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10:11 Uhr, 22.02.2026

Strom wird knapp: Diese Energieaktien profitieren vom KI- und Rechenzentren-Boom

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Rechenzentren sind das Herz der Künstlichen Intelligenz – gleichzeitig sind sie aber auch gewaltige Stromverbraucher. Der Energiebedarf für KI-Anwendungen steigt rasant, weil Hyperscaler wie Microsoft, Amazon oder Google ihre Kapazitäten im Rekordtempo ausbauen. Energieversorger sprechen bereits von einer strukturell neuen Nachfragewelle, Netze werden verstärkt, Kraftwerke reaktiviert oder neu geplant. Strom wird damit zum Engpassfaktor der KI-Revolution.

Während die KI-Aktien in den vergangenen Jahren die Schlagzeilen dominierten, drängt sich schon länger die Frage auf: Wer liefert eigentlich die Energie für diesen Boom? Ob Erdgas, Kernkraft, erneuerbare Energien oder Netz-Infrastruktur – entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen neue Gewinner. Und um diese dreht sich unsere neueste Goldesel Topstory.

So viel Strom verbrauchen US-Rechenzentren!

Die digitale Infrastruktur hat eine Dimension erreicht, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar war. Im Jahr 2026 hat der Stromverbrauch der US-Rechenzentren die Marke von etwa 400 Terawattstunden (TWh) erreicht. Damit konsumieren die Serverfarmen der großen Hyperscaler wie Microsoft, Google und Meta mittlerweile fast so viel elektrische Energie wie ganz Deutschland, dessen Strombedarf sich stabil bei etwa 500 TWh bewegt.

Der Strommix für die Rechenzentren

Infografik Stromverbrauch KI Rechenzentren USA

Um den massiven Bedarf zu decken, setzen die Betreiber auf einen Mix aus „rund um die Uhr“ verfügbaren Grundlast-Quellen und sauberen Energien für ihre Nachhaltigkeitsziele. Der Trend zeigt klar: Während Erdgas weiterhin relevant bleibt und stabilen Strom liefert, drängen die Tech-Giganten massiv auf Kernkraft und Erneuerbare, um ihre Net-Zero-Ziele nicht zu gefährden.

Konkrete Energiequellen für Rechenzentren

  • Erdgas: Erdgas bleibt der „Enabler“ des Booms. Es liefert die notwendige Flexibilität, um Lastspitzen abzufangen. In den USA entstehen neue Rechenzentrums-Cluster bevorzugt dort, wo direkter Zugriff auf Gaspipelines besteht, um eigene Gaskraftwerke (oft mit CO2-Abscheidung) auf dem Campus zu betreiben.
  • Erneuerbare Energien (Wind & Solar): Sie bilden das Rückgrat der Nachhaltigkeitsstrategien. Tech-Giganten schließen gigantische Power Purchase Agreements (PPAs) ab, um neue Wind- und Solarparks direkt zu finanzieren. Der Trend geht 2026 verstärkt zu On-site-Lösungen mit massiven Batteriespeichern, um die Volatilität zu glätten.
  • Kernkraft (Nuklear): Das Jahr 2026 markiert den Wendepunkt für die zivile Kernkraft. Durch Deals wie die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Reaktoren (z. B. Three Mile Island für Microsoft) sichern sich Firmen CO2-freie Grundlast. Zudem fließen Milliarden in SMRs (Small Modular Reactors), die direkt neben den Serverfarmen platziert werden sollen.
  • Kohle: Eigentlich ein Auslaufmodell, doch der KI-Hunger erzwingt einen Pragmatismus: In einigen US-Bundesstaaten wurden geplante Stilllegungen von Kohlekraftwerken verschoben, um Netzstabilität zu gewährleisten, bis genügend neue Kapazitäten (Gas/Nuklear) online gehen.
  • Weltraum-Solar (xAI / SpaceX): Elon Musk hat durch die Fusion von SpaceX und xAI Anfang 2026 die Vision von Orbital Data Centers konkretisiert. Durch die Platzierung von Servern im Erdorbit können diese 24/7 ungefilterte Sonnenenergie nutzen und die extreme Kälte des Alls zur Kühlung verwenden, ohne das irdische Stromnetz zu belasten.

Aktuell profitiert auch ein deutscher Nebenwert von der Nachfrage nach grünem Gas, mehr Infos findest du hier!

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Diese Aktien profitieren vom Strom-Boom!

Oklo – Die nukleare Wette mit Meta im Rücken

Oklo ist das wohl spektakulärste Startup im Nuklearbereich und ein Name, den Anleger zunehmend auf dem Radar haben sollten. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley entwickelt sogenannte Small Modular Reactors (SMRs) – kompakte, natriumgekühlte Schnellreaktoren der nächsten Generation, die unter dem Namen „Aurora“ vermarktet werden.

Anders als konventionelle Kernkraftwerke lassen sich Aurora-Reaktoren modular und direkt in der Nähe von Rechenzentren errichten. Oklo setzt dabei auf ein „Power-as-a-Service“-Modell: Das Unternehmen baut, betreibt und besitzt die Reaktoren, der Kunde kauft nur den Strom.

Was sind Small Modular Reactors (SMRs)?

SMRs sind Kernreaktoren mit einer Leistung von unter 300 Megawatt, die in Fabriken vorgefertigt und modular an ihren Einsatzort transportiert werden können. Im Vergleich zu konventionellen Großreaktoren versprechen sie kürzere Bauzeiten, geringere Kapitalkosten und eine flexiblere Platzierung – ideal für die dezentrale Stromversorgung von Rechenzentren. Branchenexperten rechnen mit ersten kommerziellen Inbetriebnahmen um 2030.

Im Januar 2026 gelang Oklo ein Durchbruch, der die gesamte Branche aufhorchen ließ: eine Vereinbarung mit Meta über den Bau eines 1,2-Gigawatt-Nuklearcampus in Pike County, Ohio. Meta finanziert über einen neuartigen Prepaid-Mechanismus die Brennstoffbeschaffung und erste Bauphasen vor – ein Novum für die Nuklearbranche.

Der Baubeginn ist für 2026 geplant, die erste Phase soll 2030 ans Netz gehen und bis 2034 auf die volle Kapazität hochgefahren werden. Zusammen mit einem Master-Vertrag über bis zu 12 Gigawatt mit dem Rechenzentren-Betreiber Switch und einem Pilotprojekt für die US-Luftwaffe in Alaska umfasst Oklos Kunden-Pipeline mittlerweile rund 14 GW.

Wichtig für die Einordnung: Oklo ist ein Pre-Revenue-Unternehmen und erzielt derzeit keine Umsätze. Im dritten Quartal 2025 lag der Nettoverlust bei rund 30 Millionen USD. Dem stehen liquide Mittel von etwa 1,2 Milliarden USD gegenüber, die die weitere Entwicklung vorerst finanzieren. Die Aktie notiert aktuell bei rund 67 USD – deutlich unter dem Allzeithoch von knapp 194 USD im Vorjahr. Mit einer Marktkapitalisierung von rund elf Milliarden USD ist das Unternehmen trotz fehlender Erlöse ambitioniert bewertet.

Für spekulative Anleger mit langem Anlagehorizont bleibt Oklo eine interessante Wette auf die künftige Energieversorgung. Die Technologie gilt als vielversprechend, Partnerschaften sind hochkarätig, und auch politisch gibt es Unterstützung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Risiken: Die Zulassung durch die NRC steht noch aus, der erste Reaktor soll frühestens Ende des Jahrzehnts ans Netz gehen, und der Wettbewerb nimmt zu.

Chart

Oklo-Chart – Aktienkurs 2026 mit Widerstandszone

Die Aktie von Oklo ist von ihrem Allzeithoch massiv zurückgekommen und befindet sich in einem intakten Abwärtstrend. Die Zone zwischen 59 und 62,50 USD kann aktuell noch gehalten werden. Zwischen 66 und 71 USD liegt jedoch bereits eine kleinere Widerstandszone, die einen Rebound erschwert.

Unter 59 USD trübt sich das Chartbild weiter ein. Für einen Einstieg auf der Long-Seite wird die Aktie erst über dem letzen Hoch bei rund 77 USD wieder interessant.

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Constellation Energy – Der Gigant nach der Calpine-Übernahme

Constellation Energy ist der größte private Stromproduzent der USA und zugleich führender Betreiber von Kernkraftwerken. Das Unternehmen aus Baltimore betreibt 21 Reaktoren an 15 Standorten und verfügt damit über die größte Nuklearflotte des Landes. Damit ist Constellation ein zentraler Profiteur des steigenden Bedarfs der Tech-Konzerne an CO₂-freier Grundlast: Kernenergie liefert zuverlässig Strom rund um die Uhr – genau das, was Rechenzentren benötigen.

