FICO – Konservative Guidance verhindert deutlicheren Kurssprung (Q1 2026)
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- Fair Isaac Corp. - WKN: 873369 - ISIN: US3032501047 - Kurs: 1.558,950 $ (NYSE)
Diese liegt deutlicher unter den Analystenschätzungen. Umsatz 2,35 Milliarden USD statt erwarteter 2,44 Milliarden, Non-GAAP-EPS 38,17 USD statt 40,70 USD. Das impliziert für die restlichen drei Quartale ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 14 % im Jahresvergleich, nach 16 % in Q1. CEO Will Lansing: "Wir sind gut positioniert, die Guidance zu übertreffen, aber wir warten lieber noch ein Quartal ab, bevor wir sie erhöhen."
|
Metrik |
Q1'26 |
Q1'25 |
Q4'25 |
YoY % |
QoQ % |
|---|---|---|---|---|---|
|
Umsatz |
512,0 Mio. $ |
440,0 Mio. $ |
515,8 Mio. $ |
▲ 16 % |
▼ 1 % |
|
Bruttomarge |
82,9 % |
80,1 % |
81,0 % |
▲ 2,8 pp |
▲ 1,9 pp |
|
Operating Income (GAAP) |
234,0 Mio. $ |
179,5 Mio. $ |
237,2 Mio. $ |
▲ 30 % |
▼ 1 % |
|
Operative Marge (GAAP) |
45,7 % |
40,8 % |
46,0 % |
▲ 4,9 pp |
▼ 0,3 pp |
|
Nettoergebnis (GAAP) |
158,4 Mio. $ |
152,5 Mio. $ |
▲ 4 % |
||
|
Nettomarge (GAAP) |
30,9 % |
34,7 % |
▼ 3,8 pp |
||
|
EPS (GAAP) |
6,61 $ |
6,14 $ |
▲ 8 % |
||
|
EPS (Non-GAAP) |
7,33 $ |
5,79 $ |
▲ 27 % |
||
|
Operating Cashflow |
174,1 Mio. $ |
194,0 Mio. $ |
▼ 10 % |
||
|
Free Cashflow |
165,4 Mio. $ |
186,8 Mio. $ |
▼ 11 % |
||
|
Software ARR |
766 Mio. $ |
729 Mio. $ |
747 Mio. $ |
▲ 5 % |
▲ 3 % |
|
Platform ARR |
303 Mio. $ |
228 Mio. $ |
264 Mio. $ |
▲ 33 % |
▲ 15 % |
|
Non-Platform ARR |
463 Mio. $ |
502 Mio. $ |
484 Mio. $ |
▼ 8 % |
▼ 4 % |
|
Dollar-Based Net Retention (Total) |
103 % |
105 % |
102 % |
▼ 2 pp |
▲ 1 pp |
|
DBNRR Platform |
122 % |
112 % |
112 % |
▲ 10 pp |
▲ 10 pp |
|
ACV Bookings (TTM) |
119 Mio. $ |
88 Mio. $ |
102 Mio. $ |
▲ 36 % |
▲ 17 % |
Das Scores-Geschäft wächst auf 305 Millionen USD (+29 % YoY). Der Treiber sind B2B-Scores, vor allem für Hypotheken. Dort steigt der Umsatz um 60 % YoY, getrieben von einem höheren Preis pro Score und steigenden Volumina bei Hypothekenvergaben. FICO hat die Preise für Mortgage Origination Scores kräftig erhöht. Hypotheken machen jetzt 51 % des B2B-Umsatzes und 42 % des gesamten Scores-Umsatzes aus. Auch Auto und Kreditkarten wachsen, jeweils im zweistelligen Bereich im Jahresvergleich.
Im Software-Geschäft läuft es gemischt. Umsatz 207 Millionen USD, plus 2 % im Jahresvergleich. Die Platform-Umsätze wachsen um 37 %, während Non-Platform um 13 % schrumpft. Das ist aber ein gewollter Shift. FICO will hin zur SaaS-Plattform. SaaS-Umsätze steigen um 12 %, On-Premises sinken um 12 %. Aber Platform macht erst 40 % der Software-ARR aus, Non-Platform schrumpft mit 8 % pro Jahr. Der Netto-Effekt ist ein Gesamt-Software-ARR-Wachstum von nur 5 %.
Die Scores EBIT Marge lag bei 88 %, plus 2 ppt YoY. Das ist FICOs Cashflow-Monster. Software EBIT-Marge lag bei 28 % (- 2 ppt YoY). Overall eine Non-GAAP-EBIT-Marge von 54 %, stabil zum Vorquartal und vier Prozentpunkte mehr YoY. Die operativen Kosten hatte man sehr gut im Griff. Der Cashflow schwächelt leicht. Operating Cashflow 174 Millionen USD (- 10 % YoY). Free Cashflow 165 Millionen USD (- 11 %).
Die jährlich wiederkehrenden Umsätze lagen bei 766 Millionen USD, plus 5 % YoY. Platform ARR legte um 33 % zu auf 303 Millionen USD. Platform macht jetzt 40 % der gesamten ARR aus, vor einem Jahr waren es 31 %. Non-Platform ARR sinkt um 8 % auf 463 Millionen USD. Das liegt an Migrationen zur Plattform. Der CFO sagte im Call, dass die FY2026 Bookings signifikant höher ausfallen werden als in 2025. Das ist bullisch für die mittelfristige ARR-Entwicklung, aber es dauert, bis Bookings in ARR und ARR in Umsatz umschlagen.
Die Dollar-Based Net Retention Rate DBNRR zeigt, wie viel Umsatz FICO aus der bestehenden Kohorte generiert. Gesamt-DBNRR lag bei 103 %, Platform bei 122 %, Non-Platform bei 91 %. Die 122 % bei Platform sind stark, sie bedeuten, dass bestehende Kunden im Jahresvergleich 22 % mehr ausgeben. Das kommt von neuen Use Cases und höherer Nutzung. Die 91 % bei Non-Platform sind schwach.
FICO versucht, die Kontrolle über die Score-Distribution von bspw Equifax zurückzugewinnen, indem es Resellern ermöglicht, Scores direkt zu berechnen, ohne Credit Bureaus als Middleman. Die Direct Licensing- und Score-10T-Strategie ist ein Pokerspiel. Das reduziert Preise für Reseller um 50 % im Per-Score-Modell, aber FICO will über das Performance-Modell an Abschlüssen verdienen. Kreditgeber könnten aber Bedenken wegen Haftung haben. Zudem fehlt regulatorische Akzeptanz, weshalb die Branche auf die simultane Zulassung von FICO 10T und VantageScore wartet.
Ein Analyst fragt, ob FICO wegen der diskutierten 10 % Kreditkarten-Zinsdeckelung Disruption sieht. CEO: "zu früh, um das zu beurteilen".
Zur FY2026-Guidance und Konservativität wurde er auch gefragt. Wieso nicht erhöhen, wenn man sagt, man sei gut positioniert, sie zu übertreffen. Antwort: "Es ist erst drei Monate ins Jahr, es gibt zu viel Makro-Unsicherheit. Würden wir jetzt raten, würdet ihr uns vermutlich für zu konservativ halten. Wir wollen nicht jedes Quartal die Guidance updaten, wir haben eine Jahresguidance, wir halten uns daran, bis wir eine viel klarere Einschätzung haben. In drei Monaten wissen wir mehr."
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Fazit
Alle, die auf eine Guidance-Erhöhung spekuliert haben, werden verkaufen. Diejenigen, die langfristig an die Platform-Story und an die Score-Dominanz glauben, bleiben dabei. FICO bleibt ein High-Quality-Name mit Marktmacht. Die Scores sind unverzichtbar. Starkes Q1 mit 16 % Umsatzwachstum und 29 % Scores-Wachstum, aber die konservative Jahresguidance enttäuscht. Platform-ARR beschleunigt auf 33 % YoY, Bookings steigen um 36 %. Das Management wartet auf mehr Makro-Klarheit, bevor die Guidance erhöht wird. Hypotheken-Abhängigkeit und Score-10T Unsicherheit sind Risiken. Ich bleibe in der ziemlich frisch eingegangenen Position dabei.
Viel Erfolg wünscht Euch Valentin
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