APPLOVIN – Der erste echte Ausrutscher! Model-Timing statt Nachfrageproblem
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
- AppLovin Corp - WKN: A2QR0K - ISIN: US03831W1080 - Kurs: 417,800 $ (Nasdaq)
Das bereinigte EBITDA kam auf 1,61 Mrd. USD (+58 % YoY), bei einer Marge von 84 %, ebenfalls knapp unterhalb der Bandbreite von 84 bis 85 %. Der Markt reagierte, wie er das bei AppLovin in den letzten Quartalen öfter getan hat, nur diesmal deutlicher: Die Aktie brach nachbörslich um zeitweise über 20 % ein.
Bevor wir ins Fazit gehen, schauen wir uns erstmal an, was tatsächlich passiert ist. Und da lohnt sich der genaue Blick, weil die Erklärung des Managements diesmal sehr offen und selbstkritisch ausfiel.
Die Zahlen im Überblick
| Metrik | Q2 2026 | Q2 2025 | Q1 2026 | YoY | QoQ |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 1.924 Mrd. $ | 1.259 Mrd. $ | 1.842 Mrd. $ | ▲ 53 % | ▲ 4 % |
| Net Income | 1.267 Mrd. $ | 820 Mio. $ | 1.206 Mrd. $ | ▲ 55 % | ▲ 5 % |
| Nettomarge | 66 % | 65 % | 65 % | ▲ 1 pp | ▲ 1 pp |
| Operative Marge | 77,7 % | 76,1 % | ▲ 1,6 pp | – | |
| Adj. EBITDA | 1.614 Mrd. $ | 1.018 Mrd. $ | 1.557 Mrd. $ | ▲ 58 % | ▲ 4 % |
| Adj. EBITDA-Marge | 84 % | 81 % | 85 % | ▲ 3 pp | ▼ 1 pp |
| Diluted EPS | 3,76 $ | 2,39 $ | 3,56 $ | ▲ 57 % | ▲ 6 % |
| Free Cashflow | 863 Mio. $ | 768 Mio. $ | 1.291 Mrd. $ | ▲ 12 % | ▼ 33 % |
| FCF-Marge | 45 % | 61 % | 70 % | ▼ 16 pp | ▼ 25 pp |
Das Wachstum ist auf Jahresbasis nach wie vor beeindruckend, und die operative Marge hat sich sogar YoY ausgeweitet. Das eigentliche "Miss"-Narrativ entsteht erst im Vergleich zur eigenen Guidance und im QoQ-Blick. 4 % sequenzielles Wachstum ist laut Unternehmen selbst der schwächste Wert der letzten drei Jahre.
Wie ich Investieren und Traden kombiniere?
Das verrate ich Euch am 12. September. Ich hole Euch für einen ganzen Tag live nach München zu stock3 – zum Seminar “Vom Screening bis zum Trade: Meine 360°-Routine.”
Das Besondere: Wir sind maximal 20 Personen. Das heißt für Euch: kein gewöhnlicher Börsen-Talk, kein anonymes Standard-Event. Sondern ein exklusiver Rahmen mit viel Raum für Fragen, Austausch und direktes Feedback – und dann auch noch in den Heiligen Hallen von stock3.
Wir sprechen unter anderem über:
✅ wie Ihr einen klaren Ansatz entwickelt,
✅ welche Informationen wirklich relevant sind,
✅ wie Analyse, Vorbereitung und Umsetzung sinnvoll zusammenspielen,
✅ und wie Ihr das Ganze sauber in Euren Alltag integriert.
Freut Euch auf konkrete Praxisbeispiele, Live-Analysen und interaktive Elemente.
🗓️ Wann? 12. September, 9:00 - 18:00 Uhr
📍 Wo? Bei stock3 in München
🥐 Getränke, Kaffee, Gebäck und ein gemeinsames Mittagessen sind inklusive.
Wenn Ihr Trading ernster, strukturierter und praxisnäher angehen wollt, dann solltet Ihr dabei sein.
👉 Sichert Euch jetzt Euren Platz
PS: Als AP360 Kunden bitte entsprechend den rechten Button auswählen.
Ich freue mich auf Euch! Euer Valentin
Was ist wirklich passiert?
CEO Adam Foroughi ging das Thema im Call direkt frontal an, ohne Umschweife: "In diesem Quartal haben wir diesen Maßstab [unsere eigenen Erwartungen zu übertreffen] verfehlt. Entscheidend ist, dass wir wissen, was geschehen ist, und dass die Angelegenheit bereits angegangen wurde."
Das ist ein Ton, den man von AppLovin so noch nicht gehört hat. Bisher war die Story immer "Rekord nach Rekord", jetzt kommt zum ersten Mal ein offenes Eingeständnis.
Die konkrete Erklärung: Das Tempo der Modellverbesserungen war im Q2 langsamer als üblich, und der nächste relevante Uplift landete erst kurz nach Quartalsende, also bereits im Q3. CFO Matt Stumpf bestätigte im Call, dass Q3 "off to a strong start" ist und die Modell-Uplifts, die im Q2 fehlten, jetzt bereits live sind. CEO Foroughi verneinte Wettbewerbs- oder Nachfrageproblem explizit. Die MAX-Marktplatz-Umsätze der Publisher wuchsen zweistellig QoQ.
AppLovins Modell-Verbesserungen kommen nicht linear, sondern in Schüben. Manche Quartale bringen laut Foroughi einen Uplift, der 12 bis 15 % QoQ-Wachstum allein treibt. Q2 2026 war schlicht ein Quartal ohne diesen Schub.
Consumer/E-Commerce: Worauf ich weiter warte
Wer die letzten Analysen zu AppLovin gelesen hat, kennt meine These. Gaming ist die Basis, aber der eigentliche Hebel für den langfristigen Case sind die Consumer-Verticals. Foroughi bezeichnete das Quartal als "outstanding quarter" für Consumer. Der Ad Spend erreichte einen neuen Rekord, 28 % über dem Niveau von Q4 2025. Und das, obwohl Q4 saisonal das stärkste Quartal für E-Commerce-Werbung ist. Ein Consumer-Geschäft, das in einem saisonal schwachen Q2 sogar den bisherigen Saisonhöhepunkt um über ein Viertel übertrifft, zeigt, wie steil diese Wachstumskurve aktuell verläuft.
Das Problem: Consumer ist schlicht noch nicht groß genug, um ein schwaches Gaming-Quartal (wegen der verzögerten Modellverbesserungen) auszugleichen. "Consumer isn't yet large enough to fully smooth a quarter like this."
Damals witzelte ich noch "UND JA, ES HEIßT AXON!" über die angekündigte Öffnung des Axon-Ad-Managers. Im Q2 hat AppLovin die Plattform tatsächlich Ende Juni öffentlich gestartet, aber unter dem alten Namen "AppLovin Ads Manager". Foroughis Begründung im Call ist sympathisch ehrlich: "Wir sind zu AXON gewechselt, aber alle nannten uns weiterhin AppLovin – also sind wir wieder zurückgewechselt."
AktienPuls360: Wie ich das Setup in meinen Depots umsetze
AktienPuls360 verbindet chartbasierte Trading-Setups mit fundamentaler Aktienanalyse. Rocco liefert klare Handelsmarken, technische Setups und aktive Marktführung. Valentin ordnet Einzelaktien, Quartalszahlen, Newsflow und langfristige Investmentthemen ein.
Mit dem neuen Aufbau wird der Service noch übersichtlicher. Es gibt künftig drei klar getrennte Depots: ein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, ein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot für chartbasierte Trades.
Dazu kommt eine neue Empfehlungsliste für spannende Setups, die noch nicht im Depot liegen. Analysen werden künftig sauber nach Chartanalysen und Fundamentalanalysen getrennt. So siehst du schneller, was kurzfristig handelbar ist, was langfristig spannend bleibt und wo wir gerade aktiv werden.
AktienPuls360 steht für weniger Bauchgefühl und mehr Prozess. Weniger Lärm und mehr Einordnung. Weniger blinden Aktionismus und mehr Klarheit in einem Markt, der sich ständig dreht.
Marge und Cashflow
Die EBITDA-Marge fiel mit 84 % knapp unter die eigene Guidance. Ursache ist in erster Linie der stark gestiegene Compute-Bedarf. Die R&D-Ausgaben sprangen von 44 Mio. USD auf 99,9 Mio. USD (+127 % YoY), weil AppLovin in komplexere Modellarchitekturen investiert, die von zusätzlicher Trainingsrechenleistung überproportional profitieren sollen. Von jedem zusätzlichen Umsatzdollar fließen weiterhin rund 10 Cent in Compute.
Für Q3 wird eine Marge von rund 83 % avisiert, also ein weiterer leichter Rückgang. Auf Nachfrage im Call, ob das der neue strukturelle Trend sei, antwortete das Management, es könne über die längere Frist "eine gewisse Variabilität" in der Marge geben, langfristig sei man aber weiterhin zuversichtlich, in der "niedrigen 80%-Range" zu bleiben. Ich behalte das im Blick, ohne es überzubewerten.
Der Free Cashflow brach dagegen deutlich stärker ein. Nur 863 Mio. USD (Marge von 45 % statt der gewohnten 70 %). Die Konversion war durch das Timing internationaler Cash-Steuerzahlungen und Zinszahlungen belastet. Für das Gesamtjahr rechnet Applovin weiterhin mit einer FCF-Konversion von rund 75 % des bereinigten EBITDA.
