SENTINELONE – Wieso kommt dieser Cybersecurity-Player nicht ins Laufen?
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- SentinelOne - WKN: A3CTJC - ISIN: US81730H1095 - Kurs: 18,020 $ (NYSE)
SentinelOne hat nach dem Ausfall bei CrowdStrike den Anspruch, Kunden von seinem Hauptkonkurrenten abzuwerben. CEO Tomer Weingarten scheute sich nicht, diese Ambitionen öffentlich zu machen. Auch innerhalb der Earnings Präsentation stellt man sich wieder über alle. Naja, der Kursverlauf spricht Bände. CrowdStrike gewinnt weiter massiv an Traktion und der Kunden-Boost bei SentinelOne? Ich sehe ihn nicht. Was ich sehe, das folgt nun.
Der Umsatz lag bei 277 Mio. USD (21 % Wachstum YoY) und leicht unter dem Konsens. Rule of 40 mit 34 % weiter untererfüllt, weil die operative Cashflow-Marge mit 14 % sich YoY von 22,8 % deutlich verschlechtert hat. Reminder: CrowdStrike wächst bei 1,25 Mrd. USD Quartalsumsatz schneller als SentinelOne!
AktienPuls360 bekommt ab sofort eine klarere Struktur
Mit dem Update wird das Angebot in drei spezialisierte Depots aufgeteilt. Neu hinzu kommt ein zweites Depot von mir, damit kurzfristige Einzelaktien-Trades künftig getrennt von meinen langfristigen Investments umgesetzt werden können. In der derzeitigen Marktlage läuft das kurzfristige Trading hervorragend. Seit Juni 2025 sind es 187 % - das kann ich nun endlich auch abbilden. Im Gegenzug wird das bisherige Gemeinschaftsdepot „360 Top Picks“ eingestellt.
Künftig gibt es damit mein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, mein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot mit klarem Fokus auf chartbasierte Trades.
Zusätzlich führt das Update eine neue Empfehlungsliste ein. Setups, die noch nicht im Depot liegen, werden nun zentral an einem Ort gesammelt. Auch die Analysen werden neu gegliedert. Unter „Beiträge“ gibt es ab sofort getrennte Reiter für Chartanalysen und Fundamentalanalysen. Die ersten Trades im neuen Depot wurden bereits getätigt.
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Die aktuelle Depotperformance? Nasdaq 100 seit Auflage jeweils outperformt
Die ARR stieg um 23 % auf 1,163 Mrd. USD (wichtigere Metrik als Umsatz). Auf den ersten Blick wir man bei der Net-New-ARR von 44 Mio. USD ( +55 % YoY) denken "Krass!", aber das ist einfach, wenn die NNARR im Q1 2026 um 25 % rückläufig war. Man hat nun vier Quartale mit positivem NNARR Wachstum. CrowdStrike im abgelaufenen Quartal auf fast 10x die NNARR mit 331 Mio. USD und 48 % YoY Wachstum. CrowdStrike berichtet noch Ergebnisse.
Lösungen außerhalb des klassischen Endpoint-Geschäfts machen inzwischen rund die Hälfte der gesamten ARR aus. SentinelOne will sich aus der hart umkämpften Endpoint-Schublade herausbewegen, gleichzeitig sagen sie aber, dass Endpoint Security im KI-Zeitalter weiterhin der wichtigste Kontrollpunkt bleibt. Was Weingarten aber gut ergänzt, ist, dass sich die Definition des Endpunkts erweitert, weil KI-Workloads zunehmend auch in Cloud-Workloads und agentischen Umgebungen laufen.
Die Zahl der Kunden mit mehr als 100.000 USD ARR stieg um 17 % auf 1.702, verlangsamte aber das Wachstum weiter.
Die Non-GAAP-EBIT- Marge lag bei 4 % (vs. Vorjahr minus 2 %). Das entspricht einer Verbesserung um rund 550 bps. Toll, aber nach GAAP sind es weiter minus 29 % (nach -38 %). Also extrem unprofitabel wegen vor allem den SBCs (30 % des Umsatzes und fast 100 % der Opex!) und das bei Wachstum, das auch profitable Player hinbekommen. Wo ist da der Charm? Die Marketingquote verbesserte sich auf 47,8 % (nach fast 60 % im Q1 2026)! Verkauft sich wohl nicht so einfach und man muss viel Rabatte gewähren. Das Thema Untererfüllung der Rule of 40 will man aber künftig angehen und die Margen verbessern. Den höchsten Hebel sieht man bei den Sales-&-Marketing-Aufwendungen. Das würde ich auch so sehen, oder eben den SBCs.
Restrukturierung gibt es auch und 8 % der Mitarbeiter müssen gehen. Im Q2 erwartet SentinelOne rund 25 Mio. USD Restrukturierungskosten. Nach vollständiger Umsetzung sollen die Maßnahmen rund 45 Mio. USD annualisierte Einsparungen bringen. Raymond James bewertet den Personalabbau als schwer nachvollziehbar. Folglich wird auf 18 USD gesenkt und von "Strong Buy" auf "Market Perform" abgestuft. SentinelOne erwartet aber keine Go-to-Market-Disruption. Die Anpassungen sollen im laufendem Performance-Management erfolgen und den Vertrieb eher fokussieren.
Ausblick
Für das zweite Quartal erwartet SentinelOne 290 Mio. USD Umsatz (weitere Verlangsamung auf 20 % Wachstum). Auch das liegt leicht unter dem Konsens von 292 Mio. USD.Für das Gesamtjahr bleibt die Umsatz-Guidance bei 1,195 bis 1,205 Mrd. USD (20 % Wachstum). Positiv ist, dass SentinelOne jetzt 115 bis 125 Mio. USD Non-GAAP-EBIT erwartet, was eine Non-GAAP-EBIT-Marge von 10 % wären. ABER hier werden die Restrukturierungskosten ausgeblendet. Was für möglichen Konservatismus spricht ist, dass die RPOs mit 30 % YoY auf 1,5 Mrd. USD stiegen und sich die Net Retention verbesserte.
Wie auch bei Okta wollten die Analysten wissen, wie sich Initiativen wie Project Glasswing (Claude Mythos), Daybreak und die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung auf das Ausgabeverhalten von Kunden auswirken. Weingarten sagte, diese Entwicklungen erhöhten die Dringlichkeit bei Kunden, weil KI-Modelle nicht nur Software-Schwachstellen finden, sondern auch Schwächen in breiteren Netzwerk- und Infrastrukturumgebungen ausnutzen könnten. Bei Okta hieß es, es würde nichts ändern. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich hier eher im Lager SentinelOne bin und mich vor allem auf die Kommentare von CrowdStrike auf diese Frage freue.
Fazit
SentinelOne meldete eine klare ARR-Beschleunigung, bestätigte aber nur die Jahresumsatz-Guidance. Diese Widersprüchlichkeit lässt die Aktie vorerst abstürzen. Man erwartet weiterhin positives NNARR-Wachstum für das Gesamtjahr. Die Verbuchung der Umsätze hänge aber auch vom Timing größerer Deals ab. Der überwiegende Teil soll erst ab der zweiten Jahreshälfte anlaufen. Damit begründete das Management, warum die ARR-Dynamik nicht sofort zu einer höheren Umsatzprognose führte.
SentinelOne bleibt für mich maximal eine Spekulation auf eine Übernahme. Die Zahlen verbessern sich, aber es gibt einfach attraktivere Alternativen, die schon mehr Profitabilität und Wachstum in größeren Sphären beweisen. Ein kleinerer Cybersecurity-Player, der auch zu meinen Top Picks für 2026 zählt, sehe ich deutlich spannender, weil dieser das Cybersecurity-Portfolio sehr gut ergänzt und komplementiert. Mehr im AktienPuls360, wo der deutlich Nachkauf über 30 % vorne liegt.
Viel Erfolg wünscht Dir Valentin
Charttechnische Einordnung von Rocco Gräfe
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