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Kommentar
08:32 Uhr, 08.12.2023

Nasdaq-100 Index® - „the trend is your friend“ – nirgends berechtigter

Erwähnte Instrumente

  • DAX
    ISIN: DE0008469008Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (XETRA)
  • EURO STOXX 50
    ISIN: EU0009658145Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (TTMzero Indikation)

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„the trend is your friend“ – nirgends berechtigter

Mit einem Kursplus von über 40 % war 2023 für den technologielastigen Nasdaq-100® (bisher) ein absoluter Bilderbuchjahrgang. Von der Performance her spielen die vergangenen 12 Monate dabei in einer Liga mit herausragenden Aktienjahren wie 2020, 2009, 2003 oder z. B. 1995/96. Bekanntermaßen lautet eine Kernthese der Technischen Analyse „Stärke zieht weitere Stärke nach sich“. Ist die starke 2023-Performance also ein gutes Zeichen für das neue Jahr? In der Rückspiegelbetrachtung seit 1985 lautet die Botschaft: „eindeutig ja!“ Insgesamt neun Mal gelang dem Nasdaq-100® ein Kursplus von mehr als 40 %. In acht Fällen brachte das Folgejahr weitere Anschlussgewinne, was einer Trefferquote von fast 89 % entspricht. Im Mittel kann das Technologiebarometer dabei um weitere 26 % zulegen. Abseits dieser statistischen Auswertung liefert auch hier der Jahreschart eine erste wichtige Orientierungshilfe: Trotz der herausragenden Wertentwicklung stellt 2023 ein „inside year“ dar. Ein Anstieg über die historischen Hochs bei 16.514/16.765 Punkten würde diesen Innenstab nach oben auflösen. Auf Wochenbasis hat das Technologiebarometer zuletzt zudem die vorangegangene Toppbildung negiert (siehe Chart).

Nasdaq-100 Index® (Weekly)

Chart Nasdaq-100 Index®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart Nasdaq-100 Index®

Chart Nasdaq-100 Index®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Die Mutter aller Aufwärtstrends

Vielmehr kann die Kursentwicklung seit Sommer als trendbestätigende Flagge interpretiert werden. Rein rechnerisch hält die beschriebene Konsolidierungsformation ein Kursziel von rund 17.250 Punkten bereit und lässt somit auf neue Rekordstände jenseits des bisherigen Allzeithochs bei 16.795 Punkten hoffen. Zusätzlichen Rückenwind verleiht der jüngste „morning star“ im Monatsbereich sowie die konstruktiven MACD-Signale bei wöchentlicher und monatlicher Berechnungsweise. Einen wichtigen Erkenntnisgewinn bringt darüber hinaus der Langfristchart des Nasdaq Composite. Neben dem Basisaufwärtstrend seit 2011 (akt. bei 12.112 Punkten) sticht auch hier das konstruktive Kerzenmuster in Form eines klassischen „morning stars“ hervor. Ein Sprung über die horizontalen Hürden bei rund 14.400 Punkten würde hier für ein (aufwärts-)trendbestätigendes Signal sorgen und damit das bisherige Allzeithoch bei 16.212 Punkten wieder in den Fokus rücken. Auch hier ist der trendfolgende MACD einen besonderen Blick wert: Das jüngste Einstiegssignal ist umso bemerkenswerter, als dass zuvor die untere Begrenzung des seit den 1990er-Jahre bestehenden Regressionskanals ausgelotet wurde – die historische „Überkauftheit“ des Jahres 2021 ist inzwischen also abgebaut.

Nasdaq Composite® (Monthly)

Chart Nasdaq Composite®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart Nasdaq Composite®

Chart Nasdaq Composite®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Farbwechsel = Rückkehr in die Erfolgsspur?