Wegen dieser schwächeren Cash-Generierung hat AppLovin auch das Rückkauftempo gedrosselt. 551 Mio. USD im Q2 gegenüber rund 1 Mrd. USD im Q1. Der CFO betonte ausdrücklich, dass das keine Änderung der Überzeugung sei, sondern schlicht Kapitaldisziplin angesichts der Timing-Effekte. Es bleiben noch 1,8 Mrd. USD Rückkaufvolumen autorisiert, und die Nettoverschuldung liegt bei rund 0,1x des EBITDA der letzten zwölf Monate. Weiterhin ein sehr sauberes Bilanzbild.
Ein zweiter kleiner, aber sehr positiver Nebenpunkt. Die zuvor bekannte SEC-Anfrage wurde laut Unternehmen abgeschlossen, ohne dass eine Maßnahme empfohlen wurde. Es handelte sich laut CFO ohnehin um eine freiwillige Anfrage, die man selbst nie als wesentlich eingestuft hatte. Ein kleiner Unsicherheitsfaktor weniger auf der Liste. Das hören die Bären ungern. War ein Nebensatz aber ein Thema, welches in der Vergangenheit oftmals zu 10 % Tageseinbrüchen führte, wenn ein Newsmedium davon berichtete.
Ausblick Q3 2026
AppLovin erwartet für das Q3 einen Umsatz von 2,055-2,085 Mrd. USD (46 bis 55 % YoY-Wachstum bzw. 7 bis 8 % QoQ). Also wieder ein deutlich höheres QoQ-Tempo als im Q2. Das adj. EBITDA soll zwischen 1,71 und 1,74 Mrd. USD liegen (48 bis 50 % YoY), bei einer Marge von rund 83 %. Diese Guidance beinhaltet laut Management bereits die Modell-Uplifts, die inzwischen live sind, aber keine weiteren, noch nicht ausgerollten Verbesserungen. Nach der Erfahrung dieses Quartals lohnt es sich, diese Formulierung im Hinterkopf zu behalten.
Fazit
Ich habe AppLovin stets als ein Unternehmen beschrieben, das operativ in einer Klasse für sich spielt, dessen Investmentcase aber davon abhängt, ob aus der dominanten Gaming-Ad-Plattform tatsächlich eine breitere Performance-Marketing-Infrastruktur wird. An dieser These ändert dieses Quartal für mich nichts. Eher im Gegenteil, der Consumer-Teil liefert gerade den bislang deutlichsten Beleg dafür, dass die Nachfrage da ist (28 % über dem bisherigen Saisonhoch, in einem schwachen Quartal). Das Problem ist die Größe.
Was sich aber ändert, ist die Fehlerquote. Zum ersten Mal seit ich das Unternehmen covere, hat das Management öffentlich eingestanden, die eigene Guidance verpasst zu haben. Zwar nicht wegen Nachfrage oder Wettbewerb, sondern wegen des Timings der eigenen Modellverbesserungen. Ob das eine Überreaktion ist oder der Anfang einer nüchterneren Bewertung nach Jahren fast fehlerfreier Quartale, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn klar wird, ob Q3 die versprochene Reaccelerierung tatsächlich liefert. Für mich sind die 330/320 USD aber spannend.
Zwei Dinge behalte ich als neue Beobachtungspunkte: Erstens die leicht sinkende EBITDA-Margen-Guidance (84 % → 83 %, "low 80s" als neue Referenzgröße statt der bisherigen Aufwärtsdynamik). Zweitens die FCF-Konversion.
Viel Erfolg wünscht Dir Valentin
1 Monat kostenlos AktienPlus + Bonusguthaben (aktuell 50 EUR)
Mit einem justTrade Depot kannst Du Aktien- & ETF-Trades optimal direkt über stock3 abbilden.
- Die nahtlose Einbindung erlaubt es dir, deine Analysen ohne den Umweg über andere Apps direkt aus dem Chart heraus in Trades umzuwandeln.
- Dabei profitierst Du 0 € Orderprovision (zzgl. 1 € Fremdkosten bei Aktien/ETFs).
- Ein echtes Highlight ist die Auswahl zwischen drei Börsenplätzen, wodurch du dir per „Quote-Request“ stets den günstigsten Kurs sicherst.
- Von über 10.000 Aktien bis hin zu echten Kryptowährungen hast Du die volle Vielfalt eines Top-Brokers direkt in deinem gewohnten Analyse-Terminal oder App zur Hand.
- Dies beendet das lästige Interface-Hopping und liefert Dir die nötige Geschwindigkeit, um in volatilen Phasen den entscheidenden Klick voraus zu sein.
justTrade.com (Werbung)
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|




Keine Kommentare
Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.