Kommentar
14:14 Uhr, 02.03.2026

Market Insights: Defensive hat jetzt das höchste Risiko am Aktienmarkt

Mit den Market Insights bist Du bestens informiert – ob Markttechnik, Saisonalität, Sentiment oder spannende Fakten und Statistiken. Mein Versprechen: Jeden Montag wirst Du mit den Market Insights mindestens eine neue Erkenntnis gewinnen!

Der US-Aktienmarkt wirkt gerade wie ein Puzzle, das jemand auf dem Tisch ausgeschüttet hat. Viele Teile, wenig Ordnung. Die großen Indizes erzählten bisher "nichts passiert". Unter dem Deckel läuft der Umbau, und der wird von einer einzigen Angst getrieben: KI kippt von "Chance" zu "Preisdruck". Iran und Trumps Zölle wurden zum Nebenschauplatz... bis es dann auch an dieser Front losging. Erneut fällt der Start auf das Wochenende. Mehr in meinem Artikel. 👉 Eskalation zwischen Israel, USA und Iran: Was frühere geopolitische Schocks für den S&P 500 bedeuten (exklusiv im AktienPuls360).

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Im AktienPuls360 habe ich mich mit Rocco Gräfe als Mann mit über 20 Jahren Erfahrung in Charttechnik zusammengeschlossen und wir kombinieren unsere Talente miteinander. Tiefes fundamentales Research & passende charttechnische Einstiege sind keine Traumvorstellung, sondern sind seit Anfang September 2024 Realität.


Und damit zurück. In den letzten Wochen haben Releases wie Anthropic’s Claude Code das Narrativ gebildet. Folgendes Muster ist typisch für 2026. Ein neues Tool geht viral, eine These wird zur Erzählung, und schon wird Risiko reduziert. Erst der gehypte "Something Big is Happening"-Artikel, dann am letzten Sonntag der dystopische Blogpost von Citrini, der ein Gedankenspiel mit über 10 % Arbeitslosigkeit, Deflationsspirale, Kreditkrise und "Geister GDP" skizziert. Verdächtig überzeugend geschrieben (das können auch LLMs). Trotzdem reicht es, um selbst Large-Caps zu crashen. PS: Citrini hat im Hintergrund selbst einen Hedgefonds laufen.

📌 Breiter Abverkauf nach Citrini-Bericht

Am vergangenen Montag fielen sämtliche im Bericht genannten Aktien ins Minus. Die Spannweite reichte von moderaten Verlusten bis zu Rückgängen von mehr als 10 %. Viralität reicht aus, um selbst Booking, Visa, Mastercard & Co zu crashen.

Factset

Nach diesem fiktiven Artikel ist nun jeder hypersensibel auf Arbeitsmarkt-Meldungen. Einerseits berichtet Citadel, dass sich die KI-bedingte Arbeitsplatzverdrängung noch nicht in der Software-Branche zeigt, da Stellenausschreibungen für Software-Ingenieure um etwa 11 % im Jahresvergleich steigen. Die Nachfrage nach Software-Entwicklern soll bis Anfang 2026 deutlich anziehen, während allgemeine Stellenausschreibungen nur moderat wachsen.

Citadel

Virales KI-Amageddon-Gedanken-Experiment schickt Aktien auf Talfahrt

Bestätigt BLOCK das Citrini Doomsday Szenario? (exklusiv im AktienPuls360)


Bisher sieht der Makro-Unterbau nicht nach Absturz aus. Ja, es gibt Unsicherheitsfaktoren, wie die Erzeugerpreise zuletzt oder der Wechsel an der Fed-Spitze im Mai. Aber keine Rezession in den Daten. Gleichzeitig knallt es in Tech. Software erlebt den größten nicht-rezessiven Drawdown seit drei Jahrzehnten. Indextrader merken nicht mal, dass das in Einzelaktien längst passiert ist.

Was wie KI-Doom aussieht, ist vor allem Rotation. Kapital wandert in Value, Rohstoffe, Ausland, Small Caps. Also in alles, was unterbesessen wirkt und optisch "billig" aussieht. Wenn ein Tech-Gigant wie Microsoft plötzlich auf einem Multiple nahe einem Ölkonzern wie Exxon handelt, ist das kein Tech-Exzess. Das ist Rotation-Exzess.

📌 Index ruhig, Einzeltitel extrem

Der S&P 500 handelt aktuell in einer Zwei-Monats-Range von nur 3,7 % und damit in einer der engsten Handelsspannen seit 2006. Vergleichbare Niveaus traten zuletzt im Juli 2007, Juli 2015 und September 2017 auf. Selbst in Phasen erhöhter Unsicherheit blieb die Bandbreite selten so eng wie heute.

Parallel dazu erreicht die Differenz zwischen der durchschnittlichen Ein-Monats-Volatilität einer Aktie und der Indexvolatilität rund 25 Punkte. Dieser Spread ist der höchste Wert im gesamten Beobachtungszeitraum seit 2002. Frühere Spitzen lagen deutlich darunter, selbst während 2008 oder 2020.

Niedrige Indexvolatilität bei gleichzeitig hoher Einzelvolatilität impliziert stark reduzierte Korrelationen und eine ausgeprägte Titel-Streuung. Ein extrem toxischer Cocktail, der mit den extrem starken Nvidia-Earnings offenbarte, wie es eigentlich unter der Haube aussieht.

Kapital rotiert aggressiv zwischen Sektoren und Faktoren, wodurch sich Bewegungen gegenseitig im Index neutralisieren. Bisher.

Brian Garrett

📌 Software-Breite kollabiert

Im Software Sektor fällt der Anteil der Aktien über ihrer 200-Tage-Linie zuletzt auf rund 7 %. Historisch lagen vergleichbare Extremwerte nur bei etwa 5 % im Jahr 2020, 4 % im Bärenmarkt 2022 und rund 6 % während der Korrektur 2025.

Strategas

Markttechnik, Saisonalität und Sentiment

📌 Tops & Flops YTD in den Indizes

stock3 Terminal

stock3 Terminal

📌 Tech-Momentum auf Extremniveau

Der aktuelle Spread der Extremwerte zwischen High- und Low-Performance im Russell-1000-Information-Technology-Momentum übertrifft frühere Phasen und Niveaus, die zuletzt um das Jahr 2000 beobachtet wurden. Unten sieht man auch, wie sehr sich die Bewertungsdifferenz zwischen günstigsten und teuersten Quantilen ebenfalls stark ausgeweitet hat.

RenMac

📌 Tech günstiger als Konsum?

Derzeit notiert das Forward KGV für Information Technology bei rund 23 und damit unter Consumer Discretionary mit etwa 28, unter Industrials bei rund 26 sowie leicht unter Consumer Staples bei etwa 24. Noch im Oktober 2025 lag Tech nahe 31 und damit klar über allen drei Vergleichssektoren. Wie viel weiter man das Versteckspiel in die defensiven Sektoren treiben kann, darfst Du für Dich entscheiden.

BofA

📌 Das Forward-KGV der Consumer-Staples-Unternehmen erreicht den höchsten Stand seit dem Jahr 2000.

Factset

📌 Costco und Walmart teurer als Amazon

Costco liegt bei 44,3, Walmart bei 38,3. Amazon steht bei 22. Der Markt bezahlt bei Costco und Walmart nicht Wachstum, sondern Verlässlichkeit. Planbare Umsätze, defensive Nachfrage, starke Preissetzung und das Narrativ, dass sie in jeder Konjunktur Kunden anziehen. Das drückt das Risiko im Bewertungsmodell und zieht das Multiple hoch. Amazon bekommt den Abschlag, weil Gewinne stark von Investitionen abhängen. Nichtsdestotrotz ist der Spread so groß wie selten zuvor.

Charlie Bilello

📌 Defensive Rotation auf Extremstand

Über die vergangenen 63 Handelstage steigen Energie um 18,8 % und Basiskonsum um 14,4 %, während Finanzwerte minus 1,6 % und Tech minus 4,7 % verzeichnen. Diese Konstellation trat seit 1990 lediglich zweimal zuvor auf, im August 1990 und im Juni 2000.

In beiden Fällen folgte auf Sicht von 126 Handelstagen eine negative S&P-500-Rendite von minus 2,1 % beziehungsweise minus 11,6 %. Mit der Eskalation zwischen Israel, USA und Iran dürfte Energie bspw. weiter anziehen.

3Fourteen Capital

📌 Nasdaq entkoppelt sich von Software. Tiefste Korrelation seit 2001

Die Sechs-Monats-Korrelation zwischen Nasdaq 100 und dem Software-Sektor markiert den niedrigsten Wert im gesamten Zeitraum seit 2001.

Bluekurtic

📌 Wer blinkt zuerst? Analysten oder der Markt?

Der S&P 500 Software & Services Index befindet sich in einem Drawdown von -28,41 %, während die Kursziele nur um 4,60 % gefallen sind. Das passiert meist nur, wenn eine Seite noch in der alten Realität lebt.

Kursziele hängen an Modellen und an Gewinnschätzungen, und die reagieren träge. Kurse reagieren sofort auf Risiko oder Narrative. Wenn Zinsen hoch bleiben, Budgets straffer werden oder KI-Ausgaben andere IT-Projekte verdrängen, komprimiert das Multiple heute, auch ohne dass EPS-Schätzungen schon fallen. Analysten warten oft auf Guidance und Zahlen, bevor sie drehen.

Für Dich heißt das: Nicht auf die +34 % vertrauen, sondern beobachten, ob die nächsten Quartale die Modelle bestätigen! Wenn nicht, werden die Kursziele nachträglich "realistisch". Bisher sieht man kein Bröckeln.

Bloomberg

📌 Folgt jetzt das saisonale Hoch?

Historisch steigt der Index im Zwischenwahljahr häufig ab März an und erreicht im Zeitraum März bis April ein Zwischenhoch. Von Mai bis Oktober fällt der historische Durchschnitt in negatives Terrain und markiert im Herbst ein zyklisches Tief. Erst gegen Jahresende dreht der Index wieder nach oben.

Heuer sieht es eher danach aus, dass wir jetzt (vorerst) runter drehen. Solche saisonalen Verläufe sind keine Garantie, dass es so kommt. Siehe jetzt.

Ned Davis Research

Auffällig ist der Unterschied zu den Folgejahren. Während das Midterm-Jahr eine Pause im Aufwärtspfad darstellt, beschleunigt sich die Performance im Vorwahljahr deutlich und steigt historisch auf über 20 % kumulierte Rendite an, bevor im Wahljahr weitere Zugewinne folgen. Aufmerksame und treue Leser erinnern sich an die Grafiken.

Carson

Magnificent 7, Technologie & Software

📌 Ist das Mag-7-"Premium" wirklich weg?

Basiskonsumgüter stehen bei 23,6 Forward-KGV, die Mag 7 ohne Tesla bei 23,5. Damit liegt die Tech-Elite heute auf dem Niveau, teils sogar minimal unter dem defensivsten Bereich des Markts. Viele reden immer noch, als wären die Mag 7 "teuer wie 2021". Der Chart sagt das Gegenteil. Defensive Qualität wurde gekauft, fast wie eine Anleihe mit Markenlogo. Das Risiko sitzt eher in den Erwartungen an Stabilität bei Staples als in einem Tech-Premium, das aktuell kaum existiert.

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Spannende Earnings diese Woche

Earnings Whispers

📅 Am Montag:
☀️Kaspi.kz
🌙 MongoDB, Credo, AST Space, Core Scientific, Archer, StoneCo, Plug Power, Asana

📅 Am Dienstag geht es weiter mit:
☀️ Sea Ltd, Thales, AutoZone, Beiersdorf, VAT, Schaeffler, Best Buy, Macys, Sportradar, Thor Industries, ASM Int., Palfinger
🌙 Crowdstrike, Ross Stores, Gitlab, Box

📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️ Bayer AG, Adidas, Continental, Symrise, Dycom, Evonik, Bilfinger, Redcare Pharmacy, Flatex, Abercrombie
🌙 Broadcom, Veeva, Okta, American Eagle

📅 Am Donnerstag folgen:
☀️DHL, Merck, Ciena, Fastenal, Kroger, Jd.com, UMC, Prada, Bilibili, Andritz, Renk, Victorias Secret, Dürr, LEG Immo
🌙 Costco (Monate. Update), Petrobras, Marvell, Samsara, GAP

📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ JinkoSolar
🌙 Dino Polska


Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin

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