Analyse
19:20 Uhr, 21.10.2026

Morgan Stanley warnt: Der Ölengpass hat sich verlagert und Europa steht im Feuer

Rohöl kann stagnieren oder sogar billiger werden, während Diesel teuer bleibt und die Raffineriemargen stark steigen. Für die Realwirtschaft bedeutet das, dass der Energieschock weniger über den klassischen Ölpreis und stärker über fertige Produkte weitergegeben wird.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: XC0007924514Kopiert
    Kursstand: 97,804 $/bbl. (GBE brokers) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • ISIN: XC0009677409Kopiert
    Kursstand: 109,815 $/bbl. (GBE brokers) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 97,804 $/bbl. (GBE brokers)
  • Brent Crude Öl - WKN: 967740 - ISIN: XC0009677409 - Kurs: 109,815 $/bbl. (GBE brokers)
  • Gas Oil/Diesel - WKN: 967781 - ISIN: XC0009677813 - Kurs: 1.434,17 $/t (ARIVA Indikation)
  • Heizöl - ISIN: XC000A0LLNL4 - Kurs: 4,78 $/gal lqd (ARIVA Indikation)

Der entscheidende Engpass der Ölversorgung hat sich vom Rohöl zu Raffinerien und Ölprodukten verschoben. Diesel ist dabei der wichtigste Übertragungskanal. Besonders gefährdet sind Länder mit hohem Dieselverbrauch und hoher Importabhängigkeit ... sprich vor allem auch Europa. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und andere europäische Länder weisen einen hohen Dieselbedarf auf, sind bei fertigen Produkten aber erheblich von Importen abhängig. Diese Kombination macht die Region empfindlich gegenüber Raffinerieausfällen, Exportbeschränkungen und Störungen internationaler Handelsströme.

Derzeit fehlen weltweit zeitweise rund 4 bis 5 Mio. Barrel tägliche Raffineriekapazität, ungefähr zur Hälfte im Nahen Osten und zur Hälfte in Russland. Da grob 40% des entsprechenden Raffinerieoutputs auf Diesel entfallen würden, fehlen rechnerisch etwa 1,5 Mio. Barrel Diesel pro Tag. Der weltweite seegestützte Dieselhandel umfasst lediglich ungefähr 8 Mio. Barrel täglich. Damit entspricht der Ausfall fast einem Fünftel des international gehandelten Volumens.

Das erklärt auch, warum Dieselpreise deutlich steigen können, obwohl am Rohölmarkt keine vergleichbare Knappheit herrscht. Mehr verfügbares Rohöl löst das Problem kurzfristig nicht, wenn Raffinerien fehlen oder gestört sind. Für Verbraucher und Unternehmen zählt letztlich nicht, wie viele Barrel Brent verfügbar sind, sondern ob genügend Diesel für LKW, Landwirtschaft, Industrie und andere Anwendungen produziert werden kann.

Meine Stimme aus dem Off: Also wenn ich mir den Diesel-Großhandelspreisverlauf für die USA anschaue, sieht der ebenfalls explosiv nach oben aus und Trump agiert nicht umsonst seit Wochen zunehmend hippelig.

Gas Oil/Diesel
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