Kommentar
14:17 Uhr, 30.05.2026

Jeff Dorman warnt: Lage bei Strategy ist "außer Kontrolle geraten"

Arca-CIO Jeff Dorman warnt vor Strategys Finanzierungsmodell: Die wachsenden Dividendenpflichten setzen die Bitcoin-Strategie zunehmend unter Druck.

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Strategy gerät wegen seines Finanzierungsmodells mit Vorzugsaktien erneut in die Kritik. Die Lage bei Strategy sei “außer Kontrolle geraten”, schrieb Arca-CIO Jeff Dorman zuletzt auf X. Er bezog sich dabei auf Vorzugsaktien im Umfang von rund 15 Milliarden US-Dollar, die jährliche Dividendenverpflichtungen von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar mit sich bringen. Dorman warnte, dass die Struktur bei anhaltend volatilen Marktbedingungen zunehmend schwer zu steuern sein könnte.

Vorzugsaktien ein Fehler?

Dorman kritisiert vor allem das Finanzierungsmodell von Strategy. Es umfasst umfangreiche Emissionen von Vorzugsaktien, die feste Dividendenzahlungen nach sich ziehen. Strategy hat fünf Vorzugsaktien ausgegeben: STRK, STRF, STRD, STRC und STRE. Sie unterscheiden sich jeweils bei Dividendenbedingungen, Rangfolge und Risiko innerhalb der Kapitalstruktur.

Dorman zufolge basierte das Modell auf der Annahme, dass Bitcoin stark genug weiter steigen würde, um die Verpflichtungen zu tragen. Er beschrieb es als Wette darauf, dass BTC “kurz vor dem Moon” stehe und künftige Zahlungen finanzieren könne.

Zwar hätten die Kapitalerhöhungen über Aktien das kurzfristige Ausfallrisiko verringert. Dorman hinterfragt jedoch, was danach folgte. Besonders den Rückkauf von Anleihen mit Laufzeit 2029 bezeichnete er angesichts der laufenden Dividendenlast als “rätselhaft”.

Laut Dorman läuft die Struktur am Ende auf zwei harte Szenarien hinaus: Entweder müsse Strategy “BTC verkaufen, um die Vorzugsaktien zu bedienen”, oder das Unternehmen müsse “die Dividende aussetzen”. Beide Optionen hätten direkte und asymmetrische Folgen für Strategy, seine Investoren und Bitcoin selbst.

Strategy vor Bitcoin-Verkauf

Zuletzt bestätigte Strategy-CEO Phong Le, dass das Unternehmen künftig möglicherweise Bitcoin verkaufen werde. Zuvor hatte Executive Chairman Michael Saylor Mitte Mai eine solche Möglichkeit ins Spiel gebracht. “Wir werden wahrscheinlich irgendwann Bitcoin verkaufen, aber wir werden unsere Bitcoin-Bestände netto erhöhen und, noch wichtiger, unsere Bitcoin pro Aktie steigern”, sagte der CEO am Donnerstag in einem Exklusivinterview bei CNBC Fox Business.

Am Markt steigen derweil die Erwartungen, dass Strategy BTC verkaufen wird. Auf der Prognoseplattform Polymarket legten die Wahrscheinlichkeiten für einen Verkauf im Jahr 2026 zuletzt stark zu. Der Markt “MicroStrategy sells any Bitcoin by” zeigt eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent bis zum 31. Dezember 2026, 71 Prozent bis zum 30. Juni und 18 Prozent bis zum 31. Mai. Grund dafür ist auch ein verdächtiger Bitcoin-Transfer.

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