US-Notenbank belässt Leitzins unverändert
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Erwähnte Instrumente
- Nasdaq-100Kursstand: 26.001,86 Pkt (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
- S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 6.967,96 Pkt (Cboe)
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- EUR/USD - WKN: 965275 - ISIN: EU0009652759 - Kurs: 1,19130 $ (FOREX)
- Dow Jones - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 49.022,12 Pkt (NYSE)
Hinweis: Updates von der laufenden Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell gibt es am Ende des Artikels.
Die US-Notenbank Fed hat im Rahmen ihres Zinsentscheids am Mittwoch wie erwartet die Zinsen unverändert belassen. Das Zielband für die Fed Funds Rate bleibt bei 3,50 % bis 3,75 % , wie der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed am Mittwochabend ankündigte. Die Entscheidung fiel mit zehn zu zwei Stimmen. Zwei stimmberechtigte Mitglieder votierten für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte.
Der Zinsentscheid spiegelt das aktuelle Spannungsfeld wider, in dem sich die Fed befindet. Einerseits hat sich die Inflation im vergangenen Jahr zwar verlangsamt, verharrt aber weiterhin oberhalb des 2 %-Ziels der Notenbank. Andererseits hat sich das Beschäftigungswachstum abgeschwächt, was im vergangenen Jahr zu drei Zinssenkungen führte. Für eine Fortsetzung der Lockerung fehlen derzeit jedoch eindeutige Signale.
"Die verfügbaren Indikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Aktivität in solidem Tempo zugenommen hat. Der Beschäftigungszuwachs ist weiterhin gering, und die Arbeitslosenquote zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Die Inflation bleibt leicht erhöht", heißt es im Statement zum Zinsentscheid.
Mit Blick auf Zinssenkungen in den kommenden Monaten will sich die Fed nicht festlegen. Im Dezember hatten 12 von 19 Mitgliedern des Offenmarktausschusses mindestens eine weitere Zinssenkung für 2026 in Aussicht gestellt. Doch weder das Beschäftigungswachstum noch die Inflationsentwicklung liefern aktuell eindeutige Argumente für weitere Senkungen. Die Finanzmärkte rechnen aktuell mit zwei Zinssenkungen bis Jahresende 2026.
Die geldpolitische Debatte wird zunehmend von politischen Spannungen begleitet. So hat das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet, im Zusammenhang mit hohen Renovierungskosten für Fed-Gebäude. Powell sprach in einer Videoerklärung von einem politisch motivierten Vorgehen, das mit dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump nach niedrigeren Zinsen in Verbindung stehe.
Powells Amtszeit endet im Mai. Medienberichten zufolge plant Trump bereits, einen Nachfolger zu benennen. Der als möglicher Kandidat gehandelte Fed-Gouverneur Christopher Waller votierte beim heutigen Zinsentscheid gegen den Mehrheitsbeschluss und stattdessen für eine Zinssenkung aus, möglicherweise um seine Chancen auf die Ernennung zu wahren. Auch der von Trump im vergangenen Jahr ernannte Fed-Gouverneur Stephen Miran stimmte für eine Senkung. Er hat seit seiner Berufung im Sommer 2025 bei allen Sitzungen für Zinssenkungen votiert.
Inzwischen gilt der BlackRock-Manager Rick Rieder als wahrscheinlichster Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell. Rieder hatte sich zuletzt in Interviews für Zinssenkungen ausgesprochen, zugleich aber auch die Unabhängigkeit der US-Notenbank betont.
Updates von der Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell (sinngemäße Aussagen von Powell):
- Bleiben fest entschlossen, unser doppeltes Mandat bezüglich Arbeitslosigkeit und Inflation zu erfüllen.
- Die US-Wirtschaft ist 2025 solide gewachsen und beginnt 2026 auf einem soliden Fundament.
- Während der Stellenaufbau gering bleibt, hat die Arbeitslosenquote zuletzt Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt.
- Nach den drei Zinssenkungen um insgesamt 0,75 Prozentpunkte halten wir die Geldpolitik für angemessen, um unsere Ziele zu erreichen.
- Der US-Regierungsshutdown hat die Wirtschaft vermutlich im letzten Quartal belastet, aber dieser Effekt sollte sich umkehren.
- Zinsentscheidungen werden von Meeting zu Meeting getroffen.
- Der private Konsum erweist sich als robust.
- Die Aktivität im Wohnungsbausektor bleibt schwach.
- Die Inflation ist deutlich zurückgegangen, bleibt aber noch etwas erhöht.
- Die Inflation dürfte sich Richtung 2 % bewegen, sobald der inflationsbedingte Effekt der Zölle durchgelaufen ist.
- Die Inflation hat sich zuletzt etwa im Rahmen der Erwartungen entwickelt.
- Der größte Teil der überdurchschnittlichen Wareninflation war zollbedingt.
- Umfrage- und marktbasierte Inflationskennzahlen sind deutlich zurückgegangen, was beruhigend.
- Ein Großteil der Abschwächung am Arbeitsmarkt ist auf einen rückläufigen Arbeitskräftepool zurückzuführen (auch wenn die Arbeitskräftenachfrage ebenfalls nachgelassen hat).
- Der wirtschaftliche Ausblick hat sich aufgehellt.
- Wir kommentieren den US-Dollar-Wechselkurs nicht.
- Es gab eine breite Unterstützung für unveränderte Leitzinsen.
- Beschäftigungs- und Inflationsrisiken haben etwas nachgelassen.
- Das Verfahren um die von Trump geforderte Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook ist wahrscheinlich das wichtigste Verfahren in der 113-jährigen Geschichte der Fed.
- Der Ausblick für den Arbeitsmarkt hat sich seit dem letzten Meeting eindeutig aufgehellt.
- Powell will sich heute nicht zu den strafrechtlichen Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen ihn äußern und verweist auf sein Videostatement.
- Powell äußert sich nicht dazu, ob er im Verwaltungsrat der Fed bleiben will, nachdem seine Amtszeit als Vorsitzender abgelaufen ist. "Es gibt eine Zeit und einen Ort für diese Fragen, aber das ist nichts, auf das ich heute eingehen werde", sagte Powell.
- Keinen Kommentar gibt Powell auch zu den Entwicklungen des Dollar-Wechselkurses ab.
- Eine Zinserhöhung als nächster Zinsschritt ist für niemanden im Offenmarktausschuss das Basisszenario.
- Pfad der US-Staatsschulden ist eindeutig nicht nachhaltig. Die Höhe der Staatsschulden ist nachhaltig, aber nicht die Entwicklung.
- Falls die US-Notenbank ihre Unabhängigkeit verlieren sollte, wäre es schwierig, sie wiederherzustellen. Denke nicht, dass die US-Notenbank ihre Unabhängigkeit verlieren wird.
- Die Wirtschaft hat sich zuletzt erneut erstaunlich stark entwickelt.
- Wir nehmen Sorgen bezüglich der Erschwinglichkeit (alltäglicher Waren) sehr Ernst.
- Technologische Entwicklungen wie KI haben in der Vergangenheit immer einerseits zu Einsparungen bei Arbeitsplätzen und einer Erhöhung der Produktivität und gleichzeitig neuen Jobs geführt. Höhere Produktivität ist die Grundlage für höhere Einkommen. Welcher Effekt überwiegt, ist aktuell nicht absehbar.
- Aus dem Goldpreisanstieg ziehe ich keine wesentlichen Rückschlüsse.
- Powell, gefragt nach Ratschlägen für einen möglichen Nachfolger: Erster Rat: Lass dich nicht in politische Fragen, für die gewählte Politiker zuständig sind, hineinziehen. Zweiter Rat: Das Forum, für demokratische Rechenschaft, ist die Anhörung vor dem Kongress, und dies ist keine Bürde. Außerdem ist es einfach, Institutionen wie die Fed zu kritisieren, aber es gibt keine Institution, wo man engagiertere und fähigere Mitarbeiter findet als bei der Fed.

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