Kommentar
18:29 Uhr, 21.08.2026

Saisonalität bremst DAX weiter aus

Der Schrödinger-Trendfolge-Oszillator prognostiziert die künftige DAX-Entwicklung als Wahrscheinlichkeitsverteilung auf Basis eines Modells, das von der Quantenphysik inspiriert wurde.

Was ist der Schrödinger-Trendfolge-Oszillator (STO)?

Der STO ist ein Prognosemodell für den DAX: Es prognostiziert die künftige DAX-Kursentwicklung nicht auf Basis eines feststehenden Pfades, sondern als Wahrscheinlichkeitsverteilung, so wie die Quantenphysik den Ort eines Teilchens als Wahrscheinlichkeitswolke beschreibt. Nach diesem Modell ist die Zukunft nicht in Stein gemeißelt, sondern grundsätzlich unsicher.

Was zeigt der STO aktuell?

Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im DAX ist auf Basis des STO kurzfristig gedämpft. Auf Wochen- und Monatssicht sieht der STO die Chance auf höhere Kurse jeweils bei 48 %. Auf Sicht von einem Quartal liegt die Wahrscheinlichkeit für steigende DAX-Kurse laut STO aktuell dagegen bei 58 % und damit leicht über dem langjährigen Median rückgerechneter STO-Prognosen.

Hinter den gedämpften Wochen- und Monatswerten steckt der saisonale Gegenwind des Spätsommers: Wir befinden uns aktuell im schwächsten Kalenderfünftel des Börsenjahres. Die Trendlage ist hingegen intakt und liefert weiter Rückenwind, sodass Aufwärtstrend und ungünstige Saisonalität sich derzeit gegenseitig ausbremsen.

Ein Ruhepol bleibt die im langjährigen Vergleich stark gedämpfte Volatilität. Der STO lässt aktuell nur eine annualisierte Volatilität von 10,6 % erwarten. Seit 1988 lag die rückgerechnete Prognose für die Volatilität an 94 % aller Handelstage höher.

Wie funktioniert der Schrödinger-Trendfolge-Oszillator?

Drei Bausteine erzeugen die Prognoseverteilung. Erstens ein Volatilitätsrechner (GJR-GARCH): Er misst täglich, wie nervös der Markt ist, und nutzt zwei gut belegte Eigenschaften an den Finanzmärkten: Eine erhöhte Volatilität tritt in bestimmten Marktphasen gehäuft auf und die Volatilität ist in Verlustphasen tendenziell erhöht. Die Prognosespannen atmen dadurch mit dem Marktumfeld: eng in ruhigen Phasen, weit in hektischen. Zweitens das Trend- und Saisonalitätsfeld: Vier Trendkomponenten messen die Marktrichtung auf mittlere und längere Sicht, ergänzt um eine Saisonalitätskomponente, die einen Jahreszyklus (etwa mit den historisch schwachen Monaten August und September) und den Monatswechsel-Effekt abbildet. Die Gewichtung aller Komponenten schätzt das Modell laufend selbst aus den Daten und verschiebt damit das Zentrum der Verteilung. Drittens eine Fat-Tail-Komponente (Student-t-Verteilung), die extremen Einzeltagen mehr Gewicht gibt, als es die übliche Normalverteilung tut. Aus diesem Zustand berechnet der STO 20.000 mögliche Zukunftspfade, mit denen auf Basis der erwarteten Volatilität sowie aktueller Trend- und Saisonindikatoren künftige Kursverläufe simuliert werden. Kalibriert wird das Modell bei jedem Lauf vollständig neu aus der gesamten Kurshistorie für DAX bzw. Vorgängerindex seit 1959.

Wie verlässlich sind die Aussagen?

Der STO wurde im strengsten verfügbaren Verfahren geprüft: Walk-Forward-Backtest über mehr als 9.770 Handelstage von 1988 bis ins Jahr 2026, mit jährlicher Neukalibrierung und ohne jeden Blick in die Zukunft. Bei der Vorhersage von künftigen Kursspannen und -risiken schlägt der STO alle getesteten klassischen Vergleichsmodelle, von der Normalverteilung bis zum Standard-GARCH.

Die im STO enthaltenen Trend- und Saisonalitätskomponenten verbessern die Vorhersage in Aufwärtsphasen spürbar. Signalisiert das Modell eine überdurchschnittliche Aufwärtswahrscheinlichkeit, stand der DAX anschließend in 66 % (Monatssicht) bzw. 70 % (Quartalssicht) der Fälle tatsächlich höher, gegenüber 56 % bzw. 61 % an allen übrigen Tagen. Der STO ist damit vor allem ein Rückenwind-Detektor: Er erkennt die Phasen, in denen Trendrichtung, Saisonalität und unterdurchschnittliche Marktvolatilität für steigende Kurse sprechen.

Die vom STO berechneten Werte für die Wahrscheinlichkeit steigender Kurse bewegte sich seit 1988 auf Monatssicht zwischen rund 31 und 79 %, auf Quartalssicht zwischen rund 26 und 87 %. Die historische Spitzenzone (die überzeugtesten zehn Prozent aller Handelstage) beginnt auf Monatssicht bei etwa 67 %, auf Quartalssicht bei etwa 74 %. Unterdurchschnittliche Werte im STO spiegeln tendenziell eine angeschlagene Trendlage und/oder saisonalen Gegenwind wider. Überraschende Schocktage oder fundamentale Entwicklungen kann der STO nicht vorhersagen.

Was hat der STO mit der Schrödinger-Gleichung zu tun?

Der STO übernimmt aus der Quantenphysik vor allem das Denkmodell: In der Schrödinger-Gleichung wird ein Teilchen durch eine Wellenfunktion beschrieben, deren Quadrat angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich das Teilchen an einer bestimmten Position aufhält. Genauso beschreibt der STO die künftige DAX-Entwicklung nicht mit einem festen Kurs, sondern als Wahrscheinlichkeitsverteilung. Die Volatilität wird im STO als Potenzialfeld abgebildet, das der Breite der künftigen Kursentwicklung entspricht. Die Trend- und Saisonalitätskomponenten sorgen dabei für eine angepasste Richtungswahrscheinlichkeit. Die STO-Prognoseverteilung entspricht dem Grundzustand eines gekippten Quantenoszillators, ergänzt um die an den Finanzmärkten auftretenden „fetten Ränder" der Wahrscheinlichkeitsverteilung. Die Grundidee geht auf den Aufsatz der beiden Physiker Chao Zhang und Lu Huang ("A quantum model for the stock market") zurück, der die Schrödinger-Gleichung auf Aktienkurse angewendet hat und eine Inspirationsquelle für den STO darstellt. Ergänzt wurde das Modell von Zhang und Huang um die Trend- und Saisonalitätskomponenten, die nicht nur eine Volatilitäts-, sondern auch eine Richtungsprognose für den DAX erlauben.

Datum DAX-Stand P steigende Kurse eine Woche P steigende Kurse ein Monat P steigende Kurse ein Quartal
21.08.2026 26.136,56 48 % 48 % 58 %

Hinweis: Eine testweise am 14. August berechnete und am veröffentlichte Prognose basierte auf einem überholten Prognosemodell und ist in der Tabelle deshalb nicht mehr enthalten.

Der STO ist ein Analysewerkzeug auf Basis historischer Daten und stellt keine Anlageberatung dar.

Alle Angaben ohne Gewähr. Für die Ergebnisse sowie mögliche Vermögensschäden, die daraus resultieren könnten, wird keinerlei Haftung übernommen.

Dieser Artikel wurde unter Mithilfe künstlicher Intelligenz (Claude Cowork, Fable 5) erstellt. Sämtliche KI-generierten Inhalte wurden von einem menschlichen Redakteur auf Plausibilität bzw. Korrektheit überprüft.

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen