Market Insights: US-Bodentruppeneinsatz? Das hat der S&P 500 gemacht!
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Die aktuelle Marktlage verlangt vor allem die Fähigkeit, den Blick über den unmittelbaren Moment hinaus auf die kommenden Wochen und Monate zu richten. Viele Kennzahlen spiegeln inzwischen bereits ein ausgeprägtes Maß an Stress, Pessimismus, Resignation und Bereinigung wider. Zugleich zieht sich der Nahost-Konflikt weiter hin, ohne dass sich bislang eine nachhaltige Entspannung abzeichnet. Sollte es über Tage oder Wochen hinweg weiter keine Fortschritte geben, dürfte der politische Druck auf Donald Trump steigen, sich zwischen maximaler Eskalation und dem Eingeständnis eines Fehlers zu entscheiden. Gerade Letzteres erscheint aus heutiger Sicht nur schwer vorstellbar.
Der S&P 500 hat inzwischen fünf Verlustwochen in Folge verzeichnet. Gleichzeitig beginnen selbst die Mag 7 spürbar zu schwächeln, während sich die Signale eines nervösen und übersteuerten Marktes mehren. Die Zahl der Intraday-Reversals ist auf den höchsten Stand seit 2015 gestiegen. An der NYSE folgte auf den historisch höchsten Down-Volume-Tag unmittelbar der höchste Up-Volume-Tag überhaupt. Auch der Optionsmarkt signalisiert bis in den Juni hinein außergewöhnlich hohe erwartete Tagesbewegungen.
Bislang verlief dieser Rückgang eher geordnet als panisch. Gerade solche Phasen fühlen sich psychologisch oft schwerer an als ein kurzer, scharfer Schock. Der Grund liegt darin, dass Hoffnung und Enttäuschung in schneller Folge wechseln und die Marktteilnehmer damit emotional zermürben.
Umso wichtiger ist der Blick auf die Fundamentaldaten, denn diese sind bislang nicht in dem Maß eingebrochen wie das Kursbild. Während die Kurse gefallen sind, wurden die Gewinnschätzungen für den S&P 500 zuletzt nicht gesenkt, sondern für alle vier Quartale 2026 sogar angehoben. Technologie bleibt dabei der zentrale Treiber, mit einem erwarteten EPS-Wachstum von rund 44 % im ersten Quartal. Gleichzeitig ist der Sektor auf Basis des Forward-KGVs auf etwa 20,5 gefallen und notiert damit unter seinem eigenen 5- und 10-Jahresdurchschnitt. Auch die Bewertungsprämie der Mag 7 ist deutlich geschrumpft. Das Marktbild bleibt schwach, aber nicht deshalb, weil die Gewinnbasis bereits kollabiert wäre. Genau darin liegt weiterhin ein wichtiger konstruktiver Punkt.
Am Ende bleibt es eine individuelle Entscheidung, die stark vom persönlichen Hintergrund, der Risikotragfähigkeit und dem eigenen Zeithorizont abhängt. Niemand weiß, was als Nächstes passiert. Gleichzeitig ist es ebenso riskant, auf den vermeintlich perfekten Boden zu warten. Zum Einstieg wird nicht geklingelt, und gerade rund um Tiefpunkte verlaufen die Bewegungen oft besonders heftig. Wer die besten Tage verpasst, verliert nicht nur unmittelbar Rendite, sondern steht zusätzlich vor der psychologisch schwierigen Aufgabe, den Kaufimpuls genau dann umzusetzen, wenn sich die Lage noch immer unsicher anfühlt. Eines bleibt sicher: Vollständige Gewissheit, dass sich der Rauch gelegt hat, wird es nie geben.
In der Theorie liest sich ein solcher Gedanke vergleichsweise einfach. In der Realität wirkt die Lage dagegen oft düster und ausweglos. Dieses Empfinden ist zu einem großen Teil das Ergebnis der aktuellen Kursverläufe und der permanenten Flut negativer Schlagzeilen. Es liegt in der menschlichen Natur, dass Warnungen und pessimistische Szenarien besonders stark im Gedächtnis bleiben und damit die Wahrnehmung dominieren. Genau deshalb erscheint der Moment häufig deutlich dunkler, als es die längerfristige Ausgangslage tatsächlich rechtfertigt.
