Analyse
16:44 Uhr, 17.08.2018

Türkische Lira: Allzeittief wieder greifbar nahe

Die türkische Lira nahm gegen Ende der Handelswoche ihre Talfahrt wieder auf und ist am Freitag gegenüber dem US-Dollar auf ein Tief bei 6,2453 gesunken. Das in dieser Woche markierte Allzeittief liegt bei 7,1099.

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Die türkische Lira legt nach der Erholung der vergangenen Tage wieder den Rückwärtsgang ein. Zum US-Dollar ist die Währung geradezu weggebrochen - zwischendurch um acht Prozent. Die türkischen Behörden haben nach Einschätzung von Experten nach wie vor keine nachhaltigen Schritte zur Stabilisierung der Währung ergriffen. Das Finanzministerium in Ankara teilte am Freitag lediglich mit, man werde die Kreditkanäle für die Firmen offenhalten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die Banken zu entlasten.

Die indirekte Leitzinsanhebung der türkischen Notenbank sorgte heute zunächst für stabile Wechselkurse. Die Zentralbank hat seit Montag dieser Woche den Geschäftsbanken einwöchiges Zentralbankgeld gemäß dem Hauptleitzinssatz von 17,75 Prozent nicht mehr angeboten. Stattdessen mussten die Banken auf Übernachtgeschäfte ausweichen, bei denen der Zins bei 19,25 Prozent liegt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnt höhere Zinsen vehement ab, die Finte der Währungshüter aber war ein Pfeiler der zeitweiligen Stabilisierung der Währung.

Als Gründe für den Wertverlust der Lira waren am Markt die von den USA verhängten Sanktionen gegen das Land sowie Sorgen über die Unabhängigkeit der Zentralbank des Landes genannt worden. Die US-Regierung zeigte öffentlich nicht zu Zugeständnissen bereit und drohte bereits mit neuen Sanktionen, sollte der von der Türkei festgehaltene US-Pastor Brunson nicht auf freien Fuß gesetzt werden. Mittlerweile hat sich die Krise weiter zugespitzt. Nach Angaben seines Anwalts lehnte es ein Gericht in Izmir am Freitag erneut ab, Brunson aus dem Hausarrest freizulassen.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag mit weiteren Sanktionen gedroht, wenn die Türkei Brunson nicht schnell freilasse. Der türkische Handelsminister Ruhsar Pekcan reagierte heute und warnte, die Türkei habe bereits im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO auf die bisherigen Strafmaßnahmen reagiert. „Und wir werden das fortsetzen.“

Die türkische Lira nahm gegen Ende der Handelswoche ihre Talfahrt wieder auf und ist am Freitag gegenüber dem US-Dollar auf ein Tief bei 6,2453 gesunken. Das in dieser Woche markierte Allzeittief liegt bei 7,1099.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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