Nachricht
10:03 Uhr, 29.08.2026

Weekend-Flash: DAX auf Rekordhoch – Warsh dämpft die Wall Street

Der deutsche Aktienmarkt bestimmte das Wochenbild: Ein besser als erwartetes Ifo-Geschäftsklima, kräftig fallende Ölpreise und eine Erholung der Autowerte trugen den …

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: DE0006305006Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: DE0005909006Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
    VerkaufenKaufen

Der deutsche Aktienmarkt bestimmte das Wochenbild: Ein besser als erwartetes Ifo-Geschäftsklima, kräftig fallende Ölpreise und eine Erholung der Autowerte trugen den DAX am Freitag auf ein neues Rekordhoch. An der Wall Street fiel die Bilanz verhaltener aus, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole Bereitschaft zu einer strafferen Geldpolitik signalisierte. Die gestiegenen Zinserwartungen setzten in der Folge auch Gold, Bitcoin und dem Euro zu.

Wochenrückblick

Die Woche begann richtungslos. Ohne Konjunkturdaten am Montag beherrschten Zollankündigungen aus Washington gegen Kanada und mögliche neue Abgaben auf chinesische Waren sowie die Spannungen um Iran das Bild. Ab Dienstag drehte der Ton in Europa: Das Ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im August stärker als erwartet, das deutsche Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal um 0,3 % zum Vorquartal und 1 % zum Vorjahr zu, jeweils leicht über den Prognosen. Am Donnerstag kam ein positiv überraschendes Konsumklima hinzu.

Den größten Beitrag lieferte aber der Ölmarkt. Nachdem eine Rede von US-Finanzminister Bessent ohne konkrete Maßnahmen gegen Iran blieb, die USA Minen in der Straße von Hormus räumten und diplomatische Fortschritte sichtbar wurden, baute sich der geopolitische Risikoaufschlag zügig ab: Brent ging mit 88,10 USD und einem Wochenminus von 6,66 % ins Ziel. Das entlastete Industrie, Transport und Verbraucher und dämpfte den Inflationsdruck auf der Kostenseite.

Der Gegenpol kam aus Jackson Hole. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte am Freitag, die Kerninflation nähere sich dem 2-%-Ziel nicht schnell genug, und stellte eine straffere Gangart in Aussicht. Die Erwartung einer Zinserhöhung im September stieg auf rund 50 %, die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein 19-Jahres-Hoch. Zuvor hatte der PCE-Preisindex für Juli mit einer Jahresrate von 3,7 % (Kernrate 3,3 %) den erwarteten Rückgang auf 3,6 % verfehlt, während die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um 1,5 % wuchs. In Europa ließ EZB-Direktorin Schnabel eine Zinserhöhung im September nahezu sicher erscheinen.

Entsprechend geteilt fiel die Bilanz aus. Während der DAX mit einem Wochenplus von 1,67 % auf 26.556 Punkte kletterte und im Freitagshandel bei 26.580,64 Zählern ein Rekordhoch markierte, kamen die US-Indizes verhaltener ins Ziel: Der Dow Jones legte um 0,53 % auf 53.559,99 Punkte zu, der S&P 500 um 0,49 % auf 7.711,76 Punkte und der Nasdaq 100 um 0,43 % auf 29.433,43 Punkte, dem die steigenden Langfristrenditen zum Wochenschluss zusetzten.

Die höheren Zinserwartungen zeigten sich auch abseits der Aktienmärkte: Gold verlor auf Wochensicht 3,22 % auf 4.529,90 USD, während Bitcoin trotz anhaltender ETF-Zuflüsse und der achten Kaufserie von BlackRock in Folge um 0,62 % auf 77.839,19 USD nachgab, nachdem am Donnerstag noch die 80.000-USD-Marke überschritten worden war. EUR/USD rutschte um 0,81 % auf 1,16 USD ab.

Europa

Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
DEUTZ +23,81 %
Bilfinger +12,54 %
United Internet +10,33 %
VERBIO Vereinigt.BioEnergie -3,85 %
SUSS MicroTec -3,29 %
Siltronic -3,12 %

Die stärkste Wochenbilanz im deutschen Markt lieferte DEUTZ (Aktuelle Analyse) mit einem Plus von 23,81 %. Nach der gebilligten Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft erhöhten DZ Bank, Kepler Cheuvreux und Oddo BHF ihre Kursziele deutlich, die DZ Bank auf 16,00 EUR. Analystenimpulse trugen auch Bilfinger (+12,54 %), das die UBS mit Verweis auf ein geringeres Enttäuschungsrisiko und einen überraschend guten Auftragseingang von Neutral auf Buy hochstufte, sowie United Internet (+10,33 %) nach der Hochstufung durch Kepler Cheuvreux und der Kurszielanhebung von 27 auf 35 EUR.

Auf der schwächeren Seite standen die Halbleiterzulieferer: SUSS MicroTec verlor 3,29 % nach der Abstufung durch Van Lanschot Kempen, Siltronic gab 3,12 % ab, nachdem MWB Research auf Hold zurückgenommen hatte.

Sektorseitig prägten drei Themen die Woche. Die Stahlwerte Salzgitter und thyssenkrupp profitierten von der rückläufigen chinesischen Produktion und schwachen Zahlen des Produzenten Baoshan Iron & Steel. Die europäischen Softwarewerte Nemetschek und TeamViewer wurden vom US-Technologiesektor mitgezogen, bei Nemetschek hob BofA das Kursziel auf 93 EUR an. Zum Wochenschluss erholten sich die Autowerte: Citigroup setzte BMW (Aktuelle Analyse) für 90 Tage auf die "Positive Catalyst Watch" und verwies auf eine historisch niedrige Bewertung, wovon auch die Volkswagen-Vorzüge profitierten.

Gegenwind gab es bei SAP, wo die UBS wegen fehlender kurzfristiger KI-Kurstreiber auf Neutral zurückstufte. Qiagen berief Jonathan Pratt zum 1. September zum neuen CEO und bestätigte den Ausblick. Evonik meldete den längeren Ausfall von Vorstandschef Christian Kullmann nach einer Operation, BioNTech brach eine Phase-2-Studie mit Autogene Cevumeran bei Darmkrebs ab, während die Pankreas-Studie weiterläuft. Für ASML bekräftigte Bank of America die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.452,00 EUR.

USA

Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
Salesforce +22,39 %
Crowdstrike Holdings +13,78 %
ServiceNow +12,63 %
PayPal Holdings -12,82 %
Rocket Lab -11,27 %
Generac Holdings -10,77 %

Der Software- und KI-Komplex setzte den Ton. Salesforce führte die Wochenliste mit 22,39 % an, gestützt von starken Quartalszahlen mit 11 % Umsatzplus, der KI-Partnerschaft Claudeforce mit Anthropic und einer Kurszielerhöhung durch JPMorgan; es war der beste Handelstag seit 2020. CrowdStrike folgte mit 13,78 % nach Rekordwerten beim Netto-Neu-ARR und angehobenem Jahresausblick. Am anderen Ende stand PayPal (Aktuelle Analyse) mit einem Wochenminus von 12,82 %, nachdem Berichte über das Ende des Bieterverfahrens von Advent und Stripe die Runde gemacht hatten.

Nvidia blieb der Taktgeber der Woche: Der Konzern brachte den Inferenzbeschleuniger Groq 3 LPX in die Serienproduktion, vereinbarte eine Partnerschaft mit SpaceXAI und legte Quartalszahlen vor, die den Technologiesektor am Donnerstag breit nach oben zogen. Gegenwind kam von OpenAI, das einen eigenen Chip als leistungsfähiger bezeichnete, sowie von einer Anklage gegen einen Nvidia-Manager in Taiwan. Marvell Technology (Aktuelle Analyse) geriet dagegen unter Druck, weil die Zahlen trotz angehobener Ziele hinter den hohen Markterwartungen zurückblieben.

Daneben einigte sich Meta Platforms mit den US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über rund 18 Mrd. USD über zehn Jahre, was der Markt vor allem als Beseitigung rechtlicher Unsicherheit las. Intuit enttäuschte mit einem Ausblick auf nur 9 bis 10 % Umsatzwachstum und wurde von JPMorgan abgestuft. Im Einzelhandel übertrafen Best Buy und Dollar General Umsatz und Ergebnis, Hormel Foods verfehlte den Umsatzkonsens. Apple kündigte für den 9. September eine Produktpräsentation an und erhöhte in den USA die Preise für Apple TV und Apple One.

Ausblick auf die neue Woche

Im Zentrum steht am Mittwoch der Zinsentscheid der Bank of Canada, für den ein Satz von 2,25 % erwartet wird. Ebenfalls am Mittwoch kommt das australische Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal mit erwarteten 0,2 % zum Vorquartal und 1,6 % zum Vorjahr. Am Donnerstag folgen aus der Schweiz das Bruttoinlandsprodukt (erwartet 1,5 % zum Vorquartal und 1,7 % zum Vorjahr) sowie die Schweizer Inflationsrate für August mit einer erwarteten Jahresrate von 0,7 %.

Auf der Unternehmensseite legen am Dienstag Palo Alto Networks, Dell Technologies und Medtronic Zahlen vor. Der wichtigste Termin ist am Mittwoch Broadcom, wo der Markt vor allem auf die KI-Umsätze schaut; daneben berichten Hewlett Packard Enterprise und NetApp. Den Wochenschluss übernehmen am Donnerstag Lululemon Athletica, Copart (Aktuelle Analyse) und Ciena.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche