SAP und TELEKOM sollen die "Bürger-App" bauen
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- Deutsche Telekom AG - WKN: 555750 - ISIN: DE0005557508 - Kurs: 30,150 € (XETRA)
- SAP SE - WKN: 716460 - ISIN: DE0007164600 - Kurs: 145,340 € (XETRA)
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) treibt die Entwicklung einer zentralen digitalen Zugangsplattform für Verwaltungsleistungen voran. Einem internen Projektdokument zufolge übernehmen die Konzerne SAP und Deutsche Telekom die technische Umsetzung der sogenannten "Bürger-App". Der Zugang zu staatlichen Dienstleistungen soll bundesweit über eine einheitliche Infrastruktur gebündelt werden.
Ein Sprecher des Digitalministeriums bestätigte die Entwicklung eines Prototyps in Zusammenarbeit mit SAP und T-Systems. "Ziel ist es, die Verwaltung effizienter, schneller und serviceorientierter zu gestalten – mit weniger Bürokratie, kürzeren Bearbeitungszeiten und einem nahtlosen One-Stop-Shop", heißt es von Seiten des Ministeriums. Bürger sollen über die App Anträge stellen, Termine buchen und Informationen abrufen können. Die Identitätsprüfung erfolgt über das geplante "European Digital Identity Wallet".
Zu den ersten Anwendungsfällen der App zählen laut den Projektunterlagen Anträge für Kindergeld und Kinderzuschlag, Wohnsitzanmeldungen, Unternehmensgründungen sowie Leistungen der Grundsicherung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt das Vorhaben und strebt eine digitale Verzahnung der Verwaltungsprozesse an. Arbeitsministerin Bärbel Bas positioniert sich explizit gegen die Fragmentierung in mehrere Einzelanwendungen.
Die Auftragsvergabe erfolgte ohne eine Großausschreibung. Laut dem BMDS greift die Regierung auf bestehende Rahmenverträge aus dem Kaufhaus des Bundes zurück (ja, das heißt wirklich so). Die beteiligten Unternehmen nutzen Strukturen, die bereits bei früheren Projekten wie der Corona-Warn-App zum Einsatz kamen. Deren Entwicklungskosten beliefen sich auf über 200 Mio. EUR.
Architektur und Aufgabenverteilung
Die technische Basis der Plattform bildet eine Kombination aus Cloud-Infrastruktur und KI-Systemen. Das Konzept sieht den Einsatz lernender KI-Agenten vor. Im Konzeptdokument heißt es dazu: "KI führt und unterstützt bei der Antragstellung. Komplexität der Prozesse rückt in den Hintergrund." Im Hintergrund sammeln Crawler die notwendigen Daten aus unterschiedlichen Verwaltungsquellen.
Die Verantwortlichkeiten der beteiligten Technologiepartner sind wie folgt aufgeteilt:
| Akteur | Zuständigkeitsbereich | Technologie / System |
|
SAP |
Plattform, Prozesssteuerung, KI |
Business Technology Platform (BTP), KI-Agenten |
|
Deutsche Telekom |
Infrastruktur, Datenspeicherung |
Cloud-Rechenzentren, operativer Betrieb durch T-Systems |
|
Schwarz Digits |
Sichere Kommunikationskanäle |
Integration des Messengers Wire |
Die Einführung der App erfolgt vor dem Hintergrund verzögerter Digitalisierungsvorhaben des Bundes. Gemäß dem Onlinezugangsgesetz (OZG) aus dem Jahr 2017 sollten ursprünglich 575 Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 vollständig digitalisiert sein. Dieses Ziel wurde verfehlt. Ende 2024 meldete der Bund die Umsetzung von 115 priorisierten Leistungen. EU-Rankings und der "eGovernment Monitor 2025" belegen einen weiterhin moderaten Reifegrad: Im EU-Vergleich für das Jahr 2025 belegt Deutschland bei E-Government-Diensten den 21. Platz von 27 untersuchten Ländern.
Nächste Schritte und Pilotphase
Der Zeitplan für die Implementierung der "Bürger-App" sieht die Fertigstellung eines ersten Prototyps im April 2026 vor. Ein Implementierungsauftrag wurde laut Dokumenten bereits Ende März geschlossen. Daran schließen sich Tests mit ausgewählten Nutzern an. Vor einer schrittweisen bundesweiten Einführung durchläuft die Anwendung einen Probebetrieb. Der Kick-off hierfür hat bereits stattgefunden. Beteiligt sind als Pilotstandorte Hamburg, Dresden, Nürnberg, Wiesbaden, Stralsund, Dortmund, die Bundesagentur für Arbeit sowie eine weitere Kommune in Bayern.


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Wenn es dann vollumfänglich funktioniert wäre es eine gute Sache.