Weekend-Flash: Iran-Sorgen treiben Öl und Gold – Chipwerte geraten unter Druck
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Der Iran-Konflikt und die Sorge um die Passage durch die Straße von Hormus prägten die Börsenwoche: Öl und Gold zogen kräftig an, während die Aktienindizes auf beiden Seiten des Atlantiks nachgaben. Besonders der Halbleitersektor stand unter Druck, während Bitcoin nach der Ankündigung höherer Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums um fast ein Viertel zulegte.
Wochenrückblick
Die Woche vom 17. bis 21. August stand im Zeichen zweier gegenläufiger Kräfte: robuster Konjunkturdaten auf der einen, geopolitischer Risiken und volatiler Zinsen auf der anderen Seite. Der Iran-Konflikt und die eingeschränkte Passage der Straße von Hormus hielten den Risikoaufschlag am Energiemarkt dauerhaft hoch. Die Renditen kletterten zunächst auf Mehrjahreshochs, gaben nach der überraschenden Ankündigung höherer Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium kurzzeitig nach und zogen zum Wochenschluss mit 4,73 % wieder an.
Die Aktienmärkte gaben in diesem Umfeld nach. Der DAX beendete die Woche bei 26.136,56 Punkten mit einem Minus von 1,21 %, an der Wall Street fielen die Verluste deutlicher aus: Der Nasdaq 100 verlor 2,45 % auf 29.308,86 Zähler, der S&P 500 gab 1,43 % auf 7.674,37 Punkte ab, während der breiter aufgestellte Dow Jones mit einem Rückgang von 0,85 % auf 53.277,01 Punkte am glimpflichsten davonkam. Hauptbelastung war der Ausverkauf im Halbleitersektor, wo der Philadelphia Semiconductor Index allein am Dienstag 5,5 % einbüßte, begleitet von Warnungen vor wachsenden Kreditrisiken durch die hohen KI-Investitionen.
Abseits der Aktienmärkte zeichnete sich ein anderes Bild ab. Brent verteuerte sich um 6,63 % auf 94,39 USD, getrieben von Lieferunsicherheiten im Persischen Golf und einem Rückgang der US-Rohölbestände; die steigenden Energiepreise erhöhten den Kostendruck der europäischen Industrie und nährten die Inflationssorgen. Gold legte um 5,48 % auf 4.680,60 USD zu, gestützt vom schwächeren Dollar, der auch EUR/USD um 0,92 % auf 1,17 trug, den höchsten Stand seit Ende Mai. Den größten Sprung machte Bitcoin, der um 24,38 % auf 78.325,54 USD kletterte: Fallende US-Renditen zur Wochenmitte lösten die Liquidation von rund 1,31 Mrd. USD an Short-Positionen aus.
Auf der Datenseite überraschten die Einkaufsmanagerindizes am Freitag positiv. In den USA expandierte die Geschäftsaktivität mit einem Composite-Wert von 56 Punkten so kräftig wie seit über vier Jahren nicht, getragen vom Dienstleistungssektor mit 56,8 Punkten, während die Industrie mit 53,2 Punkten leicht zurückblieb. In der Eurozone verbesserte sich die Stimmung im dritten Monat in Folge: Der Composite-Index kam auf 52,1 Punkte, die Industrie auf 52,8. Ein Wermutstropfen blieben Deutschlands Dienstleister mit 48,5 Punkten unter der Wachstumsschwelle. Die Inflation in der Eurozone zog im Juli auf 2,9 % an, die Kernrate auf 2,5 %.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| K+S Aktiengesellschaft | +13,82 % |
| VERBIO Vereinigt.BioEnergie | +9,06 % |
| Aurubis | +6,84 % |
| SUSS MicroTec | -12,00 % |
| TKMS AG & Co. | -10,66 % |
| Infineon Technologies | -9,62 % |
Der Chipsektor bestimmte das europäische Geschehen zur Wochenmitte: Infineon Technologies verlor auf Wochensicht 9,62 % und setzte die Talfahrt fort, nachdem steigende Anleiherenditen und schwache US-Tech-Vorgaben den Halbleitersektor weltweit unter Druck gesetzt hatten. Auch AIXTRON stand im Zentrum der Abgaben, während die Debatte über die Finanzierbarkeit der Rechenzentrumsoffensiven unmittelbar auf die Zulieferkette durchschlug.
