ETFs: So baust du dir 1000 € monatlichen Cashflow
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- iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) - WKN: A0F5UH - ISIN: DE000A0F5UH1 - Kurs: 40,035 € (L&S)
- State Street SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (Dist) - WKN: A1T8GD - ISIN: IE00B9CQXS71 - Kurs: 34,155 € (L&S)
- iShares Broad € High Yield Corp Bond UCITS ETF EUR (Dist) - WKN: A2JMZE - ISIN: IE00BG0J4B71 - Kurs: 4,735 € (L&S)
- Global X NASDAQ 100® Covered Call UCITS ETF USD Distributing - WKN: A2QR39 - ISIN: IE00BM8R0J59 - Kurs: 14,722 € (L&S)
- Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D - WKN: DBX0A2 - ISIN: LU0335044896 - Kurs: 126,892 € (L&S)
- Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C - WKN: DBX0AN - ISIN: LU0290358497 - Kurs: 150,235 € (L&S)
1000 Euro im Monat, ohne morgens dafür aufzustehen. Kein Chef, keine Überstunden, keine zusätzliche Arbeitsstunde. Was nach Finanzmärchen klingt, beginnt mit einer ziemlich brutalen Zahl: 300.000 Euro.
Denn 1000 Euro im Monat sind 12.000 Euro im Jahr. 12.000 Euro entsprechen 4% von 300.000 Euro. Genau hier kommt die berühmte 4% Regel ins Spiel. Die sogenannte Trinity Studie untersuchte historische US-Aktien und Anleiheportfolios und fragte ganz simpel, wie viel ein Anleger regelmäßig entnehmen kann, ohne dass ihm innerhalb einer typischen Ruhestandsphase das Geld ausgeht? 3 bis 4% erwiesen sich bei aktienlastigen Portfolios historisch als vergleichsweise robuste Größen. Das war keine Garantie und auch kein magischer Zinssatz. Es waren historische Simulationen mit US Kapitalmarktdaten.
300.000 Euro mal 4% ergeben 12.000 Euro Entnahme im Jahr, nicht automatisch 12.000 Euro netto auf dem Konto. Steuern hängen davon ab, welche Erträge realisiert werden, wie hoch der Gewinnanteil ist, welche Fondsart verwendet wird und welche Freibeträge zur Verfügung stehen. Wer wirklich 1000 Euro netto monatlich will, braucht deshalb unter Umständen mehr als 300.000 Euro.
Wie bekommt man überhaupt 300.000 Euro zusammen?
Wer monatlich 1000 Euro investiert und langfristig im Durchschnitt 8% Rendite erzielt, erreicht die 300.000 Euro mathematisch nach rund 13,8 Jahren. Bei 500 Euro monatlich dauert es gut 20 Jahre, bei 250 Euro etwa 27,6 Jahre. Natürlich laufen Aktienmärkte niemals mit konstanten 8%. Der Zinseszinseffekt! Am Anfang schiebst du das Depot. Später schiebt das Depot dich.
Es gibt nicht die eine 1000 Euro Strategie. Es gibt verschiedene Cashflow Motoren.
Der vielleicht sauberste ist gleichzeitig der unspektakulärste, es ist ein breit diversifiziertes Aktienportfolio und ein eigener Entnahmeplan. Man investiert beispielsweise über Jahre in einen Welt ETF und verkauft später jeden Monat Anteile im Wert von 1000 Euro. Fertig. Viele Anleger haben psychologisch ein Problem damit, Anteile zu verkaufen, und lieben deshalb Dividenden. Wirtschaftlich ist die Trennung aber weniger spektakulär, als sie wirkt. Entscheidend ist die Gesamtrendite des Vermögens nach Kosten und Steuern, nicht ob das Geld als Dividende auf das Konto fällt oder durch den Verkauf einiger Anteile entsteht.
Wer trotzdem sagt: „Nein, ich will echtes Geld aus Unternehmen auf meinem Konto sehen“, landet bei Dividenden ETFs. Der iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF hält 100 dividendenstarke Unternehmen weltweit und kam Anfang September auf eine nachlaufende Ausschüttungsrendite von rund 3,81%. Rechnerisch wären für 12.000 Euro jährliche Ausschüttung damit ungefähr 315.000 Euro Kapital erforderlich, bevor Steuern berücksichtigt werden.
Ähnlich funktioniert der State Street SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF. Seine nachlaufende Ausschüttungsrendite lag am 9. September bei rund 3,89%. Damit läge die rechnerische Größenordnung für 12.000 Euro jährliche Ausschüttungen bei ungefähr 308.000 Euro. Dividenden können gekürzt werden, Kurse können fallen und 3,89% Ausschüttung bedeuten keineswegs automatisch 3,89% Gesamtrendite.
Wer noch mehr laufenden Cashflow will, landet schnell bei Hochzinsanleihen. Jetzt wird aus langweiligem Income plötzlich ordentlich Musik. Der iShares Broad Euro High Yield Corporate Bond UCITS ETF kam Anfang September auf rund 5,83% Effektivverzinsung und eine nachlaufende Ausschüttungsrendite von etwa 5,53%. Rein rechnerisch würden bei 5,53% bereits ungefähr 217.000 Euro für 12.000 Euro jährliche Ausschüttungen genügen.
Und in USD geht noch mehr. Der iShares USD High Yield Corporate Bond UCITS ETF lag zum gleichen Zeitpunkt bei 6,86% Effektivverzinsung und rund 7,88% nachlaufender Ausschüttungsrendite. Rechnerisch wären 12.000 Euro Cashflow damit schon mit deutlich weniger Kapital erreichbar. Aber jetzt bitte nicht sabbern, hehe. Diese Rendite fällt nicht vom Himmel. High Yield bedeutet Unternehmensanleihen unterhalb von Investment Grade. Man kassiert mehr Zins, weil man mehr Kreditrisiko übernimmt. Beim USD Fonds kommt für einen Euro Anleger zusätzlich Währungsrisiko dazu. Mehr Ausschüttung bedeutet fast immer, dass irgendwo auch mehr Risiko sitzt. Ja, man!
Und dann kommen wir zu einer Anlageklasse, die für dieses Thema fast maßgeschneidert ist und trotzdem viele Privatanleger kaum kennen. Equity Premium Income und Covered Call ETFs.
Hier verdient das Portfolio nicht nur Geld mit Aktien und Dividenden. Es verkauft zusätzlich Call Optionen und kassiert dafür Optionsprämien. Der JPM Global Equity Premium Income Active UCITS ETF, kurz JEPG beziehungsweise in der Euro Notierung JGPI, kombiniert ein globales Aktienportfolio mit genau dieser Strategie. J.P. Morgan zahlt bei der ausschüttenden Variante monatlich aus, die TER liegt bei 0,35%. Das Einkommen kommt aus Dividenden plus Optionsprämien.
Das ist faszinierend, weil man sich damit tatsächlich eine Art monatliche Cashflow Maschine ins Depot stellen kann. Aber auch hier gibt es keinen Gratislunch. Wer Calls verkauft, verkauft damit einen Teil seines Kurspotenzials. Läuft der Aktienmarkt extrem stark nach oben, kann ein Covered Call Portfolio hinter einem normalen Aktien ETF zurückbleiben. Man tauscht also einen Teil des möglichen Kursgewinns gegen laufende Prämieneinnahmen.
Noch aggressiver spielt dieses Prinzip der Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF. Der Fonds bildet eine Buy Write Strategie auf den Nasdaq 100 ab, verkauft Calls und strebt bei der ausschüttenden Anteilsklasse monatliche Zahlungen an. Die laufenden Kosten liegen bei 0,45%. Gerade in Seitwärtsmärkten oder moderat steigenden Märkten können Optionsprämien attraktiv sein. Explodiert der Nasdaq dagegen nach oben, hat man sich einen Teil dieser Party vorher wegverkauft.
Das Gegenstück dazu ist fast schon absurd langweilig. Geldmarkt ETFs. Aber langweilig kann verdammt effizient sein.
Der bekannte Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF, WKN DBX0AN, bildet den Solactive €STR plus 8,5 Basispunkte Daily Total Return Index ab. Seine Rendite hängt damit im Wesentlichen am kurzfristigen Euro Geldmarktzins. Der Fonds thesauriert. Er überweist also nicht jeden Monat Geld, aber man kann sich über regelmäßige Anteilsverkäufe seinen eigenen monatlichen Cashflow bauen.
Natürlich kann DBX0AN bei den aktuellen Geldmarktzinsen keinen High Yield Fonds beim laufenden Ertrag schlagen. Dafür ist das Risikoprofil ein völlig anderes. Wer nur auf die höchste Ausschüttungsrendite schaut, vergleicht Äpfel, Birnen und Dynamitstangen miteinander.
4% Entnahme nach Trinity und 4% Ausschüttungsrendite eines Fonds sind nicht dasselbe.
Bei der Trinity Logik legt man zu Beginn eine Entnahme fest und untersucht, ob das Portfolio diese Zahl über Jahrzehnte tragen kann. Bei einem Fonds, der beispielsweise jeden Monat 0,3% seines aktuellen Wertes ausschüttet, schrumpft die Auszahlung automatisch mit, wenn das Portfolio fällt. Deshalb kann so ein Fonds praktisch niemals auf dieselbe Weise „leer laufen“, aber dein monatliches Einkommen kann eben kräftig sinken. Eine hohe Ausschüttung macht dich nicht automatisch reicher. Ein Fonds kann dir 8% ausschütten und gleichzeitig 8% an Wert verlieren. Dann hast du Geld auf dem Konto und bist wirtschaftlich keinen Cent reicher. Ein anderer Fonds kann nur 1,5% ausschütten, aber insgesamt 10% Rendite erzielen. Welcher war besser? Natürlich der zweite.
Deshalb zählt am Ende nur eine Zahl, der Total Return. Kursentwicklung plus Ausschüttungen minus Kosten, Steuern und Verluste. Und jetzt zurück zu den 300.000 Euro. 4% von 10.000 Euro sind lächerliche 400 Euro im Jahr. 4% von 100.000 Euro sind 4000 Euro. 4% von 300.000 Euro sind bereits 12.000 Euro. Und 4% von einer Million Euro sind 40.000 Euro pro Jahr.
Das ist der eigentliche Mindfuck beim Vermögensaufbau: Am Anfang entscheidet deine Sparrate. Später entscheidet dein Kapital. Die Börse kennt keinen kostenlosen Geldautomaten. Aber ab einer gewissen Depotgröße kannst du dir verdammt nah einen bauen.
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Ich kann Anlegern unter euch, die gerne Aktien handeln, die von meinem Kollegen Oliver Baron gemanagten Depots (in Select und Ultimate) nur wärmstens empfehlen. Er ist fundamental ausgerichtet, arbeitet stark mit statistischen Ansätzen und hat ein unglaublich gutes Händchen, die Aktien auszuwählen und zu kaufen, die dann auch steigen. Er outperformt Index-ETFs und er liefert sich mit Dirk Siebenhaar ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Bezug auf Performance.
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