Market Insights: Ob die Mag 7 wieder alles retten müssen?
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Der Markt bleibt täglich eine Überraschungsbox! Genau das macht den Markt für viele so nervig. Der Mensch liebt einfache lineare Beziehungen. Leider ist Börse selten so einfach. Alte Regeln sind nicht falsch, aber Pandemie, Inflation, Lieferketten, KI-Capex, geopolitische Risiken und eine völlig andere Indexstruktur haben viele Beziehungen verschoben. Der Markt ist teils extrem launisch und brutal in seinen Rotationen. Narrative dominieren täglich! Eine Headline reicht aus, um Aktien zweistellig zu versenken.
Während viele noch fragen, ob die Mag 7 wieder alles retten müssen, läuft längst ein anderer Film. Der S&P 493 liegt 2026 bislang deutlich vor dem S&P 500 und vor den Mag 7. Im Juni fielen die acht größten S&P-500-Aktien im Schnitt zweistellig, während die nächsten neun größten Titel deutlich zulegten. Rotation. Am besten sieht man das, wenn man auf KI-Infra versus Software blickt.
Der S&P 493 liegt 2026 bislang rund 15 % im Plus, während der S&P 500 auf 9 % kommt und die Mag 7 nur etwa 1 % zulegen.
Die acht größten S&P-500-Aktien lagen am Donnerstag für den Monat Juni alle bei mindestens - 8 % und im Schnitt bei - 13,7 %. Die nächsten neun größten Titel waren im Schnitt um 7,6 % gestiegen. Die durchschnittliche S&P-500-Aktie liegt immerhin noch 1,3 % im Plus.
Dazu passt, dass der kapitalisierungsgewichtete S&P 500 in der Vorwoche mehr als 1 % im Minus lag, während der gleichgewichtete S&P 500 mehr als 1 % zulegte. Gab es seit 2003 noch nie.
Dementsprechend fielen die Mag 7 am Donnerstag relativ zum gleichgewichteten S&P 500 auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025. Am Freitag gab es eine deutlichere Gegenbewegung, vor allem bei Microsoft, die zwischenzeitlich auf 2023er-Niveaus zurückgefallen war.
Es ist ein "Stock Picker’s Market". Erinnert euch an meine Worte, der Aktienmarkt kann fallen, aber einzelne Segmente wie Software gegen den Markt steigen. Das sah man eindrucksvoll am Freitag. Microsoft mit +5 %, Servicenow mit +9 %, um nur zwei Beispiele zu nennen.
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Mit dem Update wird das Angebot in drei spezialisierte Depots aufgeteilt. Neu hinzu kommt ein zweites Depot von mir, damit kurzfristige Einzelaktien-Trades künftig getrennt von meinen langfristigen Investments umgesetzt werden können.
Künftig gibt es damit mein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, mein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot mit klarem Fokus auf chartbasierte Trades.
Zusätzlich führt das Update eine neue Empfehlungsliste ein. Setups, die noch nicht im Depot liegen, werden nun zentral an einem Ort gesammelt. Auch die Analysen werden neu gegliedert. Unter „Beiträge“ gibt es ab sofort getrennte Reiter für Chartanalysen und Fundamentalanalysen. Die ersten Trades im neuen Depot wurden bereits getätigt.
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Die aktuelle Depotperformance? Nasdaq 100 seit Auflage jeweils outperformt
Wie ekelig dieser Markt ist, sah man hingegen bei Memory & KI-Infra. Micron hat diese Woche nicht einfach gute Zahlen geliefert, sondern den Markt auch an eine empfindliche Entwicklung erinnert. Umsatz, EPS, Bruttomarge und Guidance lagen deutlichst über den Erwartungen. Blowout! Dazu kommen strategische Kundenvereinbarungen über mehrere Jahre oder die Aussage, dass die Angebotslage bis über 2027 hinaus angespannt bleiben kann.
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Deutlich wird das, wenn Apple mitten im Produktzyklus Preise bei Macs und iPads anhebt und Microsoft bei Konsolen offen von stark gestiegenen Storage- und Memory-Kosten spricht. Apple will die Trump-Regierung laut Financial Times nun sogar dazu drängen, gebannte chinesische Memory-Player, wieder zu legitimieren.
Da bin ich mal gespannt, was ich kommende Woche wieder zu diesem Thema lesen werden darf. Meine Einschätzung habe ich in diesem Artikel geteilt. 👉 Exklusiv im AktienPuls360: APPLE – Lobbyiert bei der Trump-Regierung um Memory aus China zu kaufen?!
Wieder zurück zum Thema. Nach den Micron-Earnings hätte man mit einer Halbleiter-Rally gerechnet. Was bekamen wir? Software am Freitag! Der SOX liegt aber selbst nach dem jüngsten Rücksetzer der letzten Woche noch extrem weit über seiner 200-Tage-Linie. Das entspricht fast drei Standardabweichungen und markiert die stärkste Überdehnung seit 2000. Auch diese Vergleiche sind mit Vorsicht zu genießen und teilen Marktschreier gerne, um Panik zu schüren. Der KI-Trade ist noch lange nicht durch, aber dennoch fühle ich mich aktuell in Software wohler. Daher überwiegen gerade sogar kurzzeitig Software-Aktien im kurzfristigen Depot.
