Mit diesem ETF in Metalle und Energie investieren, und dabei Rollverluste optimieren
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Erwähnte Instrumente
Auf der einen Seite die Metalle: Gold notiert Ende Mai bei rund 4.540 USD je Feinunze, nachdem es am 29. Januar mit über 5.400 USD ein Rekordhoch markiert und anschließend rund 17 % korrigiert hatte.

Silber steht bei etwa 76 USD je Feinunze und hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt, Kupfer hält sich oberhalb von 13.000 USD je Tonne.

Zum ersten Mal seit 1980 erreichten Gold, Silber und Kupfer im selben Jahr gemeinsam neue Allzeithochs.
Auf der anderen Seite die Energie: Seit dem 28. Februar ist die Straße von Hormus faktisch gesperrt, ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft normalerweise durch diese Meerenge. Brent stieg über 120 USD im Hoch.

Wer beide Stränge in einem Produkt abbilden will, landet schnell bei einem breit gestreuten Rohstoffkorb. Der BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll UCITS ETF (ISIN LU1291109616) ist einer davon, und seine Konstruktion verdient einen genaueren Blick.

Was die Metalle antreibt
Hinter der Metallrally steht ein Bündel an Treibern. Hohe Staatsdefizite, Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, recht hohe Inflation bzw. niedrige reale Zinsen lassen Anleger nach Sachwerten greifen, das war jedenfalls eine der Stories bis zum Irankrieg ("Debasement-Trade"). Hinzu kommen massive Goldkäufe der Notenbanken, die das Metall stärker als strategische Reserve denn als kurzfristiges Spekulationsobjekt behandeln. Die jüngste Korrektur zeigt aber auch, wie zweischneidig das Umfeld ist. Stärkere US-Daten, ein festerer Dollar und gedämpfte Erwartungen an Zinssenkungen drückten den Goldpreis Ende Mai bis auf 4.380 USD, das schwächste Niveau seit Ende März.
Zu den Industriemetallen: Die Kupfernachfrage wächst strukturell und in der Breite, angetrieben von Elektrifizierung, dem Ausbau der Stromnetze, Elektroautos und vor allem aber dem Stromhunger der neuen KI-Rechenzentren. S&P Global rechnet damit, dass die globale Kupfernachfrage bis 2040 um die Hälfte (!) auf 42 Mio. Tonnen pro Jahr steigt, allein die Rechenzentren dürften bis 2030 jährlich rund 1,1 Mio. Tonnen beanspruchen.
Entscheidend ist, dass das Angebot mit diesem Tempo nicht mithält. Förderausfälle in großen Minen, fallende Erzgehalte und eine auf nur rund 1,4 % geschätzte Ausweitung der Minenproduktion lassen den Markt 2026 von einem leichten Überschuss in ein Defizit kippen. Die ICSG (International Study Copper Group) veranschlagt eine Lücke von mehr als 150.000 Tonnen, UBS sogar über 400.000 Tonnen.
Diese Schere aus starker Nachfrage und stockendem Nachschub trieb den Kupferpreis zu Jahresbeginn auf ein Rekordhoch von über 14.000 USD je Tonne, im Jahresschnitt erwartet S&P Global gut 12.100 USD.
Silber profitiert von beiden Seiten zugleich, also von der Funktion als Edelmetall und "kleiner Brudes" des Goldes, sowie von der industriellen Nachfrage aus der Photovoltaik-Branche, Elektronik und E-Mobilität. Speziell die Photovoltaik wird wohl durch die aktuelle Energiekrise noch stärker boomen als zuvor.

