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10:26 Uhr, 10.02.2015

Inflation in China fällt auf Fünf-Jahres-Tief

Die Inflationsrate im Reich der Mitte ist im Januar auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Nun droht die Deflation. Nach den neuesten Daten zur Inflation erwarten Experten nun weitere Schritte der Notenbank und der Regierung, um das Wachstum anzukurbeln.

Peking (BoerseGo.de) Chinas Wirtschaft sendet erneut Schwächezeichen. So ist die Inflationsrate dort im Januar auf den niedrigsten Stand seit November 2009 gesunken. Der Verbraucherpreisindex legte im Januar um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, nach einem Zuwachs von 1,5 Prozent im Dezember, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking berichtete. Experten hatten für Januar mit einem Anstieg von 0,9 Prozent gerechnet. Nun droht die Deflation: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet unter einem Abschwung auf dem Immobilienmarkt und Überkapazitäten in der Industrie.

Besonders die Erzeugerpreise fielen zu Jahresbeginn mit 4,3 Prozent deutlich. Der Trend, der seit 35 Monaten anhält, beschleunigte sich dramatisch. Die Inlandsnachfrage in China war schwach, zudem drücken die fallenden Rohstoffe die Inflation.

Die neuesten anämischen Daten passen zu einer ganzen Reihe abbröckelnder Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte. So sind die Exporte im Januar entgegen der Erwartungen stark zurückgegangen, der Industrieausstoß sank zuletzt auf ein 28-Monats-Tief. Besorgniserregend ist, dass keine der Maßnahme der Notenbank bzw. der politischen Führung in Peking zur Konjunkturunterstützung so richtig greifen mag. Die People's Bank of China (PBOC) senkte vergangene Woche den Mindestreservesatz, den Banken in Form von Einlagen bei ihr halten müssen, deutlich. Vergangenen November hatte die Notenbank bereits ihre wichtigsten Leitzinsen zurückgenommen. Und die Regierung legte ein Konjunkturpaket vor, dass hunderte einzelne Infrastrutkturprojekte beinhaltet, letztlich aber nicht der große Wurf war.

Die Wirtschaft Chinas wuchs im Jahr 2014 um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr - das langsamste Tempo seit fast einem Vierteljahrhundert. „Die Inlandsnachfrage ist nach wie vor schwach“, sagte HSBC-Ökonom Ma Xiaoping dem „Wall Street Journal“. „Wir sehen noch immer keine positiven Effekte der Stimulus-Maßnahmen von Ende des vergangenen Jahres. Offenbar muss die politische Führung hier nachlegen“.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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