Zapfsäulen-Panik: Europa drohen Rationierungen bei Diesel und Benzin
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Erwähnte Instrumente
- WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 101,478 $/bbl. (JFD Brokers)
- Brent Crude Öl - WKN: 967740 - ISIN: XC0009677409 - Kurs: 110,660 $/bbl. (JFD Brokers)
- NYMEX Gasoline - ISIN: XD0022911438 - Kurs: 3,22 $/gal lqd (ARIVA Indikation)
Diese Karte von J.P. Morgan Commodities Research und Kpler visualisiert die globalen Ölströme mit Fokus auf den Persischen Golf und Südostasien.
Die Grafik nutzt ein "Stoppuhr-Szenario": Sie berechnet, wie lange es dauern würde, bis die Öllieferungen in bestimmten Weltregionen versiegen, falls die Exporte an den Ursprungspunkten (rotes Band: Persischer Golf) schlagartig stoppen würden. Die gestrichelten Kreise markieren die geschätzten Ankunftsdaten der letzten Tankerladungen.
Asiens extreme Abhängigkeit: China (5.2 mbd – million barrels per day), Japan (2.3 mbd) und Indien (2.3 mbd) sind die größten Abnehmer. Aufgrund der geografischen Nähe würde der Nachschub hier bereits um den 1. April stoppen. Das macht diese Ökonomien extrem verwundbar gegenüber geopolitischen Spannungen an der Straße von Hormus oder im Südchinesischen Meer.
Europa im Zeitverzug: Die europäischen Hubs (Niederlande, UK, Italien) werden primär über den Suezkanal versorgt. Ein Lieferstopp am Golf würde hier erst um den 10. April voll durchschlagen.
USA als "Insel der Sicherheit": Mit nur 0.65 mbd Importen aus dieser Region und einer Ankunftszeit bis zum 15. April sind die USA dank eigener Schieferölproduktion am wenigsten direkt betroffen. Die Auswirkungen wären hier eher über den globalen Preis als über physische Knappheit spürbar.
Die Rolle der Transit-Hubs: Singapur fungiert als kritischer "Verteiler": Es importiert Rohöl und exportiert raffinierte Produkte (gelbe Linien) nach Australien und Neuseeland. Fällt der Golf aus, bricht zeitverzögert auch die Versorgung in Ozeanien (bis 20. April) zusammen.
Die Karte zeigt eine "Just-in-Time" Weltwirtschaft. Es gibt kaum Puffer auf hoher See. Die zeitliche Staffelung der Lieferstopps (20. März bis 20. April) illustriert die "Pipeline auf dem Wasser". Das Modell geht von einem binären Szenario aus (100% Stopp). In der Realität würden Preissteigerungen sofort zu Umleitungen und zur Aktivierung strategischer Reserven (SPR) führen, was die Karte als statisches Modell bewusst ausklammert.
Die Karte ist ein Werkzeug zur Visualisierung von Lieferketten-Fragilität. Sie zeigt eindrucksvoll, dass Öl kein lokales, sondern ein globales kinetisches System ist. Ein Konflikt im Nahen Osten ist für die industrielle Basis Chinas (5.2 mbd!) eine existenzielle Bedrohung, lange bevor er die Tankstellen in den USA physisch leert.
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