In die Analyse unseres heimischen Aktienmarktes steigen wir mit dem Heikin Ashi-Chart des DAX® ein. Diese stark auf Durchschnitten aufbauende Chartdarstellungsform trägt dem trendfolgenden Charakter der Technischen Analyse in besonderer Weise Rechnung. Trendwenden werden hier oftmals durch einen Farbwechsel angezeigt. Genau dazu kam es zuletzt (siehe Chart), womit die deutschen Standardwerte möglicherweise in die Erfolgsspur zurückgekehrt sind. Aber auf HA-Basis springt auch der ultimative Deckel sofort ins Auge. Gemeint ist der Widerstandsbereich zwischen 16.300 und 16.500 Punkten. Sowohl 2021 als auch 2023 hat der DAX® hier wichtige Hochpunkte ausgeprägt, sodass ein neues Allzeithoch nochmals eine höhere Bedeutung als sonst besitzt. Wo ergeben sich bei einem Vorstoß in „uncharted territory“ noch technisch sinnvolle Anlaufmarken? Die 138,2%-Fibonacci-Projektion des Korrekturimpulses von Juli bis Oktober sowie das 161,8%-Pendant (17.254/17.702 Punkte) stecken dann zwei der wenigen verbliebenen Widerstände ab. Interpretieren Anlegerinnen und Anleger die jüngste Kursentwicklung als Schiebezone, dann ergibt sich daraus sogar ein Kursziel im Ausbruchsfall von rund 18.500 Punkten.

DAX® (Monthly)

Chart DAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart DAX®

Chart DAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Mutmachende Statistik und ein worst case-Level

Dem DAX® könnte aber noch ein ganz anderer Aspekt in den kommenden Monaten unter die Arme greifen. Im November legten die deutschen Standardwerte eine absolute Bilderbuchperformance auf das Börsenparkett. Binnen fünf Wochen konnte das Aktienbarometer um mehr als 10 % zulegen. In der DAX®-Historie seit 1988 gab es einen solchen (Börsen-)Lauf insgesamt 105 Mal. Auf Sicht der nächsten 12 Monate konnten die deutschen „blue chips“ dabei in 69 % aller Fälle weitere Kursgewinne verbuchen – und zwar in einer Größenordnung von im Durchschnitt gut 10 %. Aber nicht nur auf der Oberseite liefert der Monatschart eine wichtige Orientierungshilfe, sondern auch unter Risikogesichtspunkten. Schließlich markieren die Tiefs vom Oktober und März bei 14.630/14.458 Punkte, die gleichzeitig als untere Begrenzung der angeführten Tradingrange fungieren, eine markante Haltezone. Darunter sind vor allem die Ausbruchsmarken bei 13.800/13.500 Punkten zu nennen. Den absoluten „worst case“-Auffangbereich definiert aber die Kombination aus der 200-Monats-Linie (akt. bei 10.149 Punkten) und dem Basisaufwärtstrend seit 2009 (akt. bei 9.924 Punkten). Für Zertifikateanleger können Discounter mit Cap auf diesem Level eine interessante Opportunität als „Tagesgeldersatz“ oder als „Inflationsausgleich“ darstellen.

DAX® (Weekly)

Chart DAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

Besonderer Index mit besonderer Bedeutung

Das marktbreiteste deutsche Aktienbarometer – der sog. CDAX® – wird von Investorinnen und Investoren oftmals etwas stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, denn der Index liefert regelmäßig wichtige und wertvolle Hilfestellungen. Deshalb setzen wir uns regelmäßig auch mit den charttechnischen Perspektiven dieses „Mauerblümchens“ auseinander. Aktuell lohnt sich der Blick besonders, denn zuletzt kam es zu einem erfolgreichen Test der alten Ausbruchsmarken von 2017, 2018 und 2020 bei 1.274/1.286 Punkten. Zusammen mit dem Cluster aus zwei verschiedenen Fibonacci-Retracements (1.241/1.240 Punkten) entsteht hier eine wichtige Kumulationszone (siehe Chart). Diese Schlüsselunterstützungen hat der CDAX® zuletzt als Sprungbrett genutzt, zumal das Aktienbarometer seine 38-Monats-Linie (akt. bei 1.351 Punkten) zurückerobern konnte. Die Ambitionen der Bullen unterstreicht auch der MACD. Schließlich hat der Trendfolger zuletzt auf seiner Signallinie aufgesetzt – ein Phänomen, welchem in der Vergangenheit oftmals ein weiterer Aufwärtsimpuls folgte. In diesem Umfeld markiert das bisherige Jahreshoch bei 1.460 Punkten das nächste Anlaufziel, ehe die bisherigen Rekordstände bei 1.517/1.530 Punkten wieder auf die Agenda rücken.

CDAX® (Monthly)

Chart CDAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart CDAX®

Chart CDAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Höchster Jahresschlusskurs seit 2000?

Dem Euro STOXX 50® könnte per Jahresultimo ein ganz besonderes Ausrufezeichen gelingen: nämlich der höchste Jahresschlusskurs seit dem Jahr 2000! Bei einer Schlussnotiz oberhalb der Marke von 4.400 Punkten könnten Anlegerinnen und Anleger tatsächlich einen Haken dahinter machen. Diese Schlüsselmarke ist aber noch aus einem anderen Grund wichtig. Schließlich haben die europäischen Standardwerte in diesem Dunstkreis 2023 sowie in den Jahren 2022 und 2021 immer wieder wichtige Hochpunkte ausgeprägt. Charttechnisch liegt auf Monatsbasis eine „Tasse-Henkel-Formation“ vor (siehe Chart), welche bei einem Sprung über die Schlüsselmarke von 4.400 Punkten endgültig abgeschlossen wäre. Ab diesem Niveau gehen also Monats- und Jahreschart „Hand in Hand“! Rein rechnerisch hält dieses Kursmuster ein Anschlusspotenzial von 1.150 Punkten bereit – mehr als ausreichend, um das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2000 bei 5.522 Punkten langfristig ins Visier zu nehmen. Auf dem Weg in diese Region markieren die horizontalen Barrieren bei 4.500 Punkten bzw. die Parallele zum Aufwärtstrend seit 2009 (akt. bei 4.738 Punkten) wichtige Etappenziele. Um die gute Ausgangslage nicht zu gefährden, gilt es in Zukunft, die Lows und die 38-Monats-Linie bei rund 4.000 Punkten nicht mehr zu unterschreiten.

EURO STOXX 50® (Monthly)

Chart EURO STOXX 50®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart EURO STOXX 50®

Chart EURO STOXX 50®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Kernunterstützung genutzt!

Als besonderes „Highlight“ weisen wir zum Abschluss unseres Jahresausblicks auf besonders vielversprechende Kursverläufe hin. In diesem Jahr haben wir auf der Sektorebene einen Chartverlauf mit positiven Überraschungschancen identifiziert. So testet der STOXX Europe 600 Insurance® gerade sein Vor-Corona-Hoch bei 340 Punkten (siehe Chart). An dieser Hürde hatte sich das Branchenbarometer bereits im Jahr 2022 sowie mehrfach in den letzten 12 Monaten die Zähne ausgebissen. Da die angeführten Widerstände bereits zu Beginn des Jahrtausends eine Rolle spielten, handelt es sich um den „ultimativen Deckel“. Die Kursentwicklung des Jahres 2023 bildet gleichzeitig ein aufsteigendes Dreieck, d. h. ein erfolgreicher Spurt über die angeführten Barrieren würde für doppelten Rückenwind sorgen. Das Anschlusspotenzial aus der trendbestätigenden Formation lässt sich auf rund 150 Punkte taxieren. Eine Größenordnung, welche die Bedeutung eines Ausbruchs nach oben mit einem dicken Ausrufezeichen versieht. Im Vergleich zum breiten europäischen Markt bildet sich im Ratio-Chart zudem eine große, inverse S-K-S-Formation. In der Summe könnte die Branche kurzfristig zu einer der positiven Überraschungen 2024 und langfristig zu einem Outperformer unter den europäischen Sektoren werden.

STOXX Europe 600 Insurance® (Weekly)

Chart STOXX Europe 600 Insurance®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart STOXX Europe 600 Insurance®

Chart STOXX Europe 600 Insurance®

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

2024:Kurs Allzeithoch?

Schon seit längerem hat sich der japanische Nikkei-225® zu den positiven Börsenüberraschungen gemausert. Diesen konstruktiven Trend könnte der lange Zeit in Vergessenheit geratene Markt im neuen Jahr beibehalten. Als strategische Kurstreiber fungieren die langjährige Bodenbildung seit Anfang der 1990er-Jahre sowie die im Mai 2023 nach oben aufgelöste Korrekturflagge der letzten zwei Jahre (siehe Chart). Aus beiden Chartmustern konnten die japanischen Standardwerte lehrbuchmäßig Kapital schlagen, was mit 33.853 Punkten zu einem neuen Mehrjahreshoch und dem höchsten Stand seit 1990 führte! Möglicherweise liegt aktuell eine Schiebezone und damit die nächste Konsolidierungsformation vor. Vor diesem Hintergrund würde ein nachhaltiger Spurt über die Marke von 33.800 Punkten den Bullen ein weiteres Argument liefern. Die o. g. Korrekturflagge hält ein rechnerisches Kursziel von rund 39.000 Punkte bereithält. 39.000 Punkte? Déjà-vù? Richtig, da war doch was! Auf diesem Niveau hat der Nikkei im Jahr 1989 sein bis heute gültiges Rekordhoch ausgeprägt (38.957 Punkte). Um die aktuelle Steilvorlage nicht zu gefährden, sollten die japanischen „blue chips“ in Zukunft nicht mehr unter die horizontalen Ausbruchsmarken bei 30.800/30.500 Punkten zurückfallen.

Nikkei-225 (Monthly)

Chart Nikkei-225

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart Nikkei-225

Chart Nikkei-225

Quelle: Refinitiv, tradesignal²

Fazit und Schlussplädoyer

Für den 2022er-Kurseinbruch gilt in der Rückspiegelbetrachtung: „während alle vergangenen Rückschläge als Chance wahrgenommen werden, stellen alle zukünftigen Rückschläge ein Risiko dar“. Das bringt uns nahtlos zu einem Zitat von Darren Chabot: „stock moves starts with technicals, are confirmed by fundamentals and end with emotion!“ Dieses Börsenbonmot trifft den Nagel auf den Kopf, denn die „puren Charts“ sind derzeit viel besser als die fundamentale Ausgangslage sowie die saisonalen Rahmenbedingungen, welche erst im 2. Halbjahr 2024 eine Wahlrally erwarten lassen. Statt der klassischen Sommerflaute sollten Investorinnen und Investoren ein konstruktives Q3 als zyklische Anomalie auf dem Schirm haben. Insgesamt stellt der diskutierte „Marktbreiteimpuls“ die Steilvorlage für neue Hochs in 2024 dar. Während beim S&P 500® und beim Euro STOXX 50® die Marke von 5.000 Punkten auf die Agenda rücken dürfte, sind beim DAX® die „17 oder gar 18“ als nächste Tausender möglich. Dennoch ist auch 2024 ein aktives Risikomanagement gefragt. Schließlich wusste bereits John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während Du andere Pläne machst!“ Im „HSBC Daily Trading“, auf Instagram und in unseren Video-Formaten werden wir unterjährig sowohl auf mögliche Planänderungen als auch auf kurzfristige Investmentchancen eingehen. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten, alles Gute für 2024 und bleiben Sie gesund.

DAX® (Weekly)

Chart DAX®

Quelle: Refinitiv, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

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Über den Experten

Jörg Scherer
Jörg Scherer
Leiter Technische Analyse bei HSBC Deutschland

Jörg Scherer, Diplom-Kaufmann und Certified Financial Technician (CFTe), ist Gewinner des 2007er Awards der „Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands“ (VTAD) und der Verfasser des kostenfreien täglichen Newsletter HSBC Daily Trading, einem der meist gelesenen Trading-Newsletter Deutschlands. Ebenfalls analysiert Jörg Scherer auf mehreren Terminen im Jahr auf Seminaren in ganz Deutschland und in Webinaren für Privatanleger und institutionellen Investoren den nationalen und internationalen Aktienmarkt, die Rentenseite, Währungspaare und Rohstoffe.

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