Alles in allem liefert der Markt Argumente für Bullen und Bären. Positiv ist, dass die Rally seit Anfang 2023 nicht nur aus Bewertungsfantasie kam, sondern zum großen Teil aus Gewinnwachstum, Umsatzwachstum und Margenhebel.
Der S&P 500 erzielte seit Anfang 2023 eine Gesamtrendite von 101,4 %. Davon kamen 66,6 ppt aus Gewinnwachstum, 25,5 ppt aus Bewertungs-Expansion und 9,3 ppt aus Dividenden. Zerlegt man das Gewinnwachstum weiter, steuerten Umsatzwachstum 34,7 ppt und Margenwachstum 31,2 ppt bei.
Die erwarteten S&P-500-Margen liegen auf Rekord, die Bewertung wirkt gemessen an dieser Profitabilität alles andere als extrem, als es reine KGV-Vergleiche vermuten lassen würden. Bei den aktuell rekordhohen erwarteten Margen würde das Modell typischerweise auf eine Bewertung näher an 23x Forward Earnings hindeuten. Tatsächlich handelt der Markt derzeit etwa 1,5 Standardabweichungen unterhalb seines langfristigen Regressionstrends.
Gleichzeitig fließt immer mehr Cash in KI-Capex statt in Buybacks. Big Tech bleibt cashstark, aber der Cash arbeitet gerade weniger direkt für den Aktienkurs und mehr für den Infrastrukturaufbau. Das muss der Markt künftig stärker über echte KI-Erträge rechtfertigen. Alphabet, Meta, Microsoft und Amazon lagen in den vergangenen Jahren häufig bei rund 20 bis 35 Milliarden USD Rückkäufen pro Quartal. 2026 ist dieser Betrag auf nur noch wenige Milliarden USD gefallen.
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Kapital, das in Rechenzentren, Chips, Cloud-Infrastruktur und KI-Kapazität fließt, steht nicht gleichzeitig für Buybacks bereit. Gegebenenfalls ein Grund dafür, dass in den Mag 7 etwas historisch vorhandener automatischer Kaufdruck fehlt.
Dazu kommt der klassische Störfaktor Makro. Iran und Hormuz brodeln weiter im Hintergrund, auch wenn zwischenzeitlich immer wieder Entspannungssignale kamen. Öl, Lieferketten und Inflation bleiben damit keine Randthemen.
US-Daten liefern ein weiterhin nicht kollabierendes Bild. Stärkeres Q1-BIP, solide Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, PCE-Daten im Rahmen der Erwartungen. Wer nach einem einzigen Signal sucht, bekommt zu viele falsche Gewissheiten. Dieser Markt zwingt Dich, mehrere Ebenen gleichzeitig zu lesen, und Dich nicht von den Rotationen verwirren zu lassen.
Markttechnik, Saisonalität und Sentiment
📌 Tops & Flops YTD in den Indizes
📌 S&P 500 befindet sich derzeit saisonal in der typischen Juni-Schwächephase
Die typische saisonale Flaute. Nach einem starken ersten Halbjahr reichen Gewinnmitnahmen und dünnere Marktbreite oft aus, um kurzfristig Druck zu erzeugen. Historisch fiel aber kein einziges Jahreshoch des S&P 500 auf Juni. Deutlich häufiger lagen die Jahreshochs im Dezember, mit 32 Fällen.
👉 Juni kann nerven, aber historisch war er selten der Monat, in dem der Markt sein Jahr beendet hat. Vor allem aber ist der Juli saisonal stark.
Passend zum Zwischenwahljahr: Seit 1950 fällt der Juni in Midterm-Jahren besonders negativ aus, während der Juli historisch deutlich stärker ausfällt.
Magnificent 7, Technologie & Software
📌 Hyperscaler verlieren ihren Bewertungsaufschlag
Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta handeln im Schnitt mit dem niedrigsten Forward-KGV seit dem Start von ChatGPT und inzwischen sogar unter dem S&P 500.
📌 KI-Umsätze decken die Rate, aber noch nicht den Kredit
Die laufenden KI-Umsätze von Hyperscalern und Neoclouds übersteigen seit Q4 2025 erstmals die quartalsweise Abschreibung der KI-Capex-Basis.
Kumuliert bleibt das Bild aber deutlich unausgeglichener, weil die gesamten KI-Umsätze die bisherigen Abschreibungen erst fast eingeholt haben und noch keine erwartete Zusatzrendite (Return on Investment) von 50 % abdecken. Wichtig ist hier aber auch, dass neue Datacenter erstmal Anlaufkosten haben, bis sie komplett effizient laufen.
📌 Memory-Anteil an Hyperscaler-Capex
SemiAnalysis erwartet, dass der Anteil von Memory am Hyperscaler-Capex deutlich steigt. Nach 7,8 % im Jahr 2023, 7,7 % im Jahr 2024 und 13,5 % im Jahr 2025 soll der Anteil 2026 auf 35 % und 2027 auf 48 % zulegen.
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Spannende Earnings diese Woche
📅 Am Montag:
☀️ Prosus
🌙 Aerovironment
📅 Am Dienstag geht es weiter mit:
☀️ –
🌙 Nike, Constellation Brands
📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️ General Mills, Continental, Factset
🌙 –
📅 Am Donnerstag folgen:
☀️ –
🌙 –
📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ –
🌙 –
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin
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