Fundamentale Nachricht
11:59 Uhr, 20.03.2023

FX-Mittagsbericht: US-Dollar setzt Talfahrt fort

Die Verunsicherung am Markt über die Stabilität des Bankensektors ist nach wie vor groß. Den US-Dollar belasten zudem die getrübten US-Zinserwartungen.

Erwähnte Instrumente

  • EUR/USD
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    Kursstand: 1,06977 $ (FOREX) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • GBP/USD
    ISIN: GB0031973075Kopiert
    Kursstand: 1,22241 $ (FOREX) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Der US-Dollar gibt zu Beginn der neuen Handelswoche auf breiter Basis (gemessen am US-Dollar-Index) weiter in Richtung seines am 15. März 2023 erreichten Vierwochentiefs nach.

Die Verunsicherung am Markt über die Stabilität des Bankensektors ist nach wie vor groß. Die Federal Reserve Bank (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und andere große Zentralbanken kündigten neue Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität im Bankensektor an, um eine mögliche Ansteckung durch den Zusammenbruch mehrerer Kreditinstitute in den letzten zwei Wochen zu verhindern. Am Sonntagabend wurde gemeldet, dass das in die Krise geschlitterte schweizerische Kreditinstitut Credit Suisse von der schweizerischen Großbank UBS übernommen wird. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sichert die Übernahme mit einer Liquiditätshilfe von 100 Milliarden Franken für beide Banken ab.

Die verstärkten Liquiditätsmaßnahmen der Fed untergraben die geldpolitische Straffung zur Bekämpfung der hohen Inflation. Zudem führt allgemeine Verunsicherung am Markt dazu, dass die Investoren ihre US-Zinserwartungen zurückgeschraubt haben. Laut Fed WatchTool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bei ihrem nächsten Zinsentscheid am Mittwoch ihren Leitzins unverändert belässt, aktuell bei 41,7 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte beträgt 58,3 Prozent.

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EUR/USD erholt sich weiter von seinem am vergangenen Mittwoch markierten Zweieinhalbmonatstief bei 1,0516. Im Hoch erreichten die Notierungen bislang 1,0691. Die Erzeugerpreisinflation in Deutschland hat sich im Februar den fünften Monat in Folge auf ein 17-Monatstief bei 15,8 Prozent im Jahresvergleich abgeschwächt. Volkswirte hatten im Konsens mit einem stärkeren Rückgang der Teuerung auf 14,5 Prozent gerechnet, nach plus 17,6 Prozent im Januar.

Das Defizit in der Handelsbilanz der Eurozone hat sich im Januar 2023 auf 30,6 Milliarden Euro ausgeweitet, nach minus 8,8 Milliarden Euro im Dezember 2022 und minus 28,8 Milliarden Euro im Januar 2022. Die Importe stiegen auf Jahressicht um 9,7 Prozent, während die Exporte um 11,0 Prozent kletterten. Bitte lesen Sie auch die aktuelle EUR/USD-News.

GBP/USD ist fester in die neue Handelswoche gestartet und hat mit bislang 1,2215 im Hoch ein knappes Fünfwochenhoch erreicht. Der in der Nacht zum Montag gemeldete britische Rightmove-Hauspreisindex ist im März um 0,8 Prozent im Monatsvergleich gestiegen, nach einem unveränderten Wert im Februar.

Neben dem Zinsentscheid der Federal Reserve Bank (Fed) am Mittwochabend steht in dieser Woche auch das Notenbanktreffen der Bank of England (BoE) am Donnerstag auf dem Programm. Analysten rechnen trotz der jüngsten Finanzmarktturbulenzen infolge der Verunsicherung über die Stabilität des Bankensektors im Konsens mit einer weiteren Zinserhöhung zur Bekämpfung der hohen Inflation um 25 Basispunkte auf dann 4,25 Prozent. Bitte beachten Sie auch die heutige GBP/USD-News.

USD/JPY hat mit bislang zutiefst 130,53 ein Fünfwochentief markiert. Aus dem Protokoll der März-Sitzung der Bank of Japan (BoJ) geht hervor, dass viele BoJ-Mitglieder die Beibehaltung des ultralockeren geldpolitischen Kurses befürworteten.

Aus den USA stehen am Montagnachmittag keinerlei Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Andere Veröffentlichungen entnehmen Sie bitte dem Wirtschaftskalender.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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