Mit der im Januar 2026 abgeschlossenen Übernahme von Calpine für rund 26,6 Milliarden USD hat Constellation seine Marktposition weiter ausgebaut. Durch die Kombination der eigenen Nuklearkapazitäten mit Calpines Gas- und Geothermie-Portfolio kommt der Konzern nun auf rund 55 Gigawatt Erzeugungskapazität und ist damit der größte Stromproduzent der USA. Die Transaktion soll den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 um über 20 % erhöhen und jährlich mehr als zwei Milliarden USD zusätzlichen freien Cashflow generieren.

Constellation hat zudem ein starkes Netzwerk langfristiger Stromlieferverträge (PPAs) mit großen Hyperscalern aufgebaut. Der prominenteste Deal ist ein 20-Jahres-Vertrag mit Microsoft zur Wiederinbetriebnahme des Crane Clean Energy Center (ehemals Three Mile Island Unit 1), das voraussichtlich 2027 wieder ans Netz gehen soll. Hinzu kommen Vereinbarungen mit Meta über mehr als ein Gigawatt Nuklearstrom sowie ein neuer 380-MW-Vertrag mit dem Rechenzentrumsbetreiber CyrusOne in Texas, der Anfang Februar 2026 bekannt gegeben wurde.

Für 2025 erwartet das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von 9,05 bis 9,45 USD. Analysten rechnen für 2026 mit rund 11,30 USD je Aktie, was einem Plus von über 20 % entspricht. Von 19 Analysten empfehlen 14 die Aktie zum Kauf, es gibt keine Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 406 USD gegenüber einem aktuellen Kurs von knapp 295 USD. Die Dividende soll weiterhin um 10 % pro Jahr steigen.

Chart

Constellation Energy-Chart – Aktienkurs 2026 mit Widerstandszone

Constellation Energy hat Anfang Februar das Gap aus Mai 2025 geschlossen und konnte von hier aus einen Rebound vollziehen. Aktuell kämpft die Aktie aber mit der Widerstandszone zwischen 294 und 305 USD. Die Price-Action über der Zone ist eher unschön, dennoch könnte die Aktie über 311 USD wieder Kurs in Richtung Allzeithoch nehmen. Auf dem Weg dorthin liegt allerdings im Bereich von 326 USD noch eine Widerstandszone und die 200-Tagelinie.

NextEra Energy – breite Diversifikation

NextEra Energy ist der führende US-Energieversorger und verbindet das stabile Geschäft von Florida Power & Light mit der Sparte für erneuerbare Energien, NextEra Energy Resources. Das Unternehmen hat sich als zentraler Infrastrukturpartner für Tech-Konzerne wie Google und Meta positioniert, die für ihre KI-Modelle riesige Mengen an CO2-freiem Strom benötigen. NextEra entwickelt hierfür dedizierte Hubs, die Erzeugung und Speicher direkt an den Standorten der Rechenzentren bündeln.

Die wirtschaftliche Dynamik ist eng mit diesem Ausbau verknüpft. Durch die Inbetriebnahme neuer Großprojekte stieg der Umsatz zuletzt deutlich an, wobei das Management für 2026 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von etwa 3,80 USD anvisiert. Das Ziel bleibt ein jährliches Gewinnwachstum von 6 bis 8 % bis zum Ende des Jahrzehnts.

  • Das Unternehmen verfügt über einen Auftragsbestand von mehr als 30 Gigawatt an kontrahierten Projekten.
  • In Florida bedient NextEra eine Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten, die dem Äquivalent von 15 Kernkraftwerken entspricht.
  • Die Dividende soll 2026 planmäßig um etwa 10 % gesteigert werden.
  • Langfristige Lieferverträge mit Hyperscalern wie Microsoft und Meta sichern die Auslastung neuer Kapazitäten auf Jahre ab.

Chart

Nextera Energy-Chart – Aktienkurs 2026 mit Unterstützungszonen

Die Aktie von Nextera hat über 94 USD zuletzt ein neues Allzeithoch markiert. Die Zone um die alten Hochs aus den Jahren 2021 und 2022 wird aktuell wieder getestet. Sollte die Aktie über 95,65 USD ansteigen, könnte sich der Trend weiter fortsetzen. Auch ein Rücksetzer in Richtung der nächsten Unterstützung zwischen 86 und 87,60 USD wäre interessant für einen Einstieg.

RWE – europäische gut positioniert

RWE hat den Wandel vom Kohlekonzern zu einem der weltweit führenden Akteure für erneuerbare Energien fast abgeschlossen. Mit der „Growing Green“-Strategie investiert das Unternehmen massiv in Windkraft, Solar und Speicherlösungen. Besonders attraktiv für den KI-Boom: RWE besitzt zahlreiche ehemalige Kraftwerksstandorte, die bereits über die notwendigen Netzanschlüsse und Wasserzugänge für neue Rechenzentren verfügen.

Die Partnerschaften mit den großen Tech-Konzernen sind bereits Realität. Erst im Februar 2026 unterzeichnete RWE einen langfristigen Stromabnahmevertrag (PPA) mit Amazon für Windstrom aus der Nordsee. Solche Deals sichern RWE stabile, planbare Einnahmen über Jahrzehnte. Finanziell zahlt sich dieser Fokus aus: Der Verkauf eines britischen Rechenzentrumsprojekts an einen Hyperscaler bescherte dem Konzern Ende 2025 einen Sondergewinn im dreistelligen Millionenbereich und trieb das Ergebnis über die Erwartungen.

Chart

RWE-Chart – Aktienkurs 2026 mit Unterstützungszonen

Die RWE-Aktie konnte sich innerhalb eines Jahres fast verdoppeln und profitiert stark von der neuen Fantasie im gesamten Sektor. Knapp unter 55 EUR hat sich die Aktie zuletzt aber mehrfach den Kopf gestoßen. Unter der 50-Tagelinie bei aktuell 49,20 EUR und den dortigen Tiefs könnte eine ausgedehntere Korrektur drohen.

Ein Rücklauf in die Zone zwischen 43 und 44,10 EUR wäre antizyklisch für einen Einstieg denkbar – sofern es eine passende Reaktion an der Zone geben sollte.

Eaton – Schaufelverkäufer für Energienetze

Eaton ist kein klassischer Energieversorger, sondern der führende Ausrüster für die elektrische Infrastruktur, die den Strom erst nutzbar macht. Das Unternehmen liefert die hardwareseitigen Lösungen – von Transformatoren über Schaltanlagen bis hin zu Systemen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). In der Wertschöpfungskette des KI-Booms nimmt Eaton damit die Rolle des Schaufelverkäufers ein, da kein Rechenzentrum ohne diese physischen Komponenten ans Netz gehen kann.

Besonders das Segment Electrical Americas treibt das Wachstum, da der Umbau der US-Stromnetze und der Neubau riesiger Serverfarmen zeitgleich stattfinden. Da KI-optimierte Server eine deutlich höhere Leistungsdichte aufweisen, steigt der Bedarf an komplexer Energieverteilung pro Quadratmeter Rechenzentrum massiv an. Finanziell schlägt sich das in Rekordzahlen nieder: Der Umsatz kletterte 2025 auf ein neues Allzeithoch, wobei die operativen Margen durch die hohe Nachfrage und Preismacht im zweistelligen Bereich liegen. Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein weiteres organisches Umsatzplus von 8 bis 10 % prognostiziert.

Chart

Eaton-Chart – Aktienkurs 2026 mit Widerstandszone

Die Aktie von Eaton hat nach einem sehr kurzen Ausflug auf neue Allzeithochs einen Rücklauf erfahren. Unter dem aktuellen Kursniveau liegt allerdings noch sehr viel Volumen, sodass spätestens bei einem Rücksetzer in Richtung der 200-Tagelinie bei aktuell 352 USD ein erneuter Anlauf auf die Allzeithochs möglich wäre.

Auf dem aktuellen Kursniveau liegen vergangene Allzeithochs von Ende 2024 und Anfang 2025, die bereits für eine Gegenbewegung sorgen könnten.

Vergleichstabelle: Diese Aktien profitieren vom Rechenzentren-Boom

Ticker Unternehmen Mkt. Cap KGV (Forward) Gewinnwachstum 2026e Div.-Rendite Hauptexposure Hyperscaler-PPAs
CEG Constellation Energy ~105 Mrd. $ ~26x ~+22 % 0,5 % Nuklear / Gas ✅ Ja (Microsoft, Meta, CyrusOne)
OKLO Oklo ~11 Mrd. $ n. v. n. v. (Pre-Revenue) Nuklear (SMR) ✅ Ja (Meta, Switch)
NEE NextEra Energy ~193 Mrd. $ ~23x ~+8 % 2,7 % Erneuerbar ✅ Ja (Google u. a.)
RWE RWE ~37 Mrd. € ~15x ~+5 % 2,1 % Erneuerbar / Gas ⚠️ Begrenzt (Global Switch)
ETN Eaton ~148 Mrd. $ ~25x ~+15 % 1,1 % Infrastruktur ❌ Nein (Zulieferer)
Quellen: Yahoo Finance, Investing.com, Morningstar, StockAnalysis – Daten per Februar 2026. Gewinnwachstum 2026 = Analystenkonsens.

