Das Dogma des freien Marktes ist tot!
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Über 3 Jahrzehnte galt die reine Lehre der Globalisierung: Konzerne bauten ihre Fabriken dort auf, wo Arbeitskraft und Energie am billigsten waren. Just in time, maximale Effizienz, minimale Kosten. Die Staaten hielten sich weitgehend raus und vertrauten darauf, dass der Markt schon alles regelt. Dieses Zeitalter ist vorbei. Wir erleben derzeit den radikalsten Paradigmenwechsel der modernen Wirtschaftsgeschichte: Die weltweite Rückkehr der knallharten Industriepolitik.
Phase 1: Der Startschuss der Großmächte
Gigantischer Subventionswettlauf. Machen wir uns nichts vor, auch und gerade die USA und Europa schieben mit Subventionen ihre Märkte an. Und das ist auch richtig so!
- USA: Mit Gesetzen wie dem Inflation Reduction Act oder dem CHIPS and Science Act pumpen die USA Hunderte Milliarden Dollar in den Markt, um Halbleiter, Batterien und saubere Energie auf eigenen Boden zurückzuholen. Reshoring statt Offshoring.
- China: Peking spielt dieses Spiel schon länger, schaltet aber nun auf totale technologische Autarkie. Vom Schiffbau über E-Mobilität bis zur Solarindustrie dominiert China komplette Ketten und macht sich immun gegen westliche Sanktionen.
- Europa: Europa steht unter maximalem Druck und vollzieht den schärfsten wirtschaftspolitischen Schwenk seit Jahrzehnten. Die EU koppelt Klimaziele nun knallhart an Wettbewerbsfähigkeit, um eine Deindustrialisierung energieintensiver Branchen (Chemie, Stahl) zu verhindern. Mindestens 40% der Schlüsseltechnologien für die Energiewende (Solar, Wind, Batterien, Elektrolyseure) müssen bis 2030 in der EU selbst produziert werden. Ziel ist eine Verdopplung des globalen Halbleiter-Marktanteils auf 20% durch milliardenschwere Förderungen für Fabriken und Spitzenforschung. Während Brüssel massiv subventioniert, bremsen Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren die Geschwindigkeit aus.
Phase 2: Die Kettenreaktion der Schwellenländer
Das Modell greift auf den gesamten Globus über. Nationen wie Indonesien machen kurzen Prozess. Sie verhängen strikte Exportverbote für rohes Nickelerz und zwingen globale Autokonzerne dadurch, Batteriewerke und Raffinerien direkt im Land zu errichten. Indien lockt Tech-Riesen mit milliardenschweren Produktionsprämien (PLI), während Vietnam, Malaysia und Singapur sich blitzschnell von reinen Billiglohnländern zu hochspezialisierten Halbleiter- und Forschungszentren hochziehen. Niemand will mehr nur der Rohstofflieferant oder die billige Werkbank sein. Jeder will die lukrativen Spitzen der Wertschöpfungskette.
Phase 3: Der Kampf um die kritischen Flaschenhälse
Das eigentliche Crescendo. Egal wohin man blickt, alle Staaten schießen ihr Geld exakt auf dieselben strategischen Schlüsseltechnologien ab.
- Halbleiter & KI Hardware: Wer keine eigenen Chips fertigen kann, riskiert im Krisenfall den Stillstand seiner gesamten Industrie.
- Batteriezellen & Rohstoffe: Ohne gesicherte Vorkommen an Lithium, Nickel und Seltenen Erden gibt es keine Energiewende.
- Rüstung & Energiesicherheit: Souveränität schlägt ab sofort Rendite.
Das geopolitische Finale
Die Konsequenzen für Investoren und Unternehmen sind monumental. Ja, gerne etwas wortgewaltig. Subventionswettlauf mit Verzerrung: Es gewinnt nicht mehr automatisch das Unternehmen mit dem besten Produkt, sondern dasjenige mit den tiefsten staatlichen Fördertöpfen im Rücken.
- Inflationäre Reibung: Wenn jede Region eigene Fabriken hochzieht, führt das zu globalen Überkapazitäten und höheren Stückkosten, da Skaleneffekte zersplittern.
- Friendshoring & Blockbildung: Die Weltwirtschaft fragmentiert. Lieferketten werden nicht mehr primär nach Kosten optimiert, sondern nach politischer Verlässlichkeit.
Aus Sicht des Anlegers ? Gut! Die staatlichen Konjunkturprogramme treiben die Börsen, sie treiben die Kurse in ausgesuchten Aktienmarktsektoren.
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Glaube nicht, dass Europa gut beraten ist der Politik der Supermächte zu folgen. Die Zerstörung (z. B. Zollpolitik) jeglichen Vertrauens (De-Globalisierung genannt) führt zu einem knallharten Kampf um Rohstoffe, wobei Verlässlichkeit nur eine Umschreibung für Kontrolle und letztlich militärischer oder ökonomischer Dominanz ist. Europa als rohstoffarmer und (politisch, national) zersplitteter Kontinent kann hier niemals auf Augenhöhe agieren; im Übrigen führt dieser Weg nur zu militärischen Auseinandersetzungen (vgl. Venezuela, Iran). Besonders nachteilig ist, dass man sich mit den Klimazielen auch noch einen gewaltigen Klotz an unsere Konkurrenzfähigkeit gehängt hat. Die Ausgleichsmechanismen (z. B. CBAM) sind theoretischer Natur und werden gegen die Supermächte niemals durchgesetzt werden können. Schon gegenüber "kleinen" Rohstoffländern (z. B. Katar) musste man den Bückling machen. Überfällig wäre eine Politik nach unseren Interessen und Möglichkeiten und weder eine einseitige Fixierung (USA) noch ständige Weltverbesserungsambitionen (Klima).
Müssen Texte eigentlich als solche markiert werden, die mit KI Unterstützung generiert werden?
@BlauKlaus Der Staat schiebt mit Kapital an und schafft Rahmenbdigungen, der Staat soll sich aber aus dem operativen unternehmerischen Bereich raushalten. Deutsche Telekom 2.0 oder Deutsch Bahn Setup brauchen wir nicht nochmal!!!
@BlauKlaus Nicht China als Vorbild, aber das Grundprinzip. Man kanns auch sein lassen und dann steht man so da, wie Europa derzeit beim Thema KI. Blank!
Liest sich so, als ob mit KI geschrieben. Alles schön positiv formuiiert, ist es aber nicht:
1) Wenn Rendite und Effizienz nicht mehr im Vordergrund steht, dann werden die Kapitalmarktrenditen zurückgehen. Renditen am Kapitalmarkt werden fallen. Der Wohlstand wird zurückgehen.
2) Wenn der Staat nun überall lenkend eingereift, dann entscheiden die staatlichen Akteure über den langfristigen Erfolg der Investitionen. Schlechte, unerfahrene Politiker treffen schlechte Entscheidungen und am Ende scheitern die Projekte. In der EU haben wir leider sehr viele Beispiele für strategisch falsche Entscheidungen. Ich sehe KEINEN, aber wirklich keinen einzigen und, dass dies nicht so weitergeht in Europa.
Die kommunistische Partie in China hat viel Überkapazitäten geschaffen und gerade bei den betroffenen Staatsbetrieben wurden sehr schlechte Renditen erzielt und die Mitarbeiter verheizt. China zum Vorbild zu nehmen halte ich für falsch. Aus meiner Sicht müsste das Unternehmertum in der EU wieder viel mehr gestärkt werden, mehr Freiheiten, mehr privates Kapital.
Nun ja, auch das ist älter als die Greiffensteiner - Deutschland hat rund 500 Mrd. sinnlos in der sogenannten Energiewende vebrannt, Ergebnis 20% weniger Stromproduktion zum 3fachen Preis, dazu als Nebeneffekt die Kosten für Störfälle im Netz, sogenannte Redispatcheingrifee, von ca. 300 Millionen pro Jahr auf rund 6 Mrd. pro Jahr erhöht, nicht zu vergessen das im jahr 2010 noch ca. 22.000 Beschäftigte ausreichend waren, um das ganze stabil und bezahlbar mit Strom zu versorgen. Die Grünen brüsteten sich dann unter auch damit, das sie für ihre vollkommen sinnfreie sogenannte Energiewende 280.000 Menschen in Lohn und Brot gebracht hätten, just dieselben, die seit vielen den Fachkräfte- und Personalmangel bekagen. Wwir verbrennen weiterhin jedes ca. 30 Mrd. für die sogenannte Energiewende, die für Verarmung und Deindustrialiserung gesorgt hat / sorgt. Das ganze heißt dann verschämt Subventionen. Okay. Die europäische Agrarindustrie lebt seit den 60er jahren von Subventionen und das sind jetzt neue Erkenntnisse? China subventioniert seit eh und je, ebenso die USA - Elon hat für seine Tesla allein 5 Mrd. Subventionen erhalten, liegt inzwischen aber schon etliche Jahre zurück.
@Harald Weygand vielen Dank! Das sind wichtige Hintergrundsberichte/ -wissen, Entwicklungen und Trends. Dieses Wissen braucht's um die Zusammenhänge zu verstehen und entsprechend zu traden.