Zuversicht für Aktien schwindet
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Ist die Luft an den Aktienmärkten raus? Zumindest für die kommenden drei Monate gehen Marktteilnehmer davon aus. Nicht einmal jeder Dritte der Befragten (27 Prozent) des aktuellen Citi-Investmentbarometers glaubt, dass die Kurse von europäischen Aktien innerhalb dieses Zeitraums steigen. Im Vorquartal waren es noch 46 Prozent. Nahezu jeder Zweite (49 Prozent) rechnet derzeit mit seitwärts laufenden Kursen. Die nachlassende Aktien-Euphorie korreliert mit den sinkenden Kursniveaus der Leitbörsen in den ersten Monaten dieses Jahres. Zudem spiegelt sich die Angst der Anleger vor einem möglichen Handelskrieg sowohl an den Märkten als auch in der Erhebung des Citi-Barometers wider. Gleichzeitig erwarten viele Anleger, dass sich die Märkte mittelfristig wieder erholen. Die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass europäische Aktien in den nächsten zwölf Monaten Rückenwind bekommen. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) erwartet für diesen Zeitraum fallende Kurse.
Ähnlich sieht es bei den Erwartungen für die künftigen Rohölpreise aus. Lediglich rund ein Drittel der Anleger (32 Prozent) rechnet für das zweite Quartal mit steigenden Kursen. Ende 2017 waren es noch 43 Prozent der Befragten. Die Mehrheit (46 Prozent) geht aktuell von stagnierenden Preisen des schwarzen Goldes aus. Diese Erwartung ändert sich auch für den mittelfristigen Zeitraum von zwölf Monaten nicht: 36 Prozent erwarten steigende, 49 Prozent seitwärts laufende Kurse. Ein Grund für diese Skepsis dürfte das weltweit anhaltende Überangebot des Rohstoffs sein.
Bei Gold hingegen hat sich die Stimmung aufgehellt. Während im Vorquartal 31 Prozent davon ausgingen, dass der Preis des gelben Metalls in den kommenden drei Monaten steigt, sind es aktuell 40 Prozent. Zugleich erwartet die Mehrheit (47 Prozent) seitwärts tendierende Märkte. Der wachsende Optimismus dürfte mit der gestiegenen Volatilität an den Aktienmärkten zusammenhängen, denn Gold gilt bekanntlich als „Angstwährung“. Turbulente Börsenphasen treiben viele Anleger in einen sicheren Hafen, wozu eben auch das Edelmetall gehört.
Im Hinblick auf die Zinslage erwarten Anleger Veränderungen. Zwar geht die Mehrheit der Befragten (69 Prozent) davon aus, dass das europäische Zinsniveau in den kommenden drei Monaten stagniert; zugleich glaubt jedoch etwa jeder Vierte (26 Prozent), dass die Zinsen kurzfristig steigen. Im Vorquartal hatten dies nur 18 Prozent erwartet. Ein Grund für die gestiegene Zuversicht könnte das zuletzt leicht gestiegene Renditeniveau festverzinslicher Wertpapiere sein.
Betrachtet man die Einschätzung der Befragten für die vier Anlageklassen Aktien, Gold, Zinsen und Öl insgesamt, so ist der aggregierte Optimismus der Anleger im Vergleich zum Vorquartal zurückgegangen – Hauptgrund dafür ist der eingetrübte Aktienmarkt-Ausblick. Diese Entwicklung spiegelt sich im Gesamt-Sentiment wider, das die Einschätzungen von Aktien, Öl, Zinssatz und Gold aggregiert und Werte von -100 bis +100 Punkten einnehmen kann: Das Barometer stand im ersten Quartal 2018 bei +22 Punkten – im Vorquartal waren es noch +30 Punkte.
Ob an den Aktienmärkten künftig tatsächlich ein rauerer Wind weht, bleibt abzuwarten. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) deutliche Signale senden, den Leitzins bald zu erhöhen, könnte dies zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten führen. Andererseits bleibt das grundsätzlich positive Umfeld für Aktien aufgrund des anhaltenden konjunkturellen Aufschwungs bestehen.
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