Den größten Aufreger lieferte zum Wochenschluss Volkswagen: Konzernchef Oliver Blume bezeichnete die Lage als "mehr als kritisch", verwies auf eine operative Rendite von nur 3,8 % und kündigte eine Halbierung der Modellpalette von rund 150 auf etwa 75 an. Im Raum stehen bis zu 50.000 Stellen und vier Werke. PSI Software kappte die Prognose für 2026 auf nur noch 5 % Umsatzplus und eine bereinigte EBIT-Marge (EBIT-adjusted) von etwa 2 %, begründet mit der Flaute im europäischen Stahlmarkt.
Freundlicher lasen sich andere Kapitel. Salzgitter zog nach einem Bericht über geplante stärkere Finanzhilfen in China an und war zuvor von der Bank of America mit Kaufempfehlung und 71-EUR-Kursziel in die Bewertung genommen worden, thyssenkrupp erhielt gleich mehrere Aufwertungen. CTS Eventim steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 13 % auf 899,3 Mio. EUR und drehte nach frühem Kursrutsch ins Plus, Sartorius wurde von der UBS auf Buy hochgestuft, Daimler Truck löste durch den Teilverkauf seines Archion-Anteils rund 600 Mio. EUR, und in Italien trieb Monte dei Paschi mit Angeboten für Banco BPM und Banca Generali die Bankenkonsolidierung voran.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Strategy | +28,17 % |
| Coinbase Global | +25,61 % |
| Estée Lauder Compan. Inc., The | +18,40 % |
| Nebius Group | -21,09 % |
| CoreWeave | -16,54 % |
| Jabil | -13,74 % |
Die Berichtssaison des Einzelhandels lieferte ein gespaltenes Bild. Walmart verfehlte mit 186,1 Mrd. USD knapp den Umsatzkonsens und übertraf beim bereinigten EPS mit 0,81 USD zwar die Schätzungen, enttäuschte aber im US-Kerngeschäft. Target und Home Depot übertrafen die Erwartungen, Lowe's verfehlte den Umsatzkonsens knapp, und TJX Companies hob zwar die Jahresprognose an, litt aber unter der Entwicklung im Kernsegment Marmaxx. Estée Lauder war mit einem Wochenplus von 18,40 % der Gewinner: Umsatz und bereinigtes Ergebnis je Aktie lagen deutlich über den Erwartungen, dazu kam eine angehobene Margenprognose. Deere (Aktuelle Analyse) übertraf mit 12,61 Mrd. USD Umsatz und 5,10 USD verwässertem EPS beide Erwartungen und verwies auf ein Bestellplus für 2027.
Die spektakulärste Einzelstory kam aus der Biotechnologie: Moderna und Merck legten positive Phase-3-Daten zum personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran Autogene in Kombination mit Keytruda bei fortgeschrittenem Melanom vor, was Merck auf ein Rekordhoch trug und auf europäische Werte wie Biontech ausstrahlte.
Im Technologiesektor wurde die Finanzierungsfrage zum Thema. Nebius Group verlor auf Wochensicht 21,09 %, nachdem das Unternehmen eine Wandelanleihe über 4,5 Mrd. USD angekündigt hatte, und CoreWeave gab 16,54 % ab, weil Investoren für KI-Infrastruktur-Schulden deutlich höhere Renditen fordern: Eine CoreWeave-Finanzierung über 3,5 Mrd. USD wurde zuletzt zu 10 % bepreist. Dass die Investitionen gleichwohl weiterliefen, zeigten Amazon mit der Aufstockung seiner Rechenzentrumsausgaben in Louisiana von 12 auf 18 Mrd. USD, Marvell Technology mit einer Chip-Vereinbarung für das TPU-Ökosystem von Google und Nvidia mit einer Minderheitsbeteiligung an Cloverleaf Infrastructure.
Ausblick auf die neue Woche
Die neue Woche beginnt datenarm und verdichtet sich zum Ende hin. Am Donnerstag stehen die Sitzungsprotokolle der EZB zur geldpolitischen Beratung an, ergänzt um eine Rede von BoJ-Direktoriumsmitglied Himino. Der Freitag bringt das Schwergewicht: das kanadische BIP für das zweite Quartal mit einer erwarteten Quartalsrate von 0,8 % und einer annualisierten Rate von 3,4 %, dazu die französische Inflationsrate für August mit erwarteten 2,2 % im Jahresvergleich und die Michigan-Inflationserwartungen auf Jahressicht mit einem Schätzwert von 4,3 %.
Auf der Unternehmensseite dominiert der Mittwoch. Nvidia legt Quartalszahlen vor und dürfte nach den Debatten um die Finanzierbarkeit der KI-Investitionen die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen, flankiert von Salesforce, CrowdStrike und Synopsys. Den Auftakt macht am Montag PDD Holdings, am Dienstag folgt Intuit, am Donnerstag runden Marvell Technology, Autodesk und Workday die Woche ab.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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