So will DEERE will die KI auf den Acker bringen
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- Deere & Co. - WKN: 850866 - ISIN: US2441991054 - Kurs: 620,940 $ (NYSE)
Entscheidend ist nun, ob Deere den Konzern dauerhaft vom klassischen Maschinenzyklus unabhängiger machen kann.
Im dritten Geschäftsquartal stiegen Umsatz und Erlöse um 5 % auf 12,61 Mrd. USD. Die Erlöse der Maschinensparten legten um 6 % auf knapp 11 Mrd. USD zu. Unter dem Strich verdiente Deere 1,38 Mrd. USD oder 5,10 USD je Aktie. Die operative Marge des Maschinengeschäfts erreichte 14,4 %.
Hinter den Konzernzahlen verbirgt sich ein zweigeteiltes Bild. Im Geschäft mit großen Landmaschinen und Präzisionstechnologie sank der Umsatz um 6 % auf 4,00 Mrd. USD. Die operative Marge fiel auf 13,2 %. Dagegen wuchs das Geschäft mit kleineren Agrarmaschinen und Rasenpflegegeräten um 12 % auf 3,38 Mrd. USD. Der Bereich Construction & Forestry steigerte den Umsatz sogar um 18 % auf 3,62 Mrd. USD.
Erholung ja, aber kein kräftiger Aufschwung
Das Management bezeichnet 2026 inzwischen als voraussichtliche Talsohle des Agrarmaschinenzyklus. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass 2026 den Tiefpunkt des Agrarmaschinenzyklus markiert", sagte Finanzvorstand Brent Norwood. Die Erholung dürfte nach seiner Einschätzung jedoch verhalten verlaufen und regional sehr unterschiedlich ausfallen.
Die Frühbestellungen für Pflanzmaschinen und Spritzen liegen derzeit im mittleren einstelligen Prozentbereich über dem Vorjahr. Das ist ein ermutigendes Signal, aber noch kein Beleg für einen kräftigen Aufschwung. Die Bestellprogramme laufen teilweise noch, während das Programm für Mähdrescher gerade erst gestartet ist.
In den USA und Kanada sollen die Branchenumsätze mit großen Landmaschinen 2026 um 15 % bis 20 % zurückgehen. Für Südamerika erwartet Deere ebenfalls ein Minus von 15 % bis 20 %. Hohe Zinsen und teure Düngemittel belasten dort die Investitionsfähigkeit der Landwirte. In Europa dürfte der Markt stagnieren. Steigende Weizenpreise helfen zwar, doch Hitze, Trockenheit und hohe Betriebskosten drücken weiter auf die Profitabilität vieler Ackerbaubetriebe.
Für das Gesamtjahr erwartet Deere im Bereich Production & Precision Agriculture einen Umsatzrückgang von rund 10 % und eine operative Marge zwischen 11 % und 12 %. Dass der Konzern selbst bei sehr niedriger Nachfrage zweistellige Margen erzielt, spricht für die Kostendisziplin. Es zeigt aber auch, wie stark Preiserhöhungen und Produktionsanpassungen den Abschwung abfedern müssen.
Eine wichtige Voraussetzung für die Erholung ist der Abbau der Lagerbestände. In Nordamerika sind die Bestände neuer Maschinen inzwischen knapp. Die Lagerbestände gebrauchter Großtraktoren der Modelljahre 2023 und 2024 liegen fast 40 % unter dem Vorjahresniveau. Zudem hat sich der Preisabstand zwischen neuen und gebrauchten Maschinen normalisiert. Damit verbessern sich die Voraussetzungen für neue Eintauschzyklen.
Präzisionstechnik wird zum Wachstumsthema
Die Zukunft von Deere hängt zunehmend weniger an der Zahl verkaufter Traktoren als an der darin verbauten Technologie. Besonders deutlich wird dies bei See & Spray. Das kameragestützte System erkennt Unkraut und bringt Pflanzenschutzmittel gezielt aus. Kunden erzielen damit nach Unternehmensangaben Einsparungen von mehr als 50 % beim Herbizideinsatz.
Bei den aktuellen Bestellungen soll sich der Anteil der ab Werk installierten See-&-Spray-Systeme nahezu verdoppeln. Rund ein Drittel der in Nordamerika bestellten Spritzen ist damit ausgestattet. Auch bei Pflanzmaschinen steigt der Technologieanteil. Mehr als 40 % der für das Modelljahr 2027 bestellten Maschinen enthalten fortgeschrittene Systeme wie ExactRate, ExactShot oder FurrowVision.
"Die Kunden suchen nach Möglichkeiten, ihre Erträge zu steigern und gleichzeitig ihre Kosten zu senken", sagte Agrarvorständin Deanna Kovar. Gerade weil Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel etwa 70 % der laufenden Kosten eines Landwirts ausmachen, ist der mögliche wirtschaftliche Hebel erheblich.
Die digitale Plattform John Deere Operations Center umfasst inzwischen 1,2 Mio. vernetzte Maschinen und mehr als 210 Mio. Hektar aktiv eingebundene landwirtschaftliche Flächen. Davon werden rund 77 Mio. Hektar besonders intensiv über die Plattform gesteuert und ausgewertet. Rund 450.000 Nutzer greifen monatlich auf die Anwendungen zu. Als nächsten Schritt kündigt Deere KI-gestützte Funktionen an, die aus den Betriebsdaten konkrete Handlungsempfehlungen ableiten sollen.
In einem angespannten Agrarmarkt müssen die Einsparungen den höheren Anschaffungspreis schnell und nachvollziehbar rechtfertigen. Deere will die Preise 2027 mindestens im Umfang der Inflation erhöhen. Ob Landwirte zusätzlich für immer komplexere Technik bezahlen, hängt deshalb vom messbaren Nutzen und von der Entwicklung der Agrarpreise ab.
Auch die Einigung im Streit um das Recht auf Reparatur bleibt relevant. Deere verweist darauf, dass Kunden und unabhängige Werkstätten über Operations Center PRO Service auf Diagnosedaten, digitale Handbücher und Softwareupdates zugreifen können. Welche Folgen der offenere Zugang für das lukrative Ersatzteil- und Servicegeschäft hat, ließ das Management jedoch offen.
Bauboom schützt vor der Agrarflaute
Der wichtigste konjunkturelle Stabilisator ist derzeit das Baugeschäft. Großprojekte für Infrastruktur, Rechenzentren und Energieanlagen sorgen für hohe Nachfrage. Die Auftragsbücher reichen vier bis fünf Monate nach vorne und damit deutlich weiter als die normalerweise angestrebten zwei bis drei Monate.
"Das ist ehrlich gesagt etwas mehr, als wir normalerweise im Auftragsbestand haben wollen", räumte Deere-Manager Christopher Seibert ein. Teile des Rückstands reichen bereits in das Geschäftsjahr 2027. Für Construction & Forestry erwartet Deere 2026 ein Umsatzwachstum von rund 20 %.
Die Installationen des automatisierten Steuerungssystems SmartGrade stiegen seit Jahresbeginn um mehr als 50 %, die Verkäufe von Sicherheitstechnik für Baustellen um fast 40 %. Zusätzlich gewinnt das Mietgeschäft an Bedeutung. Bereits 30 % bis 35 % der Transaktionen mit Erdbewegungsmaschinen beginnen als Mietverhältnis. In den kommenden drei bis vier Jahren will Deere außerdem schrittweise eine selbst entwickelte Baggerfamilie auf den Markt bringen.
Allerdings war der Preisanstieg von 8 % im dritten Quartal teilweise optisch begünstigt. Im Vorjahresquartal hatte Deere wegen des Wettbewerbsdrucks hohe Kaufanreize gewährt, die damals zu einem negativen Preiseffekt von rund 5 % führten. Zudem bleibt das Forstgeschäft schwach. Deere erwartet dort einen Marktrückgang von 10 %.
Zölle werden 2027 zum Gegenwind
Für 2026 erhöhte Deere die Gewinnprognose auf 4,75 bis 5,00 Mrd. USD. Der operative Cashflow der Maschinensparten soll 5,00 bis 5,50 Mrd. USD erreichen. Einen Teil der Ergebnisstärke verdankt der Konzern jedoch Zollerstattungen. Im dritten Quartal wurden 110 Mio. USD verbucht, im Gesamtjahr bisher 382 Mio. USD.
Dieser Rückenwind läuft aus. Nach Abzug der Erstattungen liegt die Zollbelastung 2026 bei rund 750 Mio. USD. "Für das kommende Jahr erwarten wir eine laufende Zollbelastung von annähernd 1 Mrd. USD", warnte Norwood. Zudem fallen im Schlussquartal keine weiteren Erstattungen an, während Forschungs- und Vertriebskosten saisonal steigen. Die Margen dürften daher gegenüber dem dritten Quartal nachgeben.
Fazit: Deere beweist am Tiefpunkt des Agrarzyklus eine gute Ertragskraft und gewinnt mit Baumaschinen, Präzisionstechnik und digitalen Diensten neue Wachstumstreiber. Ein schneller Aufschwung bei großen Landmaschinen ist jedoch nicht in Sicht. Für 2027 entscheidet sich die Richtung an den Agrarrohstoffpreisen, den Betriebskosten der Landwirte und der Frage, ob die neuen Technologien ihren hohen Preis im praktischen Einsatz tatsächlich verdienen. Mit einem KGV von 27 für das kommenden Jahr ist die Deere-Aktie trotz spannender Perspektiven derzeit ausreichend hoch bewertet. Neueinsteiger sollten abwarten.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 38,91 | 42,26 | 45,56 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 18,50 | 18,00 | 22,56 |
| KGV | 34 | 34 | 27 |
| Dividende je Aktie in USD | 6,33 | 6,58 | 7,04 |
| Dividendenrendite | 1,02% | 1,06% | 1,14% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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