Evening-Flash: Ölpreis peilt 100 USD an – DAX und Wall Street fallen
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Geopolitische Spannungen am Persischen Golf treiben den Ölpreis in die Nähe der 100-USD-Marke und belasten die Märkte diesseits wie jenseits des Atlantiks. Der DAX schließt mit einem Verlust von 1,53 %, während an der Wall Street vor allem Alphabet mit deutlich erhöhten KI-Ausgaben für Ernüchterung sorgt. Die EZB hält die Zinsen unverändert und verschiebt eine mögliche Erhöhung auf September.
Marktbericht
Der DAX schließt bei 24.763,12 Punkten und gibt damit um 1,53 % nach. Geopolitische Spannungen am Persischen Golf, ein Ölpreis über 100 USD je Barrel und ein sich verschlechternder Inflationsausblick bis ins erste Halbjahr 2027 belasten den deutschen Leitindex. Die EZB hält die Leitzinsen unverändert und lässt eine mögliche Erhöhung erst im September offen, was die Unsicherheit am Markt zusätzlich nährt.
An der Wall Street notiert der S&P 500 bei 7.411,2 Punkten, 1,17 % unter dem Vortagsschluss von 7.498,96. Der Nasdaq 100 gibt stärker nach und steht bei 28.477,54 Punkten, ein Minus von 1,80 % gegenüber dem Vortagsschluss von 28.998,1. Der techlastige Index leidet besonders unter der Kursreaktion auf die erhöhten Kapitalausgaben von Alphabet.
Bitcoin notiert bei 64.822,55 USD und verliert 1,90 %. Ein Transfer von Abraxas Capital über 2.211 Bitcoin im Gegenwert von rund 143,9 Mio. USD an die Börse Kraken deutet auf erhöhten Verkaufsdruck hin. Der EUR/USD fällt um 0,31 % auf 1,14: Der gestiegene Ölpreis und die Eskalation am Persischen Golf stützen den US-Dollar, während die unveränderte EZB-Politik den Euro belastet.
Gold gibt trotz des geopolitischen Drucks nach und notiert bei 4.051,10 USD je Feinunze, ein Rückgang von 2,43 %. Brent springt dagegen um fast 5 % nach oben, getrieben von anhaltenden Huthi-Angriffen und der Eskalation im Nahen Osten. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen steigen im Zuge des Ölschocks auf 4,65 %.
Europa
Tops & Flops Europa (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| TRATON | +10,42 % |
| Daimler Truck Holding | +3,59 % |
| VERBIO Vereinigt.BioEnergie | +3,43 % |
| Infineon Technologies | -6,20 % |
| Eckert & Ziegler | -5,37 % |
| SUSS MicroTec | -5,23 % |
Im deutschen Leitindex hält sich Sartorius gegen den Markttrend: Der Laborausrüster bestätigt die Jahresziele mit einem angestrebten Umsatzplus von 5 bis 9 % und einer operativen Marge von über 30 %. Im ersten Halbjahr erzielt das Unternehmen 1,81 Mrd. EUR Umsatz, ein Plus von 2,5 %, während das bereinigte EBITDA um knapp 4 % auf 548 Mio. EUR steigt. Eine Bernstein-Analystin bewertet das erste Halbjahr als solide mit anziehenden Margen.
Im Nutzfahrzeugsektor liefern TRATON und Daimler Truck Holding positive Impulse. TRATON hebt den Jahresausblick für Absatz und Umsatz an, wobei der schlechteste Fall nur noch Stagnation statt eines möglichen Minus vorsieht, und erhält daraufhin Kurszielerhöhungen von LBBW und JPMorgan. Daimler Truck profitiert ebenfalls von einem erhöhten Ausblick sowie von der Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen als Grundlage für Zollvorteile, was mehrere Analysten zu Kurszielanhebungen veranlasst.
Im Halbleitersektor trifft ein enttäuschender Umsatzausblick von STMicroelectronics für das dritte Quartal die Stimmung breit: Infineon Technologies und SUSS MicroTec stehen unter Druck, da der schwache Ausblick des europäischen Chipkonkurrenten die gesamte Branche belastet. Die EZB-Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen und eine Erhöhung frühestens im September zu prüfen, liefert derweil kaum Rückhalt für den Gesamtmarkt. Präsidentin Lagarde fordert dringende Maßnahmen zur Wirtschaftsstabilisierung angesichts des Energiepreisschocks. Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone verbessert sich im Juli auf -15,9 Punkte und übertrifft sowohl die Erwartung von -17,0 als auch den Vormonatswert von -17,7, bleibt aber tief im negativen Bereich. Alphabet profitiert im europäischen Handel von weiterhin positiven Analysten-Einschätzungen, darunter ein bestätigtes Kauf-Rating der DZ Bank, steht jedoch an der Wall Street erheblich unter Druck.
USA
Tops & Flops USA (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| Westinghouse Air Br. Tech.Corp Registered Shares DL -,01 | +14,21 % |
| Allegion | +13,11 % |
| United Rentals | +12,46 % |
| Tesla | -13,68 % |
| Rollins | -10,03 % |
| Alphabet Inc. (Class A) | -7,38 % |
Auf der Earnings-Seite übertreffen die beiden Bahnkonzerne Norfolk Southern und Union Pacific die Konsensschätzungen bei Umsatz und bereinigtem EPS klar, wobei Union Pacific den Umsatz im Jahresvergleich von 6,15 auf 6,86 Mrd. USD steigert. Blackstone (Aktuelle Analyse) meldet für das zweite Quartal einen GAAP-Umsatz von 5,04 Mrd. USD nach 3,71 Mrd. USD im Vorjahr.
Der mit Abstand bestimmende Einzelwert des Tages ist Alphabet, dessen Aktie um 7,4 % fällt. Der Konzern erhöht seine veranschlagten KI-Ausgaben für 2026 auf 195 bis 205 Mrd. USD, nachdem er bislang 180 bis 190 Mrd. USD eingeplant hatte. JPMorgan bestätigt zwar das Overweight-Rating, senkt aber das Kursziel auf 420 USD. Die massiv erhöhten Investitionen belasten den freien Cashflow und drücken auf die Margen, was Anleger mit einem deutlichen Kursabschlag quittieren.
Tesla verfehlt die Konsensschätzung beim Gewinn je Aktie deutlich, da höhere KI-, Forschungs- und Infrastrukturausgaben die Profitabilität belasten. Im Gegensatz dazu liefert United Rentals (Aktuelle Analyse) im zweiten Quartal Rekordwerte bei Umsatz, bereinigtem EBITDA und bereinigtem EPS und hebt die Jahresprognose deutlich an. Auch Allegion übertrifft bei Umsatz und bereinigtem EPS die Analystenerwartungen und erhöht den Ausblick für das Gesamtjahr. Rollins hingegen sieht sich nach einem schwächeren zweiten Quartal einer deutlichen Abstufung durch BofA Securities ausgesetzt: von Buy auf Underperform, mit einem neuen Kursziel von 35 USD statt bislang 55 USD. Uber kündigt den Abbau von 10 % der Stellen im Kundenservice an und begründet dies mit der Ausweitung KI-gestützter Prozesse; die Aktie steht unter Druck. Microsoft vertieft derweil seine strategische Partnerschaft mit Databricks bis in die 2030er-Jahre und integriert Databricks-Tools wie Genie und Unity AI Gateway tiefer in Produkte wie Microsoft 365, Teams und Copilot.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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