Rohöl: Pulverfass im Nahen Osten
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Singapur (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise sind im Augenblick kräftig im Aufwind. Auch am Freitag bauen die Notierungen ihre Gewinne dieser Woche weiter aus. Die Sorte Brent hat die Marke von 73 Dollar je Barrel überschritten, die US-Referenzsorte WTI pirscht sich an die 64 Dollar-Schwelle heran. Am Markt wurden zwei Gründe für den Preisanstieg genannt: zum einen die heikle Lage am Persischen Golf, zum anderen die zurückgegangenen amerikanischen Lagervorräte.
Saudi-Arabien macht den Iran für einen Drohnenangriff auf eine wichtige Ölpipeline des Königreichs verantwortlich. Nach Aussage der saudischen Regierung beweise der Angriff, dass Jemens Houthi-Rebellen nichts anderes als ein Werkzeug seien, mit dem das iranische Regime seine Expansionsagenda umsetzen wolle, schrieb Saudi-Arabiens stellvertretender Verteidigungsminister Khalid bin Salman auf Twitter. In Saudi-Arabien war am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes angegriffen worden. Als Reaktion startete am Donnerstag eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition mehrere Luftangriffe auf die von Houthi gehaltene jemenitische Hauptstadt Sanaa. „Die Lage im Mittleren Osten gleicht einem Pulverfass“, zitierte Reuters Stephen Brennock vom Ölmakler PVM. „Solange dies der Fall ist, wird der Energiebereich weiterhin von bullishen angebotsseitigen Signalen getrieben“.
Anfang dieser Woche wurden Mitarbeiter aus der US-Botschaft in Bagdad abgezogen, während US-Präsident Donald Trump den Einsatz einer Flugzeugträgerflotte, B-52-Bombern und Patriot-Raketen in den Nahen Osten anordnete. „Wenn die Spannungen weiter eskalieren, reicht angesichts der militärischen Macht der USA vor Ort, ein taktischer Fehler des Iran aus, um das Pulverfass hochgehen zu lassen“, sagte Stephen Innes, Leiter des Handels und der Marktstrategie bei SPI Asset Management, zu Reuters.
Der Markt wartet auch auf eine Entscheidung der OPEC+-Allianz, ob die freiwilligen Förderbeschränkungen im zweiten Halbjahr fortgesetzt werden sollen. Die seit Jahresbeginn geltenden Drosselungen sorgten für einen ersten Preisschub zu Jahresbeginn. Ein von der OPEC geleiteter Ministerausschuss in Saudi-Arabien soll am Wochenende die aktuelle Lage bewerten und eine Empfehlung zur Verlängerung oder Anpassung des Pakts abgeben.
Auch die Entwicklung der US-Lagerbestände hat in dieser Woche die Ölpreise gestützt. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Benzinreserven in den USA in der vergangenen Woche um 1,2 Mio. Barrel gesunken waren. Das ist etwa drei Mal so viel wie am Markt erwartet worden war. Dagegen waren die US-Ölreserven überraschend gestiegen.
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