Markttechnik, Saisonalität und Sentiment
📌 Tops & Flops YTD in den Indizes
stock3
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📌 Nasdaq 100: Abstand zwischen 10%-Korrekturen
Die Grafik zeigt, nach wie vielen Tagen ohne 10%-Rückgang der Nasdaq 100 erstmals wieder mindestens 10 % unter sein Allzeithoch gefallen ist.
- Ein Minus von 3 % kam im Schnitt 7,2x pro Jahr vor.
- Ein Rückgang von 5 % etwa 3,4x pro Jahr.
- Selbst eine 10%-Korrektur war mit durchschnittlich 1,1x pro Jahr kein seltenes Phänomen.
- Ein 15%-Rückgang kommt im Schnitt alle zwei Jahre.
- Ein 20%-Bärenmarkt etwa alle 3,5 Jahre.
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📌 Aktueller Rückgang zieht sich länger und fühlt sich deshalb zäher an als 2025
Der letzte stärkere Rückgang in 2025 war zwar deutlich tiefer, verlief mit seinen ca minus 18,9 % aber auch viel schneller und fand nach 34 Tagen seinen Tiefpunkt. Die Erholung fand ebenso schnell statt und führte innerhalb von 55 Tagen wieder zum alten Hoch. Die Frustration im aktuellen Sell-off resultiert vor allem aus dem langsamen, zähen Charakter, nicht aus seiner bisherigen Tiefe.
Wenngleich man sagen muss, dass die Mag 7 in der Vorwoche erstmals so richtig zu kippen begannen und damit dem Index einen guten Schubs gaben. Sollte sich die Mag-7-Schwäche verschärfen, dürfte der Index umso schneller rutschen. Unter der Haube ist jenseits der Mag-7-Aktien schon sehr viel Schaden angerichtet worden.
Bloomberg
📌 Die Marktschwäche konzentriert sich auf Donnerstag und Freitag
Nun ist der S&P 500 neun Donnerstage in Folge gefallen. Das gab es selten und damit ist der "Action Thursday" der schwächste Börsentag der Woche, auch im 10-Jahresdurchschnitt.
Bespoke
Auch die jüngsten Verkaufswellen rund um den Iran-Konflikt haben sich vor allem auf Donnerstag und Freitag gebündelt, während die ersten Wochentage teils sogar positiv waren. Am Wochenende arbeitet Trump eben.
Fundstrat
📌 Nach einem schwachen Q1 erschien das April-Tief historisch oft früh
Dieser Chart zeigt den durchschnittlichen April-Verlauf des S&P 500 nach negativen ersten Quartalen seit 1950. Auch in diesen Fällen schnitt der S&P 500 im Durchschnitt leicht positiv ab, mit einem durchschnittlichen Plus von 1,14 % und einer Trefferquote von 60,7 %. In diesen Fällen bildete der Markt sein Monatstief in 39,3 % der Fälle bereits in den ersten fünf Handelstagen.
Bluekurtic
📌 Ölpreisschocks führten historisch nicht automatisch zu schwachen Gewinnen
Hier hat Goldman Sachs ausgewertet, wie es sich um das Gewinnwachstum des S&P 500 in den zwölf Monaten nach früheren Ölversorgungsschocks verhalten hat.
Fazit: Ein Ölangebotsschock allein führte historisch nicht zwangsläufig zu einem Gewinneinbruch im S&P 500.
Goldman Sachs
Wichtig zu beobachten sind Inflationsdaten und das Fed Watch Tool. Derzeit sind alle Zinssenkungen in 2026 ausgepreist worden.
CME Fed Watch Tool
📌 Midterm-Jahre brachten oft deutliche Rücksetzer, gefolgt von starken Folge-Renditen
Zumindest das würde zur aktuellen Lage passen. Die Tabelle zeigt für jedes Midterm-Wahljahr seit 1950 den größten Rückgang des S&P 500 im laufenden Jahr und die Rendite in den darauffolgenden zwölf Monaten. Im Durchschnitt lag der maximale Drawdown bei 16,1 %, im Median bei 15,6 %. Gleichzeitig waren die anschließenden Einjahresrenditen durchweg positiv und im Schnitt mit 36,4 % sehr stark. Das könnte sich auch dieses Jahr so wiederholen.
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📌 Wer die besten Börsentage verpasst, verliert einen großen Teil der langfristigen Rendite
Wie stark einzelne extrem gute Handelstage für die Gesamtperformance des S&P 500 ins Gewicht fallen? SEHR STARK! Seit 1928 liegt die durchschnittliche Jahresrendite des Index bei rund 8 %. Lässt man aber jeweils die zehn besten Tage weg, dreht die Rendite ins Minus auf etwa -13 %.
Seit 2016 kommt der S&P 500 auf rund 14 % Rendite pro Jahr. Wer in diesem Zeitraum die zehn besten Tage verpasst hätte, wäre stattdessen bei -9 % gelandet. Das zeigt, dass ein großer Teil der langfristigen Wertentwicklung oft an nur wenigen sehr starken Tagen entsteht. Daher solltet ihr beim Timing aufpassen!
Fundstrat
Old But Gold – Die Highlights aus über einem Jahr Market Insights
📌 Bewertung fällt überproportional
Diesen Plot-Chart hatten wir ja schonmal und jetzt mit einem spannenden Update. Hier wird das Forward-KGV des S&P 500 ins Verhältnis zur erwarteten Gewinnmarge gesetzt. Ziel: Den langfristigen Zusammenhang zwischen Bewertung und Profitabilität zeigen.
Die aktuelle Bewertung liegt trotz weiterhin hoher erwarteter Margen klar unter der langfristigen Trendlinie und das sogar mehr als eine Standardabweichung darunter. Das bedeutet, dass der Markt gemessen an seiner aktuellen Profitabilität niedriger bewertet ist, als es der frühere Zusammenhang normalerweise nahelegen würde.
Die Grafik darf nicht nur als KGV-Rückgang gelesen werden, sondern mehr als Entkopplung zwischen weiter hoher Profitabilität und Bewertung. Der S&P 500 ist im Verhältnis zu seiner aktuellen Ertragskraft spürbar günstiger geworden ist.
Duality Research
Magnificent 7, Technologie & Software
📌 Rückgang der Mag 7 nähert sich wieder dem Ausmaß vom Sommer 2024
Bloomberg
📌 Defensive Sektoren sind auf PEG-Basis teuer
Versorger kommen im Median auf ein PEG von 2,4, Basiskonsumgüter auf 2 und Gesundheit auf 1,6. Technologie liegt mit 1,4 unter mehreren defensiven Sektoren.
Compound
Wusstest Du ...?
📌 Selbst führende KI-Firmen arbeiten weiter mit klassischer SaaS-Software
Alle reden von "KI frisst Software". Ja, aber nicht jede. Wie häufig bestimmte Enterprise-Software-Tools in Stellenausschreibungen von OpenAI und Anthropic in den vergangenen zwölf Monaten erwähnt wurden, wird hier gezeigt.
Viele etablierte SaaS-Produkte werden genannt, allen voran Salesforce mit 108 Nennungen, Workday mit 80, NetSuite mit 77, Google Workspace mit 75 und Slack mit 72. Auch Tools wie Looker, Tableau, GitHub und Stripe kommen häufig vor.
Selbst Unternehmen an der Spitze der KI-Entwicklung setzen im operativen Alltag weiterhin stark auf bestehende Unternehmenssoftware. Zudem werden autonome KI-Agenten alle selbst Software-Abos haben bzw. pro Token-Konsum zahlen. Noch mehr Nachfrage für Software.
Redpoint
📌 Nach US-Bodentruppeneinsätzen war der S&P 500 historisch meist stabil bis positiv
Die Charts zeigen die Entwicklung des S&P 500 nach größeren US-Bodentruppeneinsätzen seit dem Zweiten Weltkrieg. In vielen der Fälle brach der Index in den Monaten danach nicht ein, sondern entwickelte sich oft stabil bis positiv. In 17 von 18 Fällen lag der S&P 500 sechs Monate später im Plus.
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