Fundamentale Nachricht
12:33 Uhr, 28.08.2014

DAX: Nervosität im Vorfeld der Inflationszahlen für Deutschland

Der Dax verliert gegen Mittag zusehends an Halt. Am Markt wird die Nervosität der Anleger mit den bevorstehenden Inflationszahlen für Deutschland begründet. Von den Daten könnte das weitere geldpolitische Vorgehen der EZB entscheidend abhängen.

Erwähnte Instrumente

  • EUR/USD
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    Aktueller Kursstand:   (FOREX)
  • DAX
    ISIN: DE0008469008Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)

DAX


Der deutsche Leitindex weitet gegen Mittag seine Anfangsverluste massiv aus und notiert zur Stunde 1,45 % tiefer bei 9.429 Punkten. Am Markt wird die Nervosität der Anleger mit den bevorstehenden Inflationszahlen für Deutschland begründet. Sollten die Zahlen nicht allzu stark nach unten abweichen, könnte dies die Hoffnungen auf aggressive geldpolitische Maßnahmen der EZB abwürgen. Zudem belastet aber die Nachricht über Kämpfe in der Ostukraine mit dem russischen Militär.

Charttechnik

Der Dax geht heute in eine schärfere Korrektur über, nähert sich nun jedoch dem Unterstützungsbereich um 9.425 Punkte spürbar an. In diesem Bereich könnte in der zweiten Handelshälfte eine Stabilisierung stattfinden und eine Erholung starten.

Thema des Tages

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August in saisonbereinigter Rechnung um 2.000 zum Vormonat gestiegen. Damit wurde die Prognose eines Rückgangs von 5.000 Personen verfehlt. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte dagegen erwartungsgemäß bei 6,7 %. Im Vergleich zum August 2013 fiel die Zahl der Arbeitslosen um 44.000.

Die nicht-saisonbereinigten Daten zeigen einen moderaten Zuwachs der Arbeitslosenzahl im August um 30.500 Personen zum Vormonat. Entsprechend sind aktuell etwa 2,9 Mio. Menschen als arbeitslos registriert. Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise betonte, dass es derzeit trotz leicht gedämpfter Konjunktur keinen Hinweis darauf gebe, dass sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten abschwächen werde. Der Arbeitsmarkt zeige sich weiterhin stabil.

In der Tat zeichnen auch weitere Indikatoren ein positives Bild vom deutschen Arbeitsmarkt. So stieg die Zahl der offenen Stellen im August saisonbereinigt um 11.000 gegenüber Juli. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein Zuwachs um 9 %. Darüber hinaus ist die Beschäftigungsdynamik unverändert hoch. Im Juli erhöhte sich die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 44.000 auf 42,6 Mio. Menschen mit Wohnort in Deutschland.

Aktien im Blick

Die Lufthansa-Aktie bleibt im Fokus. Nach der Streikdrohung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für Germanwings verliert der Titel 3,27 %.

C.A.T. Oil brechen trotz guter Quartalszahlen und bekräftigter Jahresziele massiv um 8,01 % ein.

Konjunktur

Der Economic-Sentiment-Indikator (ESI) ist im August deutlich um 1,5 Zähler auf 100,6 Punkte gefallen - der niedrigste Stand in diesem Jahr. Dies teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit.

Das Geschäftsklima in der Eurozone, der Business Climate Indicator (BCI), sank hingegen nur leicht von 0,17 Punkten im Vormonat auf 0,16 Punkte.

Das Wachstum der Geldmenge M3 in der Eurozone ist im Juli von 1,5 % auf 1,8 % im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat gestiegen. Die Konsensschätzung von 1,5% wurde damit spürbar übertroffen.

Die vier größten Banken Italiens wollen sich bei der ersten Auktion des neuen EZB-Programms für zielgerichtete langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) im September bis zu 27 Mrd. Euro sichern.

In Spanien wuchs das BIP im Zeitraum April bis Juni erwartungsgemäß um 0,6 % zum Vorquartal.

Währungen

Die US-Dollar-Rallye hat am Donnerstag vor Veröffentlichung der wichtigen US-BIP-Daten eine Verschnaufpause eingelegt. EUR/USD erholte sich von seinem gestern errichten frischen Elfmonatstief bei 1,3152 bislang bis 1,3221 in der Spitze, während GBP/USD vom Fünfmonatstief bei 1,6529 bislang bis 1,6613 zulegte.

USD/JPY fällt vom zu Wochenbeginn erreichten Siebenmonatshoch bei 104,27 bis bislang 103,64 zurück und USD/CHF gibt vom gestrigen Neunmonatshoch bei 0,9581 bis bislang zutiefst 0,9122 nach.

USD/SEK erreichte nach schwachen schwedischen Einzelhandelsumsätzen bei 6,9632 ein frisches Zweijahreshoch. Der Austral-Dollar legt hingegen nach guten Zahlen zur Investitionstätigkeit im australischen Privatsektor zu. AUD/USD notierte bislang bei 0,9373 in der Spitze – ein Dreiwochenhoch.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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