsfantasie nach oben trieben. Getragen wurde die Woche am Ende von Halbleiter- und KI-Werten, die dem Nasdaq 100 ein deutliches Plus bescherten. Der DAX kam zwischen ifo-Rekordlaune und schwachen Rüstungswerten nur moderat voran.
Wochenrückblick
Der rote Faden dieser Handelswoche war der Ölpreis. Zum Auftakt bauten Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs, Trumps Signale zu einem möglichen Treffen mit Präsident Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung und Berichte über wieder anlaufende saudische Lieferungen die Risikoprämie ab: Brent rutschte zeitweise unter die 100-USD-Marke. Der Rückgang dämpfte die Inflationssorgen und verschaffte den Aktienmärkten Rückenwind, ehe ein Zwischenfall in der Straße von Hormus, Huthi-Angriffe auf saudische Ölanlagen und Drohnenattacken auf russische Raffinerien den Preis bis Donnerstag auf 106,90 USD trieben. Ein neuer iranischer Verhandlungsvorschlag drehte das Bild zum Wochenschluss erneut: Mit 104,32 USD und einem Plus von 0,43 % auf Wochensicht ging Brent nach dieser Berg- und Talfahrt fast unverändert ins Wochenende.
Die zweite prägende Kraft waren die Einkaufsmanagerindizes vom Mittwoch. In den USA sprang der Composite-Index auf 58,4 Punkte, der Dienstleistungsbereich auf 58,7. In Deutschland kletterte der Composite-Wert auf 53,8, während der Servicebereich mit 52,9 klar über die Wachstumsschwelle lag. Die robusten Daten nährten Spekulationen auf weitere Zinsschritte der Fed, woraufhin die Anleiherenditen weltweit anzogen: Zum Wochenschluss lag die US-Zehnjahresrendite bei 5,2 % und die Bundrendite bei rund 3,6 %. Am Donnerstag stieg zudem das ifo-Geschäftsklima zum fünften Mal in Folge auf den höchsten Stand seit über drei Jahren, während die SNB ihren Leitzins am Donnerstagmorgen erwartungsgemäß bei 0 % beließ.
Bei den Aktienindizes setzten sich die Technologiewerte durch: Der Nasdaq 100 führte mit einem Plus von 3,25 % auf 30.608,13 Punkte die Woche an, getragen von Halbleiter- und KI-Werten, gefolgt vom S&P 500 (+1,21 % auf 7.743,41 Punkte) und dem Dow Jones (+0,28 % auf 51.828,62 Punkte) mit deutlichem Abstand. Der DAX beendete die Woche 0,98 % höher bei 25.549 Punkten, gebremst von schwachen Rüstungs- und Wohnimmobilienwerten.
Bei Rohstoffen und Kryptowährungen fiel die Bilanz gegensätzlich aus: Gold verlor 2,34 % auf 4.321,20 USD, belastet von der Zinsspekulation und dem festeren Dollar, während Bitcoin mit einem Plus von 3,98 % auf 84.093,13 USD zulegte, gestützt von anhaltenden Nettozuflüssen in die US-Spot-ETFs und einer befristeten SEC-Ausnahme für blockchainbasierte Wertpapiere. Der stärkere Dollar zeigte sich auch bei EUR/USD, das 0,83 % auf 1,14 nachgab und zwischenzeitlich ein Zweimonatstief markierte.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Evonik Industries | +12,18 % |
| MTU Aero Engines | +9,52 % |
| Drägerwerk AG & Co. KGaA Vz | +7,56 % |
| ATOSS Software | -9,58 % |
| Porsche Automobil Holding | -8,21 % |
| Scout24 SE NA O.N | -8,13 % |
Das Wochenthema lieferte die Chemiebranche: BASF (Aktuelle Analyse) bestätigte am Freitag eine unverbindliche Ansprache zu einem möglichen freiwilligen Übernahmeangebot für sämtliche Aktien von Evonik, das auf Wochensicht 12,18 % gewann, während BASF unter der Sorge vor hohem Kaufpreis und strategischer Kehrtwende litt. Zuvor hatte Evonik selbst ein Umbauprogramm mit 3.200 Stellenstreichungen angekündigt.
Auf der Gewinnerseite stand MTU Aero Engines mit einem Wochenplus von 9,52 %, nachdem Citigroup die Aktie von Sell auf Buy hochgestuft und das Kursziel auf 445 EUR angehoben hatte. Drägerwerk setzte die Aufwärtsbewegung nach dem Allzeithoch fort und legte 7,56 % zu. Klare Verlierer waren Porsche Automobil Holding mit minus 8,21 % nach der Abstufung auf Reduce durch Kepler Cheuvreux und Scout24 mit minus 8,13 %, weil Bank of America und JPMorgan im Zuge von Metas KI-Plattform Muse vor Risiken für den Kleinanzeigen-Sektor warnten.
Daneben belastete Novo Nordisk zum Wochenstart mit einem enttäuschenden Kapitalmarkttag, ausgeweitetem Stellenabbau und Sorgen um die Patentklippe bei Semaglutid. Siemens sicherte sich von der ÖBB-Infrastruktur einen Großauftrag über 1,3 Mrd. EUR, Rheinmetall erhielt einen Auftrag über Loitering-Munition, geriet mit dem gesamten Rüstungssektor am Donnerstag aber breit unter Druck. HelloFresh senkte die Jahresziele deutlich und fiel auf ein Rekordtief, während Deutsche Bank und Berenberg bei OHB (Aktuelle Analyse) nach der Kursschwäche bis zu 100 % Potenzial sehen.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Moderna | +29,11 % |
| Everpure | +20,99 % |
| Astera Labs | +20,24 % |
| Gen Digital | -25,47 % |
| MGM Resorts International | -13,83 % |
| Paychex | -12,72 % |
Die Woche gehörte den Halbleitern. AMD überschritt erstmals eine Marktkapitalisierung von 1 Bio. USD und markierte auf dem Rücken von KI-Aufträgen, darunter ein Liefervertrag mit OpenAI, ein Allzeithoch; zum Wochenschluss hob die Bank of America das Kursziel auf 720 USD an. Apple erreichte ein Rekordhoch und knackte als zweites Unternehmen nach NVIDIA die Marke von 5 Bio. USD Börsenwert, während sich Meta Platforms (Aktuelle Analyse) 2 Bio. USD näherte, gestützt von angehobenen Kurszielen und der KI-Plattform Muse. Akamai meldete mit Anthropic eine Cloud-Vereinbarung über 11,6 Mrd. USD, NVIDIA sagte dem KI-Cloud-Anbieter Nscale 1 Mrd. USD zu, während Oracle (Aktuelle Analyse) nach einer Force-Majeure-Mitteilung zu einem Rechenzentrum in New Mexico nachgab und Super Micro Computer (Aktuelle Analyse) einen noch unbestätigten Ausbruchsversuch unternahm.
Bei den Wochen-Movern führte Everpure mit einem Plus von 20,99 %, nachdem der Konzern seine Umsatzprognose für 2028 deutlich über den Konsens angehoben hatte. Am schwächsten zeigte sich Gen Digital mit minus 25,47 %, weil Anleger das Übernahmeangebot für GoDaddy als finanzielle Belastung werteten. MGM Resorts International verlor 13,83 %, nachdem People Incorporated sein Angebot zurückgezogen hatte, und Paychex büßte 12,72 % ein, da die Jahresprognose eine Verlangsamung des Wachstumstempos impliziert.
Aus dem Berichtslager kamen gemischte Signale: Cintas übertraf die Erwartungen und hob die Prognose an, AutoZone lag beim Gewinn über, beim Umsatz unter Konsens, Darden Restaurants verfehlte den Umsatz knapp. McDonald's belastete mit einem leicht negativen US-Geschäft im August, Starbucks schließt 250 Filialen in Nordamerika.
Ausblick auf die neue Woche
Der Datenkalender verdichtet sich am Mittwoch: Aus Deutschland kommen Arbeitslosenquote (Erwartung 6,4 %) und Inflationsrate (Erwartung 3,1 %), aus den USA folgen ADP-Beschäftigungsbericht (Erwartung 70.000), BIP-Wachstum für das zweite Quartal (Erwartung 1,6 %) und vor allem die PCE-Kernrate für August, die bei 3,4 % zum Vorjahr erwartet wird und angesichts der Zinsspekulation der Vorwoche besondere Beachtung finden dürfte. Am Donnerstag steht die Arbeitslosenquote der Eurozone an, den Abschluss bilden am Freitag die Inflationsrate der Eurozone (Erwartung 3,5 %) und die US-Arbeitslosenquote (Erwartung 4,2 %).
Auf der Unternehmensseite legt am Dienstag Carnival Zahlen vor, am Mittwoch folgt mit Micron Technology der wichtigste Termin der Woche, an dem sich die Speicherchip-Nachfrage im KI-Ausbau ablesen lässt, daneben berichten Jabil und FactSet. Am Donnerstag stehen Accenture, Nike und McCormick auf der Agenda, bei Nike mit besonderem Interesse nach der jüngsten Abstufung auf Underperform.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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