ETFs als Alternative zu Einzelaktien

Nicht jeder Anleger möchte auf einzelne Energie- oder Infrastrukturwerte setzen. Wer das Thema breiter spielen möchte, kann den steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren auch über ETFs abbilden. Statt auf ein einzelnes Unternehmen zu setzen, investiert man hier in einen ganzen Korb von Aktien aus dem jeweiligen Segment. Wir haben exemplarisch zwei ETFs ausgewählt.

  • Der VanEck Uranium and Nuclear Technologies UCITS ETF investiert in Unternehmen entlang der nuklearen Wertschöpfungskette – vom Uranabbau bis zu Technologie- und Infrastrukturunternehmen im Bereich Kernenergie. Rechenzentren benötigen eine kontinuierliche Stromversorgung, weshalb Kernkraft als Grundlastquelle wieder stärker in den Fokus rückt.
  • Der iShares Global Clean Energy Transition UCITS ETF investiert weltweit in Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energieinfrastruktur. Dazu zählen Betreiber von Wind- und Solarparks sowie Anbieter entsprechender Technologien, die vom Ausbau CO₂-freier Stromproduktion profitieren.

Vergleich der ETFs

ETF ISIN Fondsgröße TER 1 Jahr Rendite Positionen
VanEck Uranium and Nuclear IE000M7V94E1 1.935 Mio. EUR 0,55 % 82 % 25
iShares Global Clean Energy IE00B1XNHC34 2.543 Mio. EUR 0,65 % 48,27 % 99
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Fazit: Der Strom-Superzyklus hat gerade erst begonnen

Der KI-Boom hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die weit über Nvidia-Chips und Cloud-Aktien hinausgeht. Der wahre Flaschenhals der KI-Revolution ist nicht die Rechenleistung – es ist die Energie. Mit einem prognostizierten Verbrauch von über 400 TWh allein in den USA und einer Pipeline an neuen Rechenzentrumsprojekten, die den gesamten US-Strombedarf um bis zu 20 % steigern könnte, stehen die Energiemärkte vor einem Paradigmenwechsel.

  • Nuklear ist der Gewinner: Constellation Energy steht als größter US-Kernkraftbetreiber im Zentrum des Booms und sichert sich mit milliardenschweren Hyperscaler-PPAs langfristige Ertragsströme. Die Calpine-Übernahme macht den Konzern unangreifbar breit aufgestellt.
  • SMRs sind die Zukunftswette: Oklo und andere SMR-Entwickler versprechen eine dezentrale Nuklear-Revolution – doch Anleger müssen sich des Pre-Revenue-Risikos und langer Entwicklungszeiträume bewusst sein.
  • Breit aufgestellt gewinnt: Wer das Thema breiter spielen möchte, findet mit NextEra (Erneuerbare), Eaton (Infrastruktur) und RWE (europäischer Mix) Zugänge auf verschiedenen Ebenen der Wertschöpfungskette.

Wie sollten Anleger jetzt vorgehen?

Viele Aktien aus dem Energiesektor sind bereits heiß gelaufen. Vistra etwa legte seit 2021 rund 700 % zu, Siemens Energy gewann allein 2025 rund 140 %. Ein Teil des erwarteten Wachstums dürfte damit bereits im Kurs enthalten sein. Anleger sollten daher selektiv vorgehen und bevorzugt auf Unternehmen mit konkreten Stromabnahmeverträgen und belastbarem Cashflow setzen, während spekulativere Titel wie Oklo eher als Beimischung geeignet erscheinen. Zusätzlich bestehen Unsicherheiten – etwa durch effizientere KI-Modelle wie DeepSeek, die den Investitionsbedarf der Hyperscaler senken könnten, oder durch ein mögliches Überangebot an Erzeugungskapazitäten ab 2027. Wer dieses Einzelwertrisiko reduzieren möchte, kann auf spezialisierte ETFs als breiter aufgestellte Alternative zurückgreifen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Keiner der Autoren dieses Beitrages ist in einem der besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.

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