Analyse

MORPHOSYS - Abwärtswelle doch unvermeidlich?

Mit dem Milliarden-Zukauf des US-Biotechunternehmens Constellation Pharmaceuticals sorgte Morphosys für einen Paukenschlag. Bisher weiß die Aktie noch nicht so richtig wohin, doch die Risiken werden damit nicht verringert.

Erwähnte Instrumente

  • MorphoSys AG - WKN: 663200 - ISIN: DE0006632003 - Kurs: 64,620 € (XETRA)

Diese Meldung hatte gesessen, und wie. Wie Anfang Juni bekannt wurde, übernimmt Morphosys Constellation Pharmaceuticals, ein US-Biotechunternehmen mit dem Fokus auf Krebstherapien zu 34 USD je Aktie in Bar. In Summe entspricht dies einem Kaufpreis von rund 1,7 Mrd USD. Daraufhin reagierten Aktionäre verschreckt und die Aktie durchlebte einen rabenschwarzen Tag. Seither wurde sich zwar wieder etwas erholt, allerdings wenig dynamisch. Der Markt ist sich weiterhin unsicher wie dieser Deal zu verorten ist.

Analysten zeigen sich besorgt

In den letzten Wochen kam es gleich zu mehreren Downgrades.

LBBW stuft Morphosys von Kaufen auf Halten ab und senkt das Kursziel von €100 auf €70.

Commerzbank senkt Kursziel für Morphosys von €150 auf €105. Buy.

JPMorgan stuft MorphoSys von Overweight auf Neutral ab und senkt das Kursziel von €105 auf €80.

Quelle: Guidants News

Aufgrund der abgetretenen Lizenzgebühren auf bestimme Medikamente an Royalty Pharma, Betriebskosten für Constellation und der generellen Risiken sahen sich Analysten gezwungen, ihre Kursziele nach unten zu korrigieren. Andererseits biete dieser Zukauf auch die Chance die Pipeline von MorphoSys zu füllen, was sich jedoch erst noch herausstellen muss. In Anlegerkreisen wird die Übernahme auch als "All-In-Deal" bezeichnet, besonders auf der Grund der Größe dieser Übernahme. Was sagt der Aktienkurs bisher dazu?

Richtungsentscheid dürfte bald fallen

Generell befinden sich die Wertpapiere aktuell in einer Hängepartie. Der bullische Konter auf die Verkäufe hin ist bereits wieder verpufft. Durch diese weiterhin fehlende Kaufdynamik und den übergeordneten Abwärtstrend könnte insgesamt eine weitere Abwärtsbewegung bevorstehen. Ein erster Schritt hierfür wäre ein Bruch des Mini-Supports bei 62,76 EUR, gefolgt von weiteren Kursverlusten über das Zwischentief bei 60,30 EUR hinaus. Bei dieser Schwäche wären in der Tat weitere Abgaben bis auf ≈55 EUR einzuplanen.

Doch formen sich Stabilisierungsbestrebungen aus und der Kursbereich bei 60,30 - 62,76 EUR kann weiter als Unterstützung ausgebaut werden, besteht die Chance auf eine nachhaltige Bodenbildung. In diesem Zusammenhang wäre es für eine Erholungsbewegung wichtig einen nachhaltigen Bruch der Abwärtstrendlinie zu erwirken, um zumindest den Anlauf auf 71,62 - 72,84 EUR zu versuchen. Könnten dann diese technische Hürde aus dem Weg geräumt werden, dürften mehr Käufer dazu geneigt sein, zumindest über einen Long-Einstieg nachzudenken.

Fazit: Die MorphoSys-Aktie sorgt bei Anlegern weiterhin für Stirnrunzeln. Mit der Übernahme von Constellation Pharma wagt das Biotechunternehmen einen großen Schritt, wobei noch unklar ist ob am Ende die Chancen die Risiken überwiegen oder umgekehrt. Ratsam wäre es daher zunächst weiterhin an der Seitenlinie zu verweilen und den Richtungsentscheid abzuwarten. In der Tendenz präferiert wird ein weiterer Abstieg, ehe es womöglich zu einer größeren Erholungsbewegung kommt. Trotzdem gilt es ein Erreichen der genannten Tradingmarken abzuwarten, um nicht voreilig aufs falsche Pferd zu setzen.


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Über den Experten

Johannes Büttner
Johannes Büttner
Technischer Analyst und Trader

Johannes Büttner begann bereits in Jugendjahren sich für die Börsenwelt zu interessieren. Nachdem er bereits zu Schulzeiten mit ersten Aktien handelte, vertiefte er seither kontinuierlich sein Wissen und wurde selbst zu einem aktiven Trader. Seine Faszination an den internationalen Finanzmärkten schlug sich vor allem in der Vertiefung seines Wissens im Bereich der Charttechnik nieder. Im Herbst 2019 absolvierte er seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und nahm sein Masterstudium im Fach Business Administration auf. Sein Handelsschwerpunkt liegt auf Aktien, Indizes, Rohstoffen und Währungen. Im Mittelpunkt seiner Analysen steht die technische Analyse. Hierbei fokussiert er sich auf die klassische Chartanalyse. Die persönliche Handelsstrategie von ihm besteht aus einem Mix aus optimalen CRV-Setups, Antizyklik und dem Turnaround-und Outbreakhandel. Dabei handelt er im kurz-bis mittelfristigen Bereich vorrangig mit Hebelprodukten und Optionsscheinen.

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