Weekend-Flash: Nasdaq 100 fällt nach US-Preisdaten deutlich
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Überraschend hohe US-Inflationsdaten nährten die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung der Fed und lösten einen Ausverkauf bei KI- und Technologiewerten aus. Der Nasdaq 100 verlor auf Wochensicht 5,49 %, während der DAX mit einem Plus von 2,13 % ins Wochenende ging. Rüstungswerte, angehobene Prognosen und das deutsch-französische Auto-Paket stützten den deutschen Leitindex.
Wochenrückblick
Die US-Preisdaten bestimmten die Woche: Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 % zum Vorjahr, nach 3,4 % im August und erwarteten 3,6 %. Die Kernrate zog auf 2,6 % an. Am Donnerstag folgten die Erzeugerpreise mit einem Monatsplus von 1,3 % statt erwarteter 0,5 %. Beide Veröffentlichungen nährten die Erwartung einer weiteren Fed-Zinserhöhung, was vor allem KI- und Technologiewerte traf. Hinzu kamen Sorgen um die Verschuldung des Cloud-Anbieters CoreWeave. Bereits zum Wochenstart hatten Manager von Broadcom (Aktuelle Analyse) und Intel Kapitalengpässe signalisiert und die Debatte über steigende KI-Investitionskosten angeheizt.
Die übrigen US-Daten fielen gemischt aus: Der Einzelhandelsumsatz stieg im September um 0,1 % statt erwarteter 0,3 %, der Empire-State-Index erreichte dagegen 25,5 Punkte statt prognostizierter 10,3 Punkte. Am Freitag dämpfte Fed-Chef Kevin Warsh die Spekulation auf eine rasche Zinserhöhung im Oktober. Die Wochenbilanz blieb uneinheitlich: Während Nasdaq 100 (minus 5,49 % auf 29.187,55 Punkte) und S&P 500 (minus 1,95 % auf 7.659,44 Punkte) verloren, gewann der Dow Jones 0,67 % auf 52.002,41 Punkte.
Der DAX legte auf Wochensicht 2,13 % auf 25.622,61 Punkte zu. Dabei stieg die deutsche Inflation im September vorläufig auf 3,3 %, der europäische Erdgaspreis erreichte den höchsten Stand seit Ende 2022. Am Montag trat Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas zurück. Den Index stützten zum Wochenstart Analystenhochstufungen, am Freitag die Einigung auf das Auto-Paket und optimistische Einschätzungen zu Rüstungsaufträgen. Der IWF hob die deutsche Wachstumsprognose für 2026 von 0,7 auf 1,3 % an. EZB-Ratsmitglied Wunsch hielt eine weitere Zinserhöhung für wahrscheinlich, Bundesbank-Präsident Nagel schloss sie nicht aus.
Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, Huthi-Drohungen gegen saudische Ölanlagen und Drohnenangriffe auf russische Raffinerien verteuerten Brent auf Wochensicht um 3,52 % auf 111,97 USD. Die schnellere Freigabe strategischer Reserven durch die IEA wirkte dem nur teilweise entgegen. Gestiegene Zinserwartungen belasteten Gold, das im Wochenverlauf 0,83 % auf 4.181,1 USD verlor. EUR/USD fiel nach den Inflationsdaten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mai 2025, schloss die Woche aber 0,33 % fester bei 1,12. Bitcoin rutschte nach den Erzeugerpreisen zeitweise unter 80.000 USD und verlor auf Wochensicht 1,27 % auf 81.500,04 USD. Großen Bitcoin-Haltern wie Strategy drohte nach neuen MSCI-Regeln der Indexausschluss.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| OHB | +20,99 % |
| Rheinmetall | +16,73 % |
| HENSOLDT AG Inhaber-Aktien o.N. | +15,18 % |
| Drägerwerk AG & Co. KGaA Vz | -18,33 % |
| Siltronic | -18,15 % |
| SUSS MicroTec | -16,02 % |
Rüstungswerte verzeichneten kräftige Wochengewinne. Morgan Stanley äußerte sich am Montag optimistischer zum Sektor und erwartete am Freitag zum Jahresende steigende Aufträge aus dem Bundeshaushalt. Davon gestützt gewannen Rheinmetall (Aktuelle Analyse) auf Wochensicht 16,73 %, Hensoldt 15,18 % und der Raumfahrtspezialist OHB 20,99 %.
Die schwache chinesische Nachfrage prägte die Zahlen der Auto- und Konsumkonzerne. Volkswagen lieferte im dritten Quartal 14,3 % weniger Fahrzeuge aus, in China 38,5 % weniger. BMW setzte dort 24,8 % weniger Autos ab. LVMH wuchs organisch nur um 1 %, weil die chinesische Nachfrage um rund 15 % zurückging. Auch Hermès, Kering und Richemont gaben nach. Den Autowerten verschaffte am Freitag die Einigung Deutschlands und Frankreichs auf ein gemeinsames Auto-Paket Auftrieb.
Starke Unternehmenszahlen trafen im Halbleitersektor auf Gegenwind durch die US-Daten. ASML (Aktuelle Analyse) verdiente im dritten Quartal 12,95 EUR je Aktie statt erwarteter 10,60 EUR, hob die Umsatzprognose zum dritten Mal in Folge auf 44 bis 45 Mrd. EUR an und prüfte wegen der KI-Nachfrage einen weiteren Kapazitätsausbau. AIXTRON übertraf mit Aufträgen von rund 275 Mio. EUR den Konsens von 214,6 Mio. EUR. Die Nachfrage aus Rechenzentren trug bei Schneider Electric zu 16,9 % organischem Wachstum und höheren Jahreszielen bei. Nach den Erzeugerpreisen gerieten Chipwerte wie Infineon am Donnerstag dennoch weltweit unter Verkaufsdruck.
Auch außerhalb der Chipbranche gingen die Geschäftsergebnisse auseinander. DHL Group hob das EBIT-Ziel für 2026 auf über 7,0 Mrd. EUR an, Nordex steigerte den Auftragseingang um 29,5 % und erhöhte die Margenspanne auf 11,5 bis 12,5 %. Givaudan beschleunigte das organische Wachstum auf 8,6 % und zog Symrise mit nach oben. Drägerwerk verlor dagegen auf Wochensicht 18,33 %: Das EBIT sank im dritten Quartal um rund 15 % auf etwa 48 Mio. EUR, obwohl Zollrückerstattungen von über 16 Mio. EUR das Ergebnis stützten.
Übernahmepläne beschäftigten mehrere Branchen. BASF war offenbar zu Gesprächen über ein höheres Angebot für Evonik bereit, verlangte aber Einblick in die Bücher. Ein erstes Angebot über 22,15 EUR je Aktie hatte Evonik abgelehnt. UBS erwog offenbar Zukäufe, eine Fusion oder einen Verkauf. Berlin suchte angesichts des Vorstoßes von UniCredit bei der Commerzbank Schutz vor Übernahmen. Portugal wählte Lufthansa als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 % an der Airline TAP.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Fair Isaac | +15,52 % |
| Cognizant Tech. Solutions | +11,54 % |
| Equifax | +10,61 % |
| Ciena | -26,02 % |
| Coherent | -25,50 % |
| Rocket Lab | -25,47 % |
An der Wall Street machten Hedgefonds binnen einer Woche ihre gesamten Nettokäufe seit Anfang 2025 rückgängig. Besonders betroffen waren Neocloud-Anbieter: Bei CoreWeave wuchsen die Schuldensorgen, Mizuho senkte das Kursziel von 115 auf 88 USD. Nvidia-Chef Jensen Huang hielt eine finanzielle Absicherung durch Nvidia (Aktuelle Analyse) für unnötig. Applied Materials baute am Investorentag seine Verluste aus, während TSMC mit einem Gewinnplus von 69 % die Stärke der KI-Chipnachfrage belegte. Gegen den Trend erreichte Apple ein 52-Wochen-Hoch bei 344,75 USD. Das neue iPhone Duo war wenige Minuten nach Beginn der Vorbestellungen ausverkauft.
Die Banken eröffneten die Berichtssaison überwiegend stark. Goldman Sachs und Citigroup übertrafen die Erwartungen deutlich; Goldman steigerte den Gewinn um 29 % auf 5,3 Mrd. USD. Morgan Stanley erzielte im Aktienhandel 5,80 Mrd. USD statt erwarteter 4,90 Mrd. USD. BlackRock verwaltete nach Zuflüssen von 205 Mrd. USD ein Rekordvermögen von 15,5 Bio. USD. Dagegen verfehlte JPMorgan mit Erträgen von 50,9 Mrd. USD den Konsens. Bank of America blieb um zwei Cent hinter der Gewinnschätzung zurück und verbuchte eine Aufsichtsstrafe von 1,2 Mrd. USD. Am Freitag übertrafen Travelers (Aktuelle Analyse) mit einem Kerngewinn von 9,18 USD je Aktie statt 7,39 USD sowie Regionalbanken wie Citizens Financial (Aktuelle Analyse) die Erwartungen.
Im Gesundheitssektor hoben UnitedHealth und Johnson & Johnson ihre Jahresprognosen an, wobei eine Rückstellung für den Talkum-Vergleich den Nettogewinn von J&J auf 210 Mio. USD drückte. Im Konsumgeschäft mehrten sich dagegen Warnsignale: McDonald's wuchs flächenbereinigt in den USA nur um 0,8 %. Konzernchef Chris Kempczinski sah schwache Besucherzahlen und hartnäckige Inflation als neue Normalität der Branche. Albertsons verzichtete auf einen Jahresausblick, Netflix kündigte den Abbau von rund 6 % der Stellen an.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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