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13:38 Uhr, 27.02.2018

S&P erhöht Bonität: Anleger schauen sich wieder in Russland um

Mit S&P siedelt bereits die zweite Agentur Russlands Bonität oberhalb vom Ramschniveau an. Mit der Bonitätsanhebung dürften nun auch konservativere Investoren in der Lage sein, in russische Anleihen zu investieren

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London/ Moskau (Godmode-Trader.de) - Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Russlands von "BB+" auf "BBB-" erhöht. Damit gelten russische Staatspapiere bei S&P nicht mehr als „Ramsch“. Die Kreditbewertung liegt nun eine Stufe über der Grenze, mit der spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Mit S&P siedelt bereits die zweite Agentur Russlands Bonität oberhalb vom Ramschniveau an. So liegt das Rating bei Fitch mit "BBB-" im Investment-Grade-Bereich. Nur bei den Kollegen von Moody's wird Russland noch mit "Ba1" und damit nach wie vor knapp im Ramsch-Bereich eingestuft.

Zur Begründung hieß es, Russland habe eines der niedrigsten Verschuldungsniveaus in den Schwellenländern. Zudem habe sich die Wirtschaft mit der Erholung der Ölpreise stabilisiert, auch die wieder stabile Währung schaffe Vertrauen. Anleger auf der Jagd nach höheren Renditen dürften sich nun wieder vermehrt in Moskau umschauen. Mit der Bonitätsanhebung dürften nun auch konservativere Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungsunternehmen in der Lage sein, in russische Anleihen zu investieren, sagte Finanzminister Anton Siluanov am Wochenende. „Die Nachfrage wird anziehen“, ergänzte Vladimir Miklashevsky, Ökonom bei der Danske Bank gegenüber Bloomberg.

Die Finanzmärkte in Moskau reagierten entsprechend mit Aufschlägen auf das neue Vertrauen der Rating-Spezialisten. Der russische Rubel stieg, die Kurse von Staatsanleihen zogen an (zehnjährige Papiere, die in US-Dollar begeben wurden, wurden zeitweise mit einer Rendite von 4,23 Prozent gehandelt; das sind etwa 0,06 Prozentpunkte weniger als in der vergangenen Woche) und an der russischen Aktienbörse kam es zu einem mehrjährigen Hoch. Der RTSI-Index stieg am Montag bis auf 1.339 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 2014.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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