Analyse
07:25 Uhr, 31.01.2023

SAMSUNG – Erklären die Koreaner den Preiskrieg?

Samsung berichtet heute über endgültige Zahlen für das Geschäftsjahr 2022. Dabei fällt eines sofort ins Auge: Das Unternehmen lässt die Investitionen quasi unangetastet.

Erwähnte Instrumente

  • Samsung Electronics Co. Ltd. - WKN: 896360 - ISIN: US7960508882 - Kurs: 1.180,000 € (L&S)

Über die positiv aufgenommenen Vorabzahlen berichtete ich bereits an dieser Stelle. Doch heute bekommt die Aktie nach den Zahlen eine auf den Deckel. Samsung habe keine Pläne, trotz Krise im Speicherchipmarkt und massiven Gewinneinbrüchen, die Investments in Anlagen zur Produktion zu kürzen.

Da sieht die Konkurrenz alt aus

Während viele amerikanische Chipunternehmen und Konkurrenten wie Micron, Hynix & Co. ihre Investitionen zurückfahren, rüstet Samsung weiter auf. Vermutlich nutzt das Unternehmen seine finanzielle Stärke, um die Konkurrenz unter Druck zu setzen und sie aus dem Markt zu drängen, so Marktbeobachter. Kleinere Wettbewerber können wegen des massiven Preisverfalls nicht mehr mithalten und schreiben bereits Verluste.

Im Bereich der DRAMs dürfte Samsung bereits nahe an einem Marktanteil von 50 Prozent liegen und bei NAND-Flash-Speichern halten die Koreaner rund 35 Prozent des Marktes. Samsung nutzt seine Finanzmacht, um Entwicklungen zu beschleunigen und seine Investitionen in moderne Chips auszubauen.

Analysten hatten derweil Kürzungen der Investitionen erwartet, um die Gewinne von Samsung zu stabilisieren. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Samsung geht den Industrietrend nicht mit und erwartet im zweiten Halbjahr 2023 wieder steigende Nachfrage. Darauf bereiten sich die Koreaner wohl vor.

Das erste Halbjahr wird schwierig werden, gibt Samsung offen zu. Schlechte Nachfrage und Abschreibungen auf Lagerbestände dürften belasten. Im vierten Quartal brach der Gewinn im Gesamtkonzern bereits auf ein 8-Jahrestief ein. Die Gewinne im Chipbereich fielen im vierten Quartal sogar 97 Prozent niedriger aus als im Vorjahr und erreichten den niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2009. Im ersten Quartal könnte Samsung sogar in die Verlustzone rutschen vermuten ersten Analysten.

Fazit: Samsung geht auf Angriff. Kleinere Konkurrenten dürften bald ums Überleben kämpfen, während Unternehmen wie Hynix und Micron zumindest massiv leiden werden. Auch die Aktionäre von Samsung müssen harte Zeiten überstehen. Doch Samsung hat viel Geld auf der hohen Kante und wird diese Krise meistern. Kurzfristig sind aber kaum positive Kurstreiber für die Aktie auszumachen. Die Aktie notiert heute an der Heimatbörse entsprechend schwach.

Samsung Electronics Co. Ltd.
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Der Autor hält Aktien von Samsung.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Samsung Electronics Co. Ltd. (long)

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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