Analyse
15:17 Uhr, 04.10.2026

Dieselmarkt ist so angespannt, dass jetzt die Notfallreserven geöffnet werden

Die G7 greifen massiv in den Dieselmarkt ein. 100 Mio. Barrel aus strategischen Reserven sollen die akute Verknappung bremsen. Europa hängt stärker denn je an US Lieferungen, während der Iran Konflikt und Ausfälle im Nahen Osten die Versorgung bedrohen ...

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: XC0009677813Kopiert
    Kursstand: 1.372,44 $/t (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • Gas Oil/Diesel - WKN: 967781 - ISIN: XC0009677813 - Kurs: 1.372,44 $/t (ARIVA Indikation)

Verschiebung bei Europas Dieselversorgung 2026. Europa hängt deutlich stärker an den USA, während Indien als Lieferant massiv an Bedeutung verloren hat. Laut Reuters liegen die Dieselimporte aus den USA in diesem Jahr bislang bei rund 302.000 Barrel pro Tag, nach 224.000 im Vorjahresvergleich. Saudi Arabien bleibt mit 211.000 Barrel pro Tag sehr wichtig, liegt aber unter den 237.000 von 2025. Indien bricht geradezu weg, von 137.000 auf nur noch 37.000 Barrel pro Tag, Kuwait fällt von 74.000 auf 45.000. Europas Dieselversorgung ist stärker konzentriert und damit geopolitisch verwundbarer geworden.

Seit Freitag wissen wir, dass die G7 jetzt massiv in den Öl- und Dieselmarkt eingreifen. Über die IEA sollen rund 100 Mio. Barrel Diesel, Rohöl und andere Mineralölprodukte aus strategischen Reserven freigegeben werden, über etwa 4 Monate, ein großer Teil davon bereits in den ersten 20 Tagen. Hintergrund ist die extreme Verknappung durch den Iran Konflikt, eingeschränkte Lieferungen aus dem Nahen Osten, russische Exportausfälle und niedrige Bestände. Europa ist besonders verwundbar, weil eigene Raffineriekapazitäten gesunken sind und die USA in diesem Jahr zum wichtigsten externen Diesellieferanten aufgestiegen sind.

Washington hatte vor allem Deutschland und Frankreich gedrängt, ihre großen Dieselreserven zu öffnen, zwischenzeitlich stand sogar ein US-Exportstopp im Raum. Die Europäer wollten deshalb nur zustimmen, wenn die USA auf einen solchen Schritt verzichten. Trump sagte anschließend zu, keinen Diesel Exportban zu verhängen. Frankreich hatte zuvor rund 50 Mio. Barrel europäischen Diesel plus 50 Mio. Barrel Rohöl aus IEA Beständen vorgeschlagen, das nun beschlossene Gesamtpaket liegt ebenfalls bei rund 100 Mio. Barrel.

Der europäische Großhandelspreis für Diesel (Low Sulphur Gasoil) ist am Freitag daraufhin deutlich gefallen. Übrigens gingen auch die Renditen am Markt der Staatsanleihen zurück, der Markt hat sofort auf die Nachricht reagiert. Da sieht man auch, wie die einzelnen Bereiche der Finanzmärkte miteinander verzahnt sind. Diesel-Großhandelspreise in Europa fallen am Freitag UND die Renditen der 10jährigen französischen und deutschen Staatsanleihen.

Gas Oil/Diesel
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    ARIVA Indikation

Ich kann Anlegern unter euch, die gerne Aktien handeln, die von meinem Kollegen Oliver Baron gemanagten Depots (in Select und Ultimate) nur wärmstens empfehlen. Er ist fundamental ausgerichtet, arbeitet stark mit statistischen Ansätzen und hat ein unglaublich gutes Händchen, die Aktien auszuwählen und zu kaufen, die dann auch steigen. Er outperformt Index-ETFs und er liefert sich mit Dirk Siebenhaar ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Bezug auf Performance. Klar, Dirk ist Referenzklasse.

Außerdem sehr zu empfehlen: Valentin Schelbert vom Aktienpuls360.

Sehr guter junger Kollege! Mit "sehr gut" meine ich seine Performance, die ist top notch!

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen