Nachricht
10:03 Uhr, 19.09.2026

Weekend-Flash: Fed hebt Leitzins auf 4 Prozent – VW-Warnung bremst DAX

Ölpreis-Achterbahn, Zinsschritte von Fed und Bank of Japan sowie eine Gewinnwarnung von Volkswagen prägten die Börsenwoche – Bitcoin stieg dabei auf 80.875,04 USD.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: DE0007165631Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: DE0006452907Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
    VerkaufenKaufen

Gleich zwei Notenbanken erhöhten in dieser Woche die Zinsen: Die Fed hob auf 4,0 Prozent, die Bank of Japan auf 1,25 Prozent. Fallende Ölpreise und robuste US-Einzelhandelsumsätze sorgten zur Wochenmitte für Erleichterung, doch der Freitag kippte die Stimmung mit der Gewinnwarnung von Volkswagen und einer Abstufungswelle im Telekomsektor. Der DAX ging mit einem Minus ins Wochenende, während Bitcoin als klarer Gewinner hervorstach.

Wochenrückblick

Die Woche begann mit doppeltem Gegenwind. Die von Anthropic-Chef Dario Amodei angestoßene Debatte über eine Verlangsamung besonders leistungsfähiger KI-Modelle setzte Halbleiter- und Infrastrukturwerte breit unter Druck, während Lieferausfälle im Nahen Osten die Energiepreise auf mehrjährige Hochs trieben. Am Dienstag kletterte Brent zeitweise über 108 USD, nachdem die saudische East-West-Pipeline gesperrt war, das libysche Al-Tahar-Feld ausgefallen war und an der Straße von Hormus sowie am Bab al-Mandab Störungen gemeldet wurden. Die Rendite zehnjähriger Treasuries erreichte in der Folge den höchsten Stand seit 2007, was die Aktienmärkte belastete.

Zur Wochenmitte drehte das Bild: Die Aussicht auf eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Pipeline und überraschend gestiegene US-Lagerbestände drückten den Ölpreis drei Tage in Folge nach unten, dämpften damit den Inflationsdruck und entlasteten Industrie, Transport und Verbraucher. Hinzu kamen kräftige US-Einzelhandelsumsätze für August mit einem Monatsplus von 1,4 % gegenüber erwarteten 0,4 %. Die Fed hob den Leitzins am Mittwoch wie erwartet von 3,75 auf 4,0 Prozent an, die Bank of England hielt bei 3,75 % still, und die Bank of Japan zog am Freitagmorgen von 1,0 auf 1,25 Prozent nach. Fallende Treasury-Renditen von 4,95 % stützten am Donnerstag vor allem die zinssensiblen Technologiewerte.

Der Freitag machte die deutsche Erholung wieder zunichte: Die Prognosesenkung von Volkswagen, eine Abstufungswelle im europäischen Telekomsektor und stärker als erwartet gestiegene deutsche Erzeugerpreise belasteten die Stimmung. So beendete der DAX die Woche bei 25.301,50 Punkten, ein Minus von 0,99 % gegenüber dem Vorwochenschluss. Noch schwächer schnitt der Dow Jones ab, der mit 51.682,64 Punkten und einem Wochenminus von 1,69 % ins Ziel kam, während der S&P 500 bei 7.650,50 Zählern nahezu unverändert blieb (-0,08 %). Allein der Nasdaq 100 schaffte mit 29.644,17 Punkten ein Plus von 0,94 % auf Wochensicht, getragen von den fallenden Renditen und den Chip-Hochstufungen am Freitag.

Bei den übrigen Basiswerten war der Krypto-Markt der Ausreißer: Bitcoin ging mit 80.875,04 USD und einem Wochenaufschlag von 4,75 % ins Wochenende, nachdem die CFTC dem Weißen Haus ein neues Krypto-Regelwerk vorgelegt und die SEC einen befristeten Rahmen für tokenisierte Aktien genehmigt hatte. Deutlich ruhiger verlief es bei Gold (+0,36 % auf 4.424,90 USD) und bei Brent, das trotz der wilden Ausschläge unter dem Strich nur 0,71 % auf 103,87 USD abgab. EUR/USD notierte zum Wochenschluss bei 1,15 und verlor 0,97 % zum Vorwochenschluss, gestützt wurde der Dollar von den höheren Zinserwartungen.

Europa

Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
Sartorius AG Vz. +6,22 %
Nemetschek +4,22 %
Porsche AG Vz +4,10 %
Bilfinger -24,42 %
Auto1 Group -7,29 %
AIXTRON -6,53 %

Die Autoindustrie war das dominierende Thema. Volkswagen (Aktuelle Analyse) kappte am Freitag die Margenprognose für 2026 auf höchstens 1 Prozent statt bisher 4,0 bis 5,5 Prozent; Ursachen waren eine milliardenschwere Abschreibung auf Porsche, das schwache China-Geschäft und Umbaukosten. Nach Handelsschluss musste der Konzern zudem den EuroStoxx 50 verlassen. Bereits am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat den Abbau weiterer 50.000 Stellen weltweit gebilligt. Die Porsche SE senkte nach der Wertberichtigung von rund 6 Mrd. EUR ihre Ergebnisprognose, während die Porsche AG Vz mit einem Wochenplus von 4,10 % zu den Gewinnern zählte, nachdem die Deutsche Bank Research das Kursziel von 45 auf 55 EUR erhöht hatte.

Den zweiten Belastungsfaktor lieferte der Telekomsektor: Morgan Stanley stufte Orange auf Underweight ab, in dessen Sog gaben auch Deutsche Telekom, Vodafone und BT Group nach. Härter traf es Bilfinger. Der Industriedienstleister senkte seine EBITA-Margenziele auf 3,2 bis 3,6 % statt mindestens 5,8 %, Bernstein stufte auf Market-Perform ab und kappte das Kursziel von 105 auf 62 EUR, was die Aktie auf Wochensicht 24,42 % kostete. Auch Wacker Chemie strich ihr Umsatzziel von rund 10 Mrd. EUR für 2030.

Gegenläufige Impulse kamen aus dem Halbleiterbereich, wo Oddo BHF Infineon auf Outperform hob und die UBS bei Siltronic (Aktuelle Analyse) ein Kursziel von 120 EUR ausrief. Qiagen profitierte von Übernahmespekulationen um TPG und Bain Capital, Stahl- und Rüstungswerte um Salzgitter, Thyssenkrupp und Rheinmetall legten am Dienstag zu, und Kontron (Aktuelle Analyse) bekräftigte auf dem Kapitalmarkttag die Wachstumsziele bis 2030. Bayer startete in die Anhörung zum Roundup-Vergleich über bis zu 7,25 Mrd. USD, Berentzen bestätigte Übernahmegespräche mit Sazerac.

USA

Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
Strategy +17,52 %
Revvity +15,40 %
Crowdstrike Holdings +14,95 %
Hunt (J.B.) Transport Svcs -13,39 %
Charter Communications -12,07 %
Constellation Energy -10,55 %

Die Wall Street hing an der Fed. Nach der Anhebung um 25 Basispunkte durch Fed-Chef Kevin Warsh zogen Technologiewerte wie Alphabet und Meta Platforms an; Meta hatte zuvor den Abo-Dienst Meta One eingeführt und mit Arke und Astrid eigene KI-Chips angekündigt. Belastend hatte zum Wochenstart die Warnung von Nvidia vor einem Rückgang der Bruttomarge von 75 % auf 71 bis 72 % gewirkt, die Micron, Intel, AMD und Marvell mit nach unten zog.

In der KI-Infrastruktur meldete CoreWeave einen Auftragsbestand von 104,2 Mrd. USD, ein Plus von 246 % gegenüber dem Vorjahr, und plant eine Wandelanleihe über 3 Mrd. USD. Super Micro Computer profitierte von einer Goldman-Sachs-Schätzung, die den Markt für KI-Server bis 2030 auf 1,3 Bio. USD taxiert. Coinbase Global litt am Scheitern des Clarity Act im Senat, Robinhood dagegen profitierte von der SEC-Ausnahme für tokenisierte Aktien.

Am Freitag lieferte Netflix (Aktuelle Analyse) den deutlichsten Impuls, nachdem Wells Fargo die Aktie auf Underweight abstufte und das Kursziel von 80 auf 57 USD senkte. Eli Lilly übersprang erstmals eine Marktkapitalisierung von 1 Bio. USD, bei Berkshire Hathaway (Aktuelle Analyse) trat Warren Buffett als Verwaltungsratsvorsitzender zurück. Nike wird zum 21. September aus dem S&P 100 ausgeschlossen, und Lockheed Martin (Aktuelle Analyse) schloss eine Rahmenvereinbarung mit dem Pentagon zur Produktionssteigerung der Rakete AIM-260 JATM.

Ausblick auf die neue Woche

Die neue Woche startet konjunkturell ruhig, das Gewicht liegt in der zweiten Hälfte. Am Mittwoch stehen die vorläufigen US-Einkaufsmanagerindizes an: Für den S&P Global Composite PMI werden 55,2 Punkte erwartet, für den S&P Global Services PMI 56,0 Punkte. Am Donnerstag folgt der SNB-Zinsentscheid, bei dem der Markt eine unveränderte Marke von 0 Prozent erwartet, dazu das EZB-Wirtschaftsbulletin. Aus Australien kommen mit Employment Change (Erwartung 20.000) und Arbeitslosenquote (Erwartung 4,5 Prozent) weitere Arbeitsmarktdaten, aus Japan die S&P-Global-PMIs für Industrie (55,0) und Dienstleistungen (52,7).

Auf der Unternehmensseite dominieren US-Konsum- und Dienstleistungswerte. AutoZone eröffnet am Dienstag den Reigen, am Mittwoch legen General Mills, Cintas und Paychex Zahlen vor. Der Höhepunkt kommt am Donnerstag mit Costco, dessen Quartalsbericht nach den starken August-Einzelhandelsumsätzen als Test für die Robustheit des US-Verbrauchers gilt, sowie mit Darden Restaurants.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche