Verrückt: US-Benzinpreis teurer als in Asien und Europa
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Erwähnte Instrumente
- WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 105,419 $/bbl. (GBE brokers)
- Brent Crude Öl - WKN: 967740 - ISIN: XC0009677409 - Kurs: 111,790 $/bbl. (GBE brokers)
- NYMEX Gasoline - ISIN: XD0022911438 - Kurs: 3,72 $/gal lqd (ARIVA Indikation)
- Heizöl - ISIN: XC000A0LLNL4 - Kurs: 4,06 $/gal lqd (ARIVA Indikation)
US-Benzinpreise erleben derzeit eine Entkoppelung vom restlichen Weltmarkt. Obwohl die USA nominell als Selbstversorger bei Öl und Gas gelten, obwohl vor allem Asien und Europa von der Blockade der Straße von Hormuz betroffen sind, zahlen amerikanische Autofahrer derzeit im Großhandel rund 15% mehr als Verbraucher in Europa oder Asien. Völlig verrückt. Dieser Preisaufschlag von etwa 21 $ pro Barrel ist ein deutliches Warnsignal für eine massive lokale Knappheit, die durch drei zentrale Faktoren befeuert wird.
Zunächst befinden sich die US-Lagerbestände in einem freien Fall. Aktuell liegen sie mit 216 Millionen Barrel gut 5% unter dem langjährigen Durchschnitt. Da im Mai die "Driving Season" , die Hauptreisezeit der Amerikaner, beginnt, trifft eine steigende Nachfrage auf gefährlich leere Depots. Dieser Mangel ist so eklatant, dass die Vorräte sogar das untere Ende des normalen Schwankungsbereichs der letzten 10 Jahre durchbrochen haben. Der Markt reagiert darauf mit Nervosität und treibt die Preise in die Höhe, um das knappe Gut zu rationieren.
Dass die USA trotz eigener Förderung teurer sind als das Ausland, liegt am Paradoxon der Energie-Unabhängigkeit. Rohöl ist ein globales Gut, US-Produzenten verkaufen ihr Öl zum Weltmarktpreis, statt es subventioniert im Inland zu lassen. Hinzu kommt das Nadelöhr der Raffinerien: Man kann kein Rohöl direkt in den Tank füllen. Den USA fehlen schlichtweg Kapazitäten, um das eigene Öl schnell genug in Benzin zu verwandeln. Veraltete Anlagen, Umstellungen auf teurere Sommermischungen und hohe Exportquoten führen dazu, dass das Angebot im Inland trotz sprudelnder Quellen künstlich verknappt wird.
Schließlich verhindern logistische Hürden einen Ausgleich. Gesetze wie der "Jones Act" machen den Schiffstransport innerhalb der USA so teuer, dass es oft wirtschaftlicher ist, Benzin nach Übersee zu exportieren, statt es an die eigene West- oder Ostküste zu liefern. Während die Preise in Asien und der EU im Frühjahr 2026 stabil blieben oder sogar sanken, schossen sie in den USA auf rund 160 $ pro Barrel hoch. Für den amerikanischen Verbraucher bedeutet das eine schmerzhafte Realität: Physische Verfügbarkeit von Öl im eigenen Land schützt nicht vor den harten Gesetzen von globalem Angebot und lokaler Nachfrage.
NYMEX RBOB Gasoline Future, also der standardisiertenGroßhandelspreis für Benzin an der New Yorker Börse (NYMEX) anbei. 3,71 $ pro Gallone. Das sind umgerechnet ca. 156 $ pro Barrel.
Meine Stimme aus dem Off: Trump sitzt auf heißen Kohlen. Im November sind die Midterms. Die Midterm-Wahlen finden in den USA alle 4 Jahre genau in der Mitte einer präsidialen Amtszeit statt und dienen als wichtiges politisches Stimmungsbarometer für die amtierende Regierung. Am 3. November 2026 werden dabei alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie etwa ein Drittel der Sitze im Senat (diesmal 33 plus zwei Sonderwahlen) neu vergeben. Das Ergebnis entscheidet darüber, welche Partei die Mehrheit im Kongress hält und wie effektiv der Präsident in den verbleibenden 2 Jahren regieren kann. Hohe Benzin- und Nahrungsmittelpreise kosten Wählerstimmen. Trump braucht möglichst schnell eine Entlastung.

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Statt sich mit der komplizierten Weltpolitik zu beschäftigen, wird Donald Trump die Wahlen manipulieren. Schon die letzte Wahl endete mit dem Kapitolsturm... und da war er in einer viel schwächeren Ausgangslage.
Mir ist nicht ganz klar, warum immer noch alle erwarten, dass die Midterms fair ablaufen.
@Harald Weygand: Die Wette gilt noch immer...
Wieso fokussieren sich alle auf die Midterm Wahlen? Trump regiert doch mit Dehreten seit Amtsantritt an Kongress und Senat vorbei. Die haben doch eh nichts zu melden. Sollten die Republikaner die Wahlen verlieren ist das doch Trump egal. Fake News, Wahlfälschung etc. ........
Na sowas ... Mr. Know All Trump kann doch alles innerhalb von wenigen Stunden und Tagen korrigieren .... Es ist einfach unfassbar, dass er überhaupt noch irgendwelche Follower oder Wähler hat.
Bisher hat er alle Wahlversprechen nahzeu um 180 Grad ins Gegenteil gedreht ... hoffentlich "danken" ihm das seine Wähler und Anhänger auch bei den Midterms gebühren.
Karma is a bitch 😎
Sollten in den USA in den Midterms nicht die Demokraten haushoch gewinnen... naja dann kann man auch nicht mehr weiterhelfen.