Hormus plus Russland: Perfekter Sturm bei Benzin und Diesel
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Erwähnte Instrumente
- WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 93,610 $/bbl. (GBE brokers)
- Heizöl - ISIN: XC000A0LLNL4 - Kurs: 4,96 $/gal lqd (ARIVA Indikation)
- NYMEX Gasoline - ISIN: XD0022911438 - Kurs: 3,55 $/gal lqd (ARIVA Indikation)
Neben Hormus entwickelt sich Russland zu einem zweiten großen Engpass bei raffinierten Produkten. Der Researchdienst Bernstein weist in seiner aktuellen Analyse darauf hin, dass ukrainische Drohnen inzwischen Raffinerien getroffen haben, die zusammen rund 90% der russischen Raffineriekapazität repräsentieren. Allein im August entfielen laut Bernstein etwa 73% der Gesamtkapazität auf getroffene Anlagen. Die IEA bestätigt die enorme Intensitä. In den ersten 8 Monaten 2026 wurde im Durchschnitt alle 3 Tage eine russische Raffinerie getroffen, und Ende August waren nur noch 5 große Anlagen überhaupt nicht attackiert worden.
90% getroffen bedeutet nicht, dass 90% der russischen Raffineriekapazität gleichzeitig ausgefallen sind. Eine Raffinerie kann getroffen werden und teilweise weiterproduzieren oder nach Reparaturen wieder anlaufen. Die IEA beziffert Russlands gesamte Raffineriekapazität auf etwa 6,5 Mio. Barrel täglich. Im Juni sank der tatsächliche Durchsatz auf nur noch rund 3,8 Mio. Barrel täglich, 30% weniger als ein Jahr zuvor und der niedrigste Stand seit mehr als 20 Jahren. Benzinproduktion lag rund 20% unter Vorjahr, Diesel fast 30%.
Die Ukraine trifft inzwischen einen besonders empfindlichen Punkt des globalen Ölmarktes. Rohöl kann Russland grundsätzlich weiterhin fördern und exportieren. Was fehlt, ist zunehmend die Fähigkeit, daraus ausreichend Diesel, Benzin, Kerosin und andere raffinierte Produkte herzustellen. Im Juli fielen Russlands Produktexporte laut S&P Global auf nur noch rund 1,18 Mio. Barrel pro Tag, den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenreihe 2016.
Goldman Sachs kommt für September ebenfalls auf eine gewaltige Größenordnung. Die russischen Nettoexporte raffinierter Produkte liegen ungefähr 1,1 Mio. Barrel täglich unter dem Vorjahresniveau. Besonders stark betroffen sind Diesel und Gasoil. Russland musste deshalb Exportbeschränkungen verhängen, um den eigenen Markt zu versorgen. Reuters berichtet, dass die russischen Produktlieferungen im August trotz einer gewissen Erholung noch 50% unter dem Vorjahresniveau lagen.
Gleichzeitig ist der weltweite Ölpuffer fast verschwunden. Goldman berechnet die weltweit sichtbaren Ölbestände aktuell auf rund 7,7 Mrd. Barrel. Anfang 2026 lagen sie noch bei mehr als 8,2 Mrd. Barrel. Seit Anfang März sind damit ungefähr 500 Mio. Barrel verschwunden, also im Durchschnitt etwa 2,5 Mio. Barrel pro Tag. Bereits im Frühjahr warnte die Investmentbank, dass die global sichtbaren Vorräte selbst in günstigen Szenarien auf historische Tiefstände fallen könnten. Auch der IWF verwies auf diese Gefahr.
Reuters berichtet inzwischen von historischen Tiefständen bei Produktbeständen und Rekordpreisen für Diesel. Der Grund ist eine außergewöhnliche Kombination aus reduzierten russischen Raffineriekapazitäten, Störungen im Nahen Osten und eine ohnehin angespannte globale Raffinerielandschaft.
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