Energie als volatilster Teil des Korbs
Bei der Energie hat sich das Bild gegenüber dem Jahresanfang massiv gedreht. Noch im Dezember rechneten Goldman Sachs und J.P. Morgan mit einem Ölüberangebot und Brent-Durchschnittspreisen um 56 bis 60 USD. Diese Prognosen sind bis auf weiteres Makulatur, seit die Straße von Hormus faktisch geschlossen ist.
Am Gasmarkt verlief die Reaktion zweigeteilt. Die Beschädigung der katarischen Verflüssigungsanlage Ras Laffan und die anschließende "Force-majeure" (höhere Gewalt) - Erklärung von QatarEnergy nahmen rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots vom Markt. Der europäische Terminpreis TTF sprang in der Spitze auf knapp 15 USD je MMBtu, der asiatische Referenzpreis JKM legte über 50 % zu.
Der US-Preis Henry Hub bewegte sich dagegen seitwärts bis schwächer, weil reichlich heimisches Angebot und begrenzte kurzfristige Exportkapazität die Knappheit nicht auf den US-Markt durchschlagen lassen, oder vielleicht sollte man sagen ließen. Im nicht zu bändigenden Energiehunger der KI-Rechenzentren spielt auch Gas eine wichtige Rolle, die auch noch viel größer sein könnte, wenn es nicht den Mangel an Turbinen gäbe (worüber sich Aktionäre von GE Vernova und Siemens Energy freuen).

Für einen Korb aus internationalen Energiekontrakten war die Hormus-Krise damit bisher ein starker Treiber.
Ende Mai kippte die Stimmung erneut. Meldungen über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe und eine schrittweise Öffnung der Meerenge schickten Brent auf Monatssicht rund 17 % nach unten in Richtung 91 USD, den stärksten Monatsrückgang seit 2020. Die Vereinbarung ist allerdings bisher weder final unterschrieben noch von US-Präsident Trump freigegeben, und Analysten warnen, dass eine Normalisierung der Lieferwege etliche Monate dauern dürfte. Die Nachrichtenlage dazu wechselt nahezu täglich.
Wie der dem ETF zugrunde liegende Index gebaut ist
Der Fonds bildet den BNP Paribas Energy & Metals Enhanced Roll Total Return Index ab (Bloomberg-Kürzel BNPIC52T). Der Index investiert long-only in einen Korb von Rohstoff-Futures aus drei Segmenten, nämlich Energie, Industriemetalle und Edelmetalle.
Das namensgebende Element ist die "Enhanced Roll"-Mechanik, die ein typisches Problem bei Rohstoff-Investments adressiert.
Rohstoff-ETFs halten nämlich keine physischen Fässer Öl oder Barren Kupfer (wobei letzteres theoretisch möglich wäre), sondern Terminkontrakte, die regelmäßig in spätere Fälligkeiten gerollt werden müssen.
Notiert der Markt in Contango, sind also die ferneren Kontrakte teurer als die nahen, kostet jeder Rollvorgang Rendite.
Der Enhanced-Roll-Ansatz wählt die Fälligkeiten gezielt so, dass dieser Verlust gemindert oder im Idealfall in einen Gewinn gedreht wird, wenn der Markt in Backwardation liegt. Backwardation ist das Gegenteil von Contango, die Kontrakte die weiter in der Zukunft liegen sind also teurer als der aktuelle.
Der angespannte Ölmarkt mit derzeit knappem Angebot begünstigt aktuell genau diese Vorgehensweise, da sich der Markt in Backwardation befindet.Die aktuelle Lage wird nicht ewig anhalten, also rechnet man für spätere Liefertermine mit einem niedrigeren Preis. Zur Verdeutlichung hier die Terminstruktur der Brent Futures.
| Kontrakt | Kurs |
| AUG26 | 93.580 |
| SEP26 | 91.350 |
| OCT26 | 89.270 |
| NOV26 | 87.510 |
| DEC26 | 85.920 |
| JAN27 | 84.510 |
| FEB27 | 83.230 |
| MAR27 | 82.290 |
BNP Paribas wies für den Zeitraum Ende 2002 bis Anfang 2018 gegenüber vergleichbaren Indizes ohne Rolloptimierung einen jährlichen Renditevorteil von 7,1 beziehungsweise 8,9 % aus. Backtests sind allerdings immer mit Vorsicht zu genießen, weil sie die Strategie im Rückblick optimal aussehen lassen. Das Prinzip selbst geht aber den größten Renditefresser im Rohstoffsegment tatsächlich an.
Das Produkt im Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Produktname | BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll UCITS ETF EUR (Cap) |
| ISIN | LU1291109616 |
| WKN | A2AE6P |
| Emittent | BNP Paribas (BNP Paribas Easy / BNP Paribas Asset Management) |
| Asset-Klasse | Rohstoffe (breiter Korb) |
| Basiswert/Index | BNP Paribas Energy & Metals Enhanced Roll TR Index (Bloomberg BNPIC52T) |
| Replikation | Synthetisch (Unfunded Swap), Kontrahent BNP |
| TER (p.a.) | 0,39 % |
| Fondsvolumen | rund 170 Mio. EUR, Stand 03/2026 |
| Auflagedatum | 25.04.2016 |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Fondswährung | EUR |
| Domizil | Luxemburg (SICAV, UCITS) |
Mit einer TER (Total Expense Ratio) von 0,39 % p.a. liegt der ETF im für strategische Rohstoffkörbe üblichen Rahmen, teurer als ein simpler Aktienindex, aber günstiger als viele aktiv gemanagte Rohstofffonds.
Für wen passt das? Der Fonds adressiert Anleger, die einen Energie- und Metallkorb als Beimischung und als Diversifikator zu Aktien und Anleihen suchen, ohne einzelne Rohstoffe selbst zu handeln. Wer gezielt nur auf Gold setzen will, ist mit einem Gold-ETC besser bedient. Wer das US-Dollar-Risiko ausschalten möchte, findet bei BNP Paribas eine währungsgesicherte Variante, die ich im März besprochen habe.
Was genau im Korb steckt
In der jüngsten Zusammensetzung zählten Gold, Silber, Brent-Rohöl, Erdgas und Kupfer zu den schwersten Einzelpositionen.
Hier der Stand Ende April. Was auffällt ist, dass pro Rohstoff mehrere Positionen gehalten werden, was mit der oben erwähnten Optimierung hinsichtlich Contango/Backwardation zu tun hat.
| Wichtigste Positionen | Anteil in % |
| FUT GOLD 100 OZ JUN 26 | 16,88 |
| FUT SILVER MAY 26 | 6,52 |
| FUT BRENT CRUDE (ICE) JUL 26 | 4,78 |
| FUT BRENT CRUDE (ICE) JUN 26 | 4,76 |
| FUT BRENT CRUDE (ICE) AUG 26 | 4,53 |
| FUT NATURAL GAS MAR 27 | 4,34 |
| FUT NATURAL GAS SEP 26 | 3,76 |
| FUT WTI CRUDE JUN 26 | 3,66 |
| FUT WTI CRUDE AUG 26 | 3,59 |
| FUT LME COPPER OCT 26 | 3,53 |
| Anzahl der Bestände im Referenzindex | 40 |
Fazit
Der hier besprochene ETF "BNP PARIBAS EASY ENERGY & METALS ENHANCED ROLL UCITS ETF EUR Capitalisation" mit der ISIN LU1291109616 ist natürlich nicht das, was die Basis eines Depots bilden sollte. Er ist vielmehr eine Beimischung, die die Performance aufpeppen und in manchen Phasen auch ein Hedge sein kann. In normalen Zeiten steigen bei einem Krieg wie im Iran Öl und Gold gleichzeitig, während Aktien fallen (womit dieser ETF ein Hegde für fallende Aktien wäre), aber was ist heutzutage an den Märkten schon normal.
Angesichts des Investitionssuperzyklus der KI-Revolution wird die Nachfrage nach Metallen wohl auf viele Jahre sehr hoch bleiben. Beim Öl hängt es entscheidend davon ab, wie sich die Lage in der Golfregion entwickelt. Denn vor dem Krieg herrschte eigentlich ein strukturelles Überangebot. Da es der Welt an potenziellen Krisenherden und Handels-Nadelöhren nicht mangelt, ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass das Vorkriegsniveau auf Jahre nicht mehr erreicht wird. Hinzu kommt der Bedarf am Ersatz von im Rahmen der Krise verbrachten Reserven und womöglich auch Erhöhung derselben als Vorsichtsmaßnahme.
Mit anderen Worten: Den ETF kann man wahrscheinlich auch weiterhin beimischen, trotz über 20 % Performance dieses Jahr